www.steine-und-erden.net > 2005 > Ausgabe 2/05 > Arbeit und Erholung in fernen Ländern: Vorsicht vor Infizierung mit Krankheitserregern!

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Arbeit und Erholung in fernen Ländern: Vorsicht vor Infizierung mit Krankheitserregern!

Jedes Jahr reisen Millionen Deutsche nach Afrika, in die Karibik, nach Südostasien, nach Mittel- und Lateinamerika und zu anderen fernen Reisezielen. Einige, um dort zu arbeiten, viele, um sich zu erholen.
Oft beinhaltet die Reisevorbereitung Überlegungen hinsichtlich der neuen Arbeitsstätte neue Herausforderung oder des anstehenden Urlaubszieles welche Sehenswürdigkeiten gibt es zu sehen? Mitunter wird auch an entsprechende Kleidung, Sonnencreme und den Lichtschutzfaktor gedacht.
Die wenigsten denken an Krankheiten, an Schutzimpfungen oder andere vorbeugende Maßnahmen.
Oft erkranken Reisende jedoch während oder nach einer Reise am häufigsten an Durchfall- oder Atemwegserkrankungen. Auch gefährliche Erkrankungen wie infektiöse Lebererkrankungen (Hepatitiden), Malaria und Dengue-Fieber sind keine Seltenheit.
Die Ursachen liegen zum größten Teil an unzureichenden hygienischen Verhältnissen in den Reiseländern, an den sehr belas-tenden klimatischen Bedingungen und an in Europa nicht vorkommenden Krankheitsüberträgern wie z. B. der Malariamücke (Anopheles).
Nachfolgend möchten wir einige der wichtigsten Erkrankungen und mögliche Schutzmaßnahmen vor diesen Erkrankungen vorstellen.



Erkrankungen durch verunreinigte Nahrungsmittel/Trinkwasser

Reisedurchfall
Durchfallerkrankungen sind mit rund 40 Prozent die häufigsten Erkrankungen im Ausland. Hauptursache ist die Aufnahme von Bakterien und anderen Mikroorganismen mit Wirkung im Darm des Menschen. Es kommt dabei durch die schädigenden Stoffwechselprodukte dieser Mikroorganismen zu Zellfunktionsstörungen der Darmschleimhaut mit einem erheblichen Einstrom von Wasser und Salzen in den Darm.
Diese Erkrankung verläuft meist gutartig und dauert auch unbehandelt häufig nicht länger als zwei bis vier Tage.
Das Krankheitsbild: wässriger Stuhlabgang, Übelkeit, Appetitlosigkeit, seltener Erbrechen. Bei Blutbeimengungen im Stuhl und/ oder Fieber (Temperaturen über 38°C) sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.
Die Behandlung erfolgt am einfachsten durch den Ausgleich der Verluste von Flüssigkeit, Salzen und Zucker. Abgepackte Glukose-Elektrolyt-Mischungen in Pulverform sind in den Apotheken erhältlich und gehören in jede Reiseapotheke.
Die Einnahme von " Durchfallmitteln" ist normalerweise nicht empfehlenswert, es sei denn, zur Senkung der Stuhlfrequenz unmittelbar vor einer bevorstehenden Weiter- oder Rückreise.

Typhus
Typhus, besser "Bauchtyphus", ist eine schwere Erkrankung, die durch ein Bakterium verursacht wird. Nur Menschen erkranken an Typhus und können diese Erreger ausscheiden und somit weiter verbreiten.
Häufigste Infektionsquelle sind mit menschlichen Ausscheidungen verunreinigtes Trinkwasser oder Nahrungsmittel.
Typhusbakterien können in Eiswürfeln lange Zeit überleben.
Ebenfalls können Fliegen diese Bakterien in hoher Anzahl von menschlichen Ausscheidungen auf Lebensmittel übertragen.
Das Krankheitsbild: 7 bis 14 Tage nach einer Infektion kommt es zu Fieber um 40°C mit heftigen Kopfschmerzen. Während dieser Zeit stellt sich häufig eine Verstopfung ein. Im späteren Verlauf können Bewusstseinseintrübung und Milzschwellung eintreten. Häufig kommen Bauchschmerzen hinzu. Das Fieber bleibt weiter um die 40°C. Ebenfalls werden fleckförmige Hautausschläge beschrieben.
Erbsbreiartige Durchfälle treten im späteren Krankheitsverlauf auf.
Die Behandlung sollte auf jeden Fall schnellstmöglich durch einen Arzt erfolgen, da erhebliche Komplikationen auftreten können.
Eine Schutzimpfung ist möglich.

