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Good vibrations aus Brüssel

Wer bei der Arbeit ständig mechanischen Schwingungen ausgesetzt ist, für den besteht eine deutlich erhöhte Gefahr von Muskel- und Skelettschädigungen sowie neurologischen Erkrankungen und Durchblutungsstörungen. Schon vor zwei Jahren hat die Europäische Union zum Schutz dieser Arbeitnehmer die Richtlinie "Vibration 2002/44/EG" verabschiedet, die ab dem kommenden Jahr gilt und 2011 endgültig und ausnahmslos verbindlich wird. Diese Richtlinie behandelt sowohl den Bereich der Hand-Arm-Schwingungen, als auch den Bereich der GanzkörperSchwingungen. Für die neuen Normen bestens gerüstet ist die Sitz-Neuheit "Primo" für kompakte Baumaschinen und Stapler des bayerischen Markt- und Technologieführers Grammer.
Die gesundheitlichen Schädigungen, die von mechanischen Schwingungen ausgehen, können unter Umständen sogar zu chronischen Krankheiten werden. Unter gesundheitsgefährdenden Bedingungen arbeiten allein in Deutschland über eine halbe Million Menschen, besonders gefährdet sind die Fahrer von Erdbaumaschinen, wie z. B. Baggern oder Radladern. Eine Studie der Tiefbau-Berufsgenossenschaft aus dem Jahr 1997 ergab, dass vom damaligen Bestand an Erdbaumaschinen (ca.150.000 Geräte) immerhin fast die Hälfte eine hohe Vibrationsemission aufwiesen.
Mit der neuen Richtlinie wird insbesondere geregelt, welchem "Gesamtvolumen" an Schwingungen ein Arbeitnehmer täglich maximal ausgesetzt werden darf. Dazu müssen noch im Detail physikalisch messbare Grenzwerte festgelegt werden. Für die Umsetzung der Vorschrift hat die EU einen Stufenplan ausgearbeitet: Bereits im nächsten Jahr muss die Richtlinie in allen Mitgliedsstaaten umgesetzt werden, es werden aber noch Ausnahmen bewilligt. Doch schon 2006 müssen die einzelnen Länder einen Bericht über die Ausnahmen an die EU abliefern. Im Jahr 2007 wird die EU den Stand der Technik und den Stand der Umsetzung der Richtlinie in den Mitgliedsländern überprüfen, um in den darauffolgenden Jahren erneut entscheiden zu können, inwiefern weiterhin Ausnahmen von der Vorschrift genehmigt werden. Auch damit ist aber 2011 endgültig Schluss, dann ist der maximal mögliche Übergangszeitraum beendet und die Vorschriften sind ab dann verbindlich. Nur der Land- und Forstwirtschaft werden drei weitere Jahre zum Übergang eingeräumt.
Je nach Überschreitung der Grenzwerte muss jeder Arbeitgeber spätestens ab 2011 unverzüglich technische und organisatorische Maßnahmen zur Vermeidung oder Verringerung der Exposition ergreifen. Ernst und vor allem teuer kann es für einen Arbeitgeber dann werden, wenn ein Arbeitnehmer arbeitsunfähig wird und der Arbeitgeber nicht nachweisen kann, dass er die gesetzlichen Richtlinien eingehalten hat. Ein Arbeitnehmer, der von seinem Arbeitgeber unzulässig lange Schwingungen ausgesetzt war, kann diesen und nicht etwa die Berufsgenossenschaft belangen, falls gesundheitliche Schäden auftreten. Auf der sicheren Seite sind also nur Unternehmen, die ihre Fahrzeuge mit Sitzen ausstatten, die die neuen Richtlinien erfüllen.
Größtmöglichen Schwingungskomfort und die problemlose Einhaltung der strengen EU-Normen verspricht der "Primo" für kompakte Baumaschinen und Flurförderzeuge von Grammer. Dieses Produkt ist als erstes seiner Art mit einer niedrigaufbauenden Luftfederung oder alternativ einer mechanischen Federung mit Gewichtsschnelleinstellung ausgestattet. Grammer präsentiert damit ein Sitzkonzept, das weltweit seinesgleichen sucht. Mit 200 Millimetern erreicht der "Primo M" den niedrigsten SIP (Seat Index Point) unter den vollgefederten Sitzen. Der "Primo XL" setzt mit einem SIP von 238 Millimetern einen neuen Maßstab bei den niedrigaufbauenden Luftfederungen. Damit ist trotz minimalem Platzbedarf das Höchstmaß an Federungskomfort garantiert. Die "Primo"-Familie erfüllt somit die relevanten Schwingungsklassen für kompakte Baumaschinen und Flurförderzeuge.



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