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6,8-Kubikmeterriese in einem der größten Kalksteinbrüche Deutschlands

"Die Qualität unserer Waren ist vorzüglich, und wir werden besonders darauf achten, dass sie unabänderlich die gleich gute bleibt", so schrieb der Sohn von Wilhelm Gustav Dyckerhoff an seinen Vater, den Unternehmensgründer von Dyckerhoff. Und bis heute bleibt man in diesem 1864 gegründeten Unternehmen, das sich vom Portland-Cement-Werk zu einem weltumspannenden Baustoffkonzern entwickelt hat, treu. Im Juli 2004 übernahm man im Steinbruch Wiesbaden-Amöneburg, in dem jährlich etwa 1,2 Millionen Tonnen Kalkmergel gewonnen werden, einen neuen Hitachi-Großbagger Typ EX1200 mit 6,8-m³-Tieflöffel.
Dieser 109 t wiegende Hydraulikbagger gewinnt mit seinem von Maschinenbau Rädlinger/Cham gefertigten und mit Esco-Super-V Zähnen bestückten Löffel täglich mit einem weiteren Bagger bis zu 8.000 Tonnen Kalkmergel, der im Werk Amöneburg zu Zement verarbeitet wird. Es wird einschichtig gearbeitet und die Bagger müssen zusammen mit den Muldenkippern in fünf Arbeitstagen den Rohmaterialbedarf für eine ganze Woche decken Samstag und Sonntag wird das Material von Halden abgetragen. Deshalb kommt nur zuverlässige und leistungsstarke Gewinnungstechnik zum Einsatz.
Mit dem Hitachi EX1200 ist nun der größte Bagger aus der Hitachi-Range, die bis zu Einsatzgewichten von weit über 800 t reicht, in Deutschland im Einsatz. Kiesel und Co. ist der zuständige Händler, der das Gerät geliefert hat und der nun während der Einsatzzeit den Service des Baggers übernehmen wird. Bagger dieser Größe werden in deutschen Steinbrüchen immer dann eingesetzt, wenn aufgrund der Nähe zur Wohnbebauung nicht gesprengt werden darf. Mit seinem 9,10-m-Monoblock und dem 3,40 m langen Stiel erreicht der Bagger Losbrechkräfte von 457 kN und Reißkräfte von 411 kN.
Die Tieflöffelversion bewährt sich beim Abbau des Materials besonders gut mit dem 6,8-m³-Löffel werden die 90 t fassenden Muldenkipper in sechs Spielen beladen.
Angetrieben wird der Koloss von einem 482 kW starken Hitachi-Direkteinspritzer mit Turboaufladung. Dieser 6-Zylinder-Motor ist sparsam kraftvoll und erfüllt die TIER II-Abgasnorm. Der in Japan gefertigte Großbagger bietet das in seiner Klasse modernste Hydrauliksystem. ETS steht für Electronic Total Control System und beschreibt die elektronische Überwachung von Motor, Pumpen und Steuerung. Das OHS-System kontrolliert alle Drücke und regelt die bedarfsgerechte Versorgung der einzelnen hydraulischen Verbraucher. So wird immer der Verbraucher mit dem höchsten Leistungsbedarf mit der größten Ölmenge versorgt. Drei Axialkolbenpumpen mit Förderleistungen von jeweils 495 l/min, zwei Drehwerkspumpen und eine weitere Hilfspumpe machen den EX1200 besonders schnell und gleichzeitig feinfühlig. Der Erfolg von Großbaggern in der Gewinnung basiert auch auf dem ausgewognen Verhältnis zwischen Arbeitsausrüstung, Oberwagen und dem Unterwagen mit seinen Fahrwerken.
Die Hitachi-Großbagger-Range beginnt mit dem EX1200 untrügliches Kennzeichen ist neben Größe und Performance des Gerätes auch die Großmaschinenkabine mit viel Raum für die persönlichen Utensilien des Fahrers. Sie ist bequemer Arbeitsplatz für lange Schichten bei jedem Wetter. Dank der erhöhten Montageposition hat der Fahrer einen leichten Einblick in die Mulden. Die 1100 mm breite und 1946 mm hohe Kabine ist schallgedämmt, mit Absorbern vom Oberwagen entkoppelt und serienmäßig mit Überdruckbelüftung und Klimaanlage ausgestattet. Blendfreie Verglasungen und leistungsstarke Gebläse, welche Beschlag von den Scheiben fernhalten, sind ebenfalls selbstverständlich. In die Armlehnen sind die beiden Joysticks zur Bedienung der Arbeitsausrüstung integriert. Digitalanzeigen und übersichtliche Instrumente zur Überwachung der Betriebszustände aller wichtigen Aggregate geben dem Fahrer jederzeit Auskunft über die "Verfassung" der Maschinenkomponenten. Eventuelle Störungen werden per Fehlercode angezeigt und können per Ferndiagnose auch vom Händler und seinem Serviceteam ausgelesen werden.

Großbagger
Der 109 t schwere Großbagger ist mit einem 6,8-m³-Löffel ausgerüstet. Er reißt den Kalkmergel und verlädt ihn direkt auf 90 t tragende Muldenkipper





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