Cholera
Cholera ist in der Gegenwart nur noch auf Länder (Bevölkerungsgruppen) begrenzt, in denen ein sehr niedriger Lebensstandard/ Hygienestandard anzutreffen ist. Seit 1990 findet sich ein Epidemiegebiet in Süd- und Zentralafrika.
Cholera kann sich hier leicht über mit Erregern verunreinigtes Trinkwasser und durch mit Abwassern in Kontakt gekommenen Nahrungsmitteln auf den Menschen übertragen und ausbreiten.
Krankheitsbild: Cholera beginnt meist mit plötzlich einsetzenden wässrigen Durchfällen ohne Temperaturerhöhung, oft mit Übelkeit und Erbrechen. Bei schweren Krankheitsverläufen kommt es in Folge des enormen Wasser- und Salz- (Elektrolyt-)verlustes zu Kreislauf- und Nierenversagen.
Eine Cholera-Infektion ohne Krankheitserscheinungen, sogenannte asymptomatische Erregerausscheidung, kann über Wochen und Monate nach einer Infektion bestehen und ist wahrscheinlich nicht selten.
Die Behandlung beinhaltet hauptsächlich den Ausgleich der zum Teil erheblichen Flüssigkeits- und Elektrolytverluste. Bei weniger schweren Krankheitsverläufen ist dies durch Zufuhr zuckerhaltiger Getränke und gesalzenen leichten Speisen (Salzstangen, Toastbrot, usw.) möglich.
Handelt es sich um einen schweren Verlauf mit starkem Erbrechen, müssen Infusionslösungen verabreicht werden. Eine medikamentöse Therapie mit Antibiotika ist normalerweise nicht notwendig, kann jedoch, rechtzeitig begonnen, die Krankheitsdauer etwas verkürzen.
Eine Schutzimpfung wird wegen des äußerst geringen Infektionsrisikos und einer sehr geringen Wirkung nicht mehr empfohlen.

Hepatitis A
Die Hepatitis A (infektiöse Gelbsucht) ist eine weltweit, besonders in den Tropen, verbreitete Virusinfektion der Leber. Die Gelbfärbung ("Gelbsucht") ist am Augapfel und oft auch an heller Haut beim Erkrankten gut sichtbar. Die Viren werden über den Darm ausgeschieden und die Infektion wird dann vom Mensch zu Mensch durch engen Kontakt (Berührung), durch die Nahrung (z.B. Muscheln), durch infiziertes Wasser oder nicht gekochte Speisen übertragen.
Das Krankheitsbild: Die Erkrankung verläuft besonders bei Kindern oft unbemerkt oder sehr leicht. Bei Erwachsenen kann die Erkrankung zu einem erheblichen Krankheitsgefühl mit Beeinträchtigung des allgemeinen Wohlbefindens führen, wie z.B. anhaltende Kreislaufprobleme, Schwäche, Übelkeit, Durchfall. Die Hepatitis A ist zu Beginn immer ansteckend.
Eine überstandene Erkrankung (bemerkt oder unbemerkt) hinterlässt einen lebenslangen Schutz.
Eine spezielle Therapie gibt es nicht. Wichtig sind gute Pflege, leichte Diät, Bettruhe. Alkohol ist in keinem Fall erlaubt, da dieser das Krankheitsbild wesentlich erschweren kann.
Eine Schutzimpfung ist möglich !



Vorbeugung

Alle zuvor beschriebenen Krankheiten bzw. deren Erreger werden durch die Aufnahme von verunreinigtem Trinkwasser und/ oder verunreinigten Nahrungsmitteln übertragen. Durch das Berücksichtigen einiger Regeln bei Reisen in Länder mit zweifelhaften Hygienestandards lässt sich das Infektionsrisiko senken, keinesfalls jedoch aus-schließen.
Unbedenklich sind alle lang und gut durchgegarten, frisch zubereiteten und heiß servierten Speisen auf sauberen Tellern mit sauberem Besteck.
Bedenklich sind alle nicht durchgegarten Fleisch- und Fischgerichte, Streichwurst, "Kaltes Büfett", Salate, nicht schälbares Obst, geschält serviertes Obst, rohe Muscheln, Milch, Milchprodukte, Streichkäse, Mayonnaisen, Speiseeis und Eiswürfel in Getränken.
Leitungswasser sollte auf keinen Fall getrunken werden. Auch zum Zähneputzen ist dieses Wasser nicht geeignet.
Auch wenn das Essen dort häufig am besten schmeckt, ist z.B. bei Garküchen auf der Strasse Vorsicht geboten (ein Blick in die Abwaschschüssel ist oft sehr aufschlussreich).
Das Motto sollte also lauten: "Cook it, peel it or forget it koch es, schäl es oder vergiss es!"



