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Der Trakker von Iveco: Baufahrzeuge mit dem Komfort von Straßen-Lkw

Mit der neuen Baufahrzeugreihe Trakker hat Iveco die Erneuerung der schweren Baureihen abgeschlossen. Diese begann 2002 mit der Einführung des neuen Flaggschiffs Stralis Active Space (AS), dem 2003 die Modellreihen Stralis Active Time (AT) und Active Day (AD) für den nationalen Fernverkehr und schweren Verteilerverkehr folgten. Gleichzeitig bekam der Eurocargo 4x4 das Fahrerhaus der 2003 eingeführten neuen 4x2-Eurocargos.
Das am auffälligsten Neue am Trakker, dem Nachfolger des bewährten EuroTrakker, ist das Fahrerhaus. Weil laut Iveco die Fahrer am Bau den gleichen Komfort wie ihren Kollegen im Straßengüterverkehr genießen sollen, wurden die Fahrerhäuser der Straßen-Lkw Stralis AT (lang) und Stralis AD (kurz) nur geringfügig für den Aufbau auf das Baufahrgestell modifiziert. Während alle Komfortcharakteristika Temperatur- und Geräuschdämmung, Vierpunkt-Federung und -Dämpfung, Übersichtlichkeit und einfache Bedienung erhalten blieben, wurde nur da, wo es der härtere Einsatz verlangt, etwas geändert. So erhielt der Trakker dreigeteilte Stoßfänger aus Stahl, die unempfindlicher bei Anstößen sind und bei denen im Falle einer Beschädigung in der Regel nur ein Teil auszutauschen ist. Die jeweils untere Stufe der Einstiege ist so beweglich, dass sie bei einem Anstoß ausweicht und dann in ihre ursprüngliche Stellung zurückkommt.
War schon der Vorgänger nicht gerade laut, so wurde es im Innern des Trakker-Hauses noch einmal leiser. Es dürfte kaum ein schweres Baufahrzeug geben, das die Ohren und damit die Nerven des Fahrers so schont. Dazu kommt eine moderne Ausstattung, die dem Fahrer durch sinnvolle Anordnung von Schaltern, Hebeln und Instrumenten das Leben erheblich erleichtert. Das zentrale LC-Display hier einfarbig statt, wie im Stralis, bunt zeigt alle Betriebsparameter und Wartungshinweise an. Per Taste auf dem Lenkrad wird durch die Menüs geblättert. Die sehr kräftige Motorbremse und der optionale Retarder erhalten ihre Anweisungen über einen Lenkstockhebel. Das Lenkrad und der serienmäßig luftgefederte Fahrersitz sind vielfach zu verstellen, so dass Fahrer jeder Statur die richtige Arbeitshaltung finden. Und wenn gewünscht, wird das Innere ganz besonders pflegeleicht ausgekleidet dann verträgt es auch einen reinigenden Wasserstrahl.
Als Antriebe kommen die 6-Zylinder-Reihenmotoren Cursor 8 (7,8 l Hubraum) und Cursor 13 (12,9 l Hubraum) von Iveco in den Leistungsstufen von 200 kW bis 353 kW (272 bis 480 PS) zum Einsatz. Durch den Einsatz eines elektromagnetisch in zwei Drehzahlstufen zu- und abgeschalteten Kühlerventilators wurde der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch gegenüber den bisherigen Modellen um 1,5 Prozent gesenkt
Rahmen und Achsen wurden als bewährt und robust von den Vorgängern übernommen. Zwei "Unter-Baureihen" der Drei- und Vierachser sind auf unterschiedliche Einsätze abgestimmt: Die "leichten" Trakker verfügen über Gesamtgewichte, die den in den meisten europäischen Ländern erlaubten Höchstgewichten entsprechen 26 t beim Drei- und 32 t beim Vierachser. Leichtere Bauteile und meist der Cursor-8-Motor sorgen für höchste Nutzlasten. Für den überwiegenden Einsatz in schwerstem Gelände, in Steinbrüchen und Sandgruben sowie per Sondergenehmigung im Schwerlasttransport dienen die "schweren" Trakker, bei denen die Dreiachser auf 38 t und die Vierachser auf 41 t technisch zulässiges Gesamtgewicht ausgelegt sind.
Die angetriebenen Achsen sind als Außenplanetenachsen ausgeführt. Sie sorgen nicht nur für große Bodenfreiheit, sondern auch dafür, dass hohe Drehmomentspitzen zum Beispiel wenn ein Rad kurz durchdreht und dann wieder greift nicht auf die Antriebswellen durchschlagen. Das trägt zu Robustheit und Zuverlässigkeit bei.
Während die angetriebenen Achsen mit Duo-Duplex-Trommelbremsen ausgerüstet sind, verfügen die nicht angetriebenen Vorderachsen über besonders wartungsfreundliche Scheibenbremsen. Die Wirkung der Trommelbremsen wird durch ein EBL-System (Electronic Braking Limitation) so gesteuert, dass ein Überbremsen und damit ein eventuelles Schleudern vermieden wird. Das EBL erhält seine Daten von den ABS-Sensoren an den Rädern.
Die starke Dekompressions-Motorbremse Iveco Turbo Brake (ITB) der Cursor-Motoren und ein optionaler Retarder unterstützen die Radbremsen und sorgen für deutlich verminderten Bremsenverschleiß.



Modernste Elektrik und Elektronik

Zusammen mit den Fahrerhäusern AT und AD bekamen die Trakker auch das hochmoderne Multiplex-Systern (MUX) für Elektrik und Elektronik. Es besteht aus vier CAN-Bussen, die Steuer- und Messwerte zu und von elektronischen Steuerungen sowie an Befehle ausführende Geräte leiten. Durch dieses System werden nicht nur deutlich weniger Kabel im Fahrzeug benötigt, es sind auch erheblich mehr Daten abrufbar. So wird die vorbeugende Wartung erleichtert und vertieft, der Fahrer kann alle wichtigen Betriebsparameter auf dem LC-Display in seinem Armaturenbrett abrufen.


Iveco Trakker
Iveco Trakker bringen den Komfort
von Straßen-Lkw auf die Baustelle





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