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[Die Industrie der Steine + Erden]






Umreifungstechnik für die Baustoffindustrie

Die Verpackung moderner Baustoffe muss mehrere Forderungen erfüllen.
Mit die wichtigste ist dabei die Transportsicherung. Schließlich sollten die hochwertigen Produkte unbeschädigt ihren Einsatzort erreichen. Die Umreifungstechnik bietet dafür die besten Voraussetzungen. Kunststoffbänder lassen sich gut spannen, sind reißfest und garantieren so eine zuverlässige Verpackung der unterschiedlichsten Baustoffe. Im Gegensatz zu Stahlbändern korrodieren sie nicht und bleiben elastisch.
Dadurch können Sie sich flexibel an Packgutveränderungen anpassen und beugen Beschädigungen an Oberflächen und Kanten vor, z.B. bei Erschütterungen.
Die Anforderungen an die in der Baustoffindustrie eingesetzten Umreifungsmaschinen sind deutlich höher als in den meisten anderen Branchen. Bei Steinen, Platten oder Beton- und Keramikprodukten müssen Verpackungsanlagen ihren Härtetest bestehen, denn auch unter ungünstigen Betriebsbedingungen mit extrem hoher Staubbelastung müssen die Maschinen mit hoher Geschwindigkeit zuverlässig arbeiten.
Stillstandszeiten in der meist hochautomatisierten Produktion durch ungeplante Wartungsmaßnahmen kann sich heute kein Betrieb leisten.
Der Verpackungsmaschinenspezialist MOSCA mit Stammsitz in Waldbrunn in der Nähe von Heidelberg hat deshalb bei den Umreifungsmaschinen der jüngsten Generation besonderen Wert auf Zuverlässigkeit und Servicefreundlichkeit gelegt.



Wartungsarme Aggregate mit bürstenlosen DC-Antrieben

Die Maschinen nutzen dabei die Möglichkeiten, die die moderne Antriebstechnik heute bietet. Das erspart mechanische Verschleißteile, reduziert die Anzahl der Komponenten und senkt dadurch die Folgekosten der Maschinen. Das "Herz" der kompakten Maschinen bilden die dezentralen Antriebseinheiten, die ausschließlich mit bürstenlosen Gleichstrom-Direktantrieben arbeiten. Verschleißanfällige Mechanik wie Kupplungen oder Riemen sind dadurch nicht mehr notwendig; die bürstenlosen Antriebe sind außerdem unempfindlich gegenüber Verschmutzungen, weil die kritischen Bürstenkontakte fehlen. In Testläufen konnte dadurch eine fast zwanzigmal längere Lebensdauer der Aggregate nachgewiesen werden gegenüber früheren Lösungen. Der Verzicht auf Riemen und Kupplungen bringt aber noch einen weiteren Vorteil: Die Bandspannung bleibt auch bei extremen Temperaturunterschieden konstant. Der Betrieb in unklimatisierten Hallen ist damit unproblematisch.
Um Stillstandszeiten zu minimieren, sind die Aggregate obendrein als Module konzipiert, die sich im Servicefall innerhalb weniger Minuten komplett austauschen lassen.
Servicefreundlichkeit zeichnet aber auch die Konstruktion der kompletten Maschinen aus. So lassen sie sich auf Rollen oder Schienen bei Bedarf einfach aus der Fertigungslinie ziehen. Wo mit hohem Schmutzaufkommen zu rechnen ist, bieten sich Umreifungsmaschinen mit seitlich angeordneten Aggregaten an. Dadurch wird schon konstruktionsbedingt vermieden, dass Bruchware, Staub oder Schmutz ins Aggregat fällt. Ein typisches Beispiel dafür ist die vollautomatische Umreifungsanlagen der Serie KZV-311, die bis zu 60 Paletten pro Stunde mit variabler Bandspannung zweifach vertikal umreifen kann.
Sollen Baustoffe als Stückgut oder in Gebinden für den Transport auf Paletten gestapelt werden, braucht man horizontal arbeitende Umreifungsmaschinen, die die einzelnen Lagen sichern. Mit der KOV-315 wurde dafür eine universell einsetzbare Lösung geschaffen. Sie umreift bereits ab einer Höhe von 40 mm, so dass sich z.B. auch kleinere Steine zuverlässig sichern lassen.
Verarbeitet werden können bis zu 16 mm breite Kunststoffbänder unterschiedlicher Dicken. Die Bandspannung ist stufenlos zwischen 250 und 4000 Nm einstellbar. Eine Umreifung dauert packstückabhängig etwa 10 s. Das seitlich angeordnete Reibschweißaggregat ist unempfindlich gegenüber Staub und Verschmutzung. Die robuste, modular konzipierte Anlage lässt sich problemlos in die unterschiedlichsten Fertigungslinien integrieren. Der Signalaustausch mit den vor- bzw. nachgeschalteten Anlagenteilen ist dabei über potentialfreie Kontakte ebenso möglich wie über Profibus oder MPI-Bus. Umreift werden kann in jeder beliebigen Höhe. Die Programmierung ist praxisgerecht im Teach-In-Verfahren möglich.
Die entsprechenden Daten können jedoch auch direkt vom Anlagen-Leitrechner übernommen werden. Die Umreifungsmaschine stellt sich in den Transportnebenzeiten innerhalb kürzester Zeit individuell auf jeden neuen Umreifungsvorgang ein. Unterschiedliche Ausstattungsmerkmale erleichtern die Anpassung an die jeweilige Applikation.



Vertikalumreifung und Folienverpackung

Die horizontal umreiften Palettenlagen müssen anschließend meist noch vertikal gesichert werden. Mit den Maschinen der Serie KZV-112 geht das besonders komfortabel.
Die Maschinen umreifen Packstücke in variablen Höhen ab 30 cm. Der verfahrbare Hubwagen dient als Aggregataufnahme und wird an einer senkrechten Säule über einen Drehstrommotor mit Zahnstange angetrieben. Der Bandabroller ist auf der Verfahreinheit montiert und gewährleistet eine optimale Bandführung während des Arbeitsprozesses. Auch bei dieser Maschine gewährleisten unterschiedliche Schnittstellen die Anbindung in der Automatisierungsumgebung.
Anschließend können die Paletten mit dem Drehringwickler WRG zum Schutz in Folie verpackt werden. Das drehringgeneratorangetriebene System erlaubt eine kostenoptimierte Verpackung der Produkte. Durch den integrierten Deckfolienaufleger kann die Palette regendicht verpackt werden. Der Deckfolienaufleger ist über dem Drehring montiert, um den Wickelprozess so gering wie möglich zu beeinflussen.


Umreifungsmaschine KZV 112
Umreifungsmaschine KZV 112


Drehringwickler
Die Paletten können mit dem Drehringwickler
in Folie verpackt werden





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