Durch Insekten übertragbare Krankheiten

Gelbfieber
Die Krankheit wird durch Stiche bestimmter Moskitos innerhalb einer Affengruppe übertragen. Der Mensch wird nur gelegentlich bei Aufenthalt im tropischen Regenwald durch den Stich eines solchen Moskitos infiziert und kann jetzt dieses Virus in besiedelte Gebiete einschleppen. Hier wird dieses Virus von einer anderen Moskitoart von Mensch zu Mensch übertragen.
Gelbfieber tritt nur in den tropischen Gebieten Afrikas, Südamerikas und Panama auf.
Krankheitsbild: Drei bis sechs Tage nach einem Stich treten Fieber, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Erbrechen auf. Bei schweren Verläufen starke Blutungsneigung, blutiges Erbrechen und Gelbfärbung der Haut daher auch der Name "Gelbfieber".
Eine spezifische Therapie steht nicht zur Verfügung. Allgemeinintensive Behandlung mit Flüssigkeits- und Elektrolytersatz unter strenger Quarantäne ist die einzige Möglichkeit. 20 - 50 Prozent der Betroffen sterben an dieser Erkrankung.
Es steht ein sehr guter, hochwirksamer Impfstoff zur Verfügung, der allerdings nur in bestimmten Impf- und Beratungsstellen verimpft werden darf. Die Impfung ist allen Reisenden, die in Länder mit Gelbfieberrisiko reisen, zu empfehlen. Die Impfung wird von einigen Ländern Afrikas und Französisch Guyana in Südamerika grundsätzlich von allen Einreisenden verlangt (Pflichtimpfung). Bitte erfragen Sie die entsprechende Impfstelle bei Ihrem Hausarzt oder im zuständigen Gesundheitsamt.

Malaria
Die Malaria ist die häufigste Tropenkrankheit, an der nach Schätzungen der WHO weltweit mehr als 300 Millionen Menschen jährlich erkranken. Es gibt insgesamt vier verschiedene Malariaerreger, die unterschiedliche Formen der Erkrankung hervorrufen. Die gefährlichste Form ist die "Malaria tropica", die oft zum Tode führen kann. Die Übertragung der Malaria erfolgt über einen Stich der weiblichen Anophelesmücke.
Das charakteristische Symptom der Malaria ist periodisch auftretendes Fieber.
Eine Übertragung der Krankheit ist aber auch über infizierte Blutkonserven und Injektionsnadeln möglich.
Das Krankheitsbild: Die Erkrankung beginnt nach einer oder mehreren Wochen häufig schlagartig mit Kopf- und Rückenschmerzen, Frösteln und Hitzegefühl und vor allem deutlichem Fieber. Der Beginn einer Malariaerkrankung ist also kaum von dem Beschwerdebild einer Grippe zu unterscheiden. Dabei treten Fieberschübe bei den drei bekannten Malariaarten in unterschiedlicher Häufigkeit auf. Im weiteren Krankheitsverlauf kommt es durch den Zerfall der roten Blutkörperchen zu Blutarmut.
Grundsätzlich sollte also bei Auftreten der oben genannten Beschwerden ein Arzt aufgesucht werden.
Vorbeugung: Die Malaria ist in fast allen tropischen und in vielen subtropischen Ländern verbreitet, in Europa sowie in Nordamerika und Australien gibt es sie nicht mehr. Ist eine Reise in ein malariagefährdetes Gebiet geplant, sollte man sich zuvor bei seinem Hausarzt oder dem nächsten Tropeninstitut erkundigen, wie hoch das Malariarisiko im Reiseland einzuschätzen ist und welche Medikamente zur Vorbeugung eingenommen werden sollten. Dies ist je nach Region unterschiedlich. Eine Schutzimpfung ist nicht möglich!

Dengue-Fieber
Das Dengue-Fieber wird von verschiedenen Typen von Viren verursacht. Die Erkrankungen des Menschen haben, besonders in den Tropen, in den letzten Jahren stark zugenommen.
Die Infektion erfolgt nur durch den Stich der Überträgermücke. Diese Moskitos, die nicht identisch mit der Malaria-Mücke sind, stechen vorwiegend tagsüber und am frühen Abend und sind schwarz-weiß-gestreift ("Tigermücke"). Sie brüten in kleinsten Ansammlungen von Wasser, wie z.B. Töpfen und Dosen aller Art, kleinen Wasserbecken, Kokosnussschalen, Astlöchern oder auch in Abzweigungen von Bananenstämmen. Beim Stich der Mücke erfolgt die Übertragung der Krankheits-erreger in den Menschen, die sich dort dann weiterentwickeln können und zu einem fieberhaften und unangenehmen, gelegentlich auch gefährlichen Krankheitsbild führen.
Das Krankheitsbild: Nach zwei bis sieben Tagen kommt es zunächst zu grippeähnliche Symptomen mit hohem Fieber, Kopf-, Glieder-, Gelenk- und Muskelschmerzen, Juckreiz an Handflächen und Fußsohlen, Abgeschlagenheit, Schwindel und schwerem Krankheitsgefühl. Nur gelegentlich tritt ein typischer Hautausschlag zu Krankheitsbeginn auf, der sich im Verlauf ändert.
Der Fieberphase folgt häufig das Gefühl vollständiger Genesung, Es kommt dann aber erneut zu einer Fieberphase für drei bis vier Tage. In schweren Fällen kann es zu Blutungen kommen (Nasenbluten, spontan eingetretene blaue Flecke, deutlich verstärkte Regelblutung, Zahnfleischbluten.
Das Dengue-Fieber in dieser gefährlichen Form ist selten und betrifft fast ausschließlich Menschen, die ein zweites (!) Mal mit demselben Virustyp infiziert werden. Eine überstandene Dengue-Fieber-Infektion schützt meistens nicht vor einer neuen Infektion.
Die Behandlung des Dengue-Fiebers ist nur symptomatisch und beinhaltet intensive Pflege sowie ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Medikamente gegen die Erreger gibt es nicht!
Eine Schutzimpfung ist nicht möglich!



Vorbeugung

Grundsätzlich gilt für alle durch Insekten übertragbaren Erkrankungen, dass die alten Mittel der Moskitoabwehr, wie das Tragen von langen Hosen und langärmeligen Oberteilen in hellen Farben am Tag und nach Einbruch der Dunkelheit, die Benutzung von Insektenschutzmitteln sowie ein Mos-kitonetz noch immer von außerordentlicher Bedeutung sind, denn keine Vorbeugung mit Medikamenten schützt hundertprozentig gegen eine Infektion!



Andere wichtige Infektionskrankheiten

Hepatitis B
Die Hepatitis B (infektiöse Gelbsucht vom Virustyp B) ist, wie die Hepatitis A, eine weltweit, besonders in den Tropen verbreitete Virusinfektion der Leber und wird bei einem Teil der Patienten als Gelbfärbung sichtbar ("Gelbsucht"). Die Infektion erfolgt hauptsächlich durch Sexualkontakte und Blut (schon kleinste Mengen genügen)
Das Krankheitsbild: Die Erkrankung verläuft relativ oft unbemerkt. Neben der Gelbfärbung der Haut und vielen Allgemeinsymptomen incl. Kreislaufproblemen, Übelkeit, Durchfall und allgemeiner Schwäche oder auch psychische Reaktionen gibt es bei der Hepatitis B auch seltene, hochgefährlich verlaufende akute Erkrankungen. Dies, sowie die Tatsache, dass bis zu 10 Prozent der Erkrankungen in eine chronische Lebererkrankung münden, unterscheidet die Hepatitis B in ihrer Gefährlichkeit deutlich von der Hepatitis A.
Eine spezifische Therapie gibt es ebenfalls nicht. Jedoch können auch hier Pflege, leichte Diät, und Bettruhe den Patienten ganz wesentlich entlasten. Alkohol ist keinesfalls erlaubt!

HIV/AIDS
HIV / Aids ist ein großes Problem und eine Gefahr für alle, die Infektionsrisiken eingehen: ungeschützte Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen bei Krankenhausaufenthalten oder Arztbesuchen können ein erhebliches Risiko bergen.
AIDS ist eine chronische, lebensbedrohliche Erkrankung, die durch ein Virus verursacht wird. Das Virus schädigt oder zerstört bestimmte Zellen der Immunabwehr.
Die Symptome von AIDS variieren und hängen vom Stadium der Erkrankung ab.
Krankheitsbild: Bei den meisten Infizierten treten ca. sechs Tage bis sechs Wochen nach einer Infektion grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Kopfschmerzen, Halsschmerzen, geschwollene Lymphknoten und Ausschlag auf. Auch wenn keine Symptome auftreten, kann die infizierte Person das Virus an andere weitergeben.
Häufig folgt eine Zeitspanne ohne Beschwerden, die mehrere Jahre dauern kann. Trotzdem vermehrt sich das Virus in dieser Zeit weiter und zerstört die Abwehrzellen. Im späteren Verlauf schwellen die Lymphknoten an.
Da HIV-Infektionen das Immunsystem schwächen, erkrankt der Infizierte äußerst leicht an Infektionen mit Bakterien, Viren oder Pilzen: Erkrankungen mit Erregern, die einen gesunden Menschen nicht krank machen würden. Diese verlaufen außerordentlich schwer und führen letztendlich häufig zum Tode.
Ebenfalls wird das Risiko einer Erkrankung an bestimmten Krebsarten erhöht.
Eine Schutzimpfung ist nicht möglich!



Weitere Empfehlungen

Ob und welche Impfung empfehlenswert und möglich ist, erfahren Sie bei Ihrem Betriebs- oder Hausarzt. Weitere Ansprechpartner sind tropenmedizinische Beratungsstellen. Diese verfügen über die aktuellsten Informationen, insbesondere hinsichtlich der Malariamedikamente und der Gelbfieberimpfung.
Eine Impfplanung vor einer Auslandsreise sollte immer rechtzeitig, mindestens jedoch sechs, besser acht Wochen vor Abreise beginnen, um eventuell erforderliche Impfabstände einzuhalten und fehlende Schutzimpfungen nachzuholen.
Alle Impfungen müssen in einem international gültigen Impfausweis dokumentiert werden. Hierzu zählen ebenfalls die in Deutschland üblichen Impfungen wie z.B. Tetanus, Diphtherie und Polio, die auf einem aktuellen Stand sein sollten.
Auch die Grippe ist für Fernreisende eine der häufigsten durch Impfungen vermeidbare Infektion. Diese Impfung sollte nicht vergessen werden!
Aktuelle Sicherheitshinweise für die zu bereisenden Länder erhalten Sie im Internet auf der Homepage des Auswärtigen Amtes.



Der berufsgenossenschaftliche Grundsatz 35

Für beruflich bedingte Auslandsaufenthalte gibt es eine spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung nach dem Grundsatz 35 (G 35).
Dieser beschäftigt sich mit dem "Arbeitsaufenthalt im Ausland unter besonderen klimatischen und gesundheitlichen Bedingungen" und beinhaltet seit seinem Erscheinen 1980 eine verpflichtende Untersuchung für alle Unternehmen. Er soll dazu beitragen, die für den Arbeitsaufenthalt im Ausland vorgesehenen Personen zu beraten und festzustellen, ob eine gesundheitliche Eignung für einen Arbeitsaufenthalt in diesen Gebieten besteht. Da der untersuchende Arzt über besondere Kenntnisse hinsichtlich der klimatischen Belastung und der möglichen Infektionsgefahren an dem neuen Arbeitsplatz im Ausland verfügen muss, sind nur spezielle Ärzte zu einer Untersuchung ermächtigt. Ob und welcher Arzt eine solche Ermächtigung hat, erfahren Sie bei Ihrer Berufsgenossenschaft.

Matthias Bradatsch,
Dipl.-Med. Simone Freiberger,
Arbeitsmediziner bei der StBG



Eine Auswahl wichtiger Internetadressen

http://www.auswaertiges-amt.de/
Hie finden Sie: Länderinformationen, Adressen von deutschen Vertretungen in dem jeweiligen Land, Sicherheitshinweise, allgemeines für Reisende, Einreisebestimmungen, medizinische Hinweise, strafrechtliche Bestimmungen.


http://www.dtg.mwn.de
Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V. "Die" Internetadresse für aktuelle Malaria- und Impfinformationen.


http://www.fit-for-travel.de
http://www.travelmed.de
Wichtige Adressen, auch reisemedizinisch fortgebildeter Ärzte, Länderinformationen und Informationen über zahlreiche Erkrankungen.


http://www.who.int
Englischsprachige Seite der Weltgesundheitsorganisation mit Länder- und Krankheitsinformationen.


http://www.crm.de
Centrum für Reisemedizin, wichtige Adressen, auch reisemedizinisch fortgebildeter Ärzte, Länderinformationen und Informationen über zahlreiche Erkrankungen.



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