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Forum Kies und Sand 2003: Elektrische Sicherheit im Focus

Michael Schulz, Präsident des Bundesverbandes der deutschen Kies- und Sandindustrie (BKS), gab die Situation der Baustoffbranche in seinem Statement anlässlich der Fachtagung Forum Kies und Sand 2003, die vom 4. bis 6. Februar 2003 im Aachener Eurogress stattfand, sehr realistisch wieder: "Wir müssen uns auf eine Durststrecke einstellen, es gibt aber keinen Grund zu verzagen." Diese Aussage beinhaltete einen Aufruf an alle Beteiligten, denn die damit verbundenen Strukturverbesserungen und Reformen sind nicht nur Aufgabe der Politik.
Neben der Diskussion dieser brandaktuellen Themen ist es jedoch auch Aufgabe der Fachtagung, die technische Entwicklung in diesem Bereich darzustellen.



Spektakuläre Visionen oder mehr?

Prof. Dr. Norbert Auner, Professor für anorganische Chemie der Goethe Universität Frankfurt, sieht Kies und Sand als zukünftigen Energieträger: Durch Reduktion von Sand (Siliziumdioxid) zu Silizium mit umweltfreundlicher Energie (z. B. Wind oder Solarenergie) wird ein neuer Energieträger geschaffen, der zeitlich unbegrenzt gespeichert und transportiert werden kann. Bei der Nutzung würde dann dieses Silizium zusammen mit Sauerstoff oder auch Stickstoff "verbrannt" werden können, und dies völlig ohne C02. Dabei entsteht wieder Sand.
Diese Gedanken sind noch Zukunftsmusik. Näher an der Umsetzung ist die Entwicklung eines neuen Flüssigbetons, in dem Kies und Sand "schwimmen" und sich selbst verdichten. "Damit lässt sich der Beton gleichmäßiger verteilen, so dass es weniger häufig zu Betonschäden kommt", erklärte Dr. Hans Joachim Riechers, technischer Geschäftsführer des Bundesverbandes der deutschen Kies- und Sandindustrie. Grundidee hierbei ist, dass der Zementleim unter Zugabe von Kalksteinmehl oder Flugasche nicht als Schmiermittel, sondern als "Suspension" dient.



StBG-Messestand in neuem Outfit

Die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft präsentierte sich zum 7. Mal in Folge an der begleitenden Fachausstellung. Auf einem 21 m2 großen Messestand direkt am Eingang wurden den Teilnehmern Themen und Beiträge zum Arbeits- und Gesundheitsschutz präsentiert. Mit einem neuen effektiven Outfit wurde der attraktive Stand zum Publikumsmagnet und Highlight der diesjährigen Ausstellung.
Ein - trotz zahlreicher schwerer Unfälle - sorgloser Umgang mit Maschinen und Anlagen war Anlass genug, die Thematik "Elektrische Schalteinrichtungen" darzustellen. Dabei standen zwei interaktive Exponate im Mittelpunkt, um "Sicherheit zum Anfassen" zu demonstrieren: Am neuen Exponat "Mobile Schalteinrichtungen" konnte von den Teilnehmern die Wirkungsweise von Sicherheitsschaltern auf anschauliche Weise getestet werden. Neben einem Not- und Hauptschalter sind ein Seilzugschalter
und drei beweglich trennende Schutzeinrichtungen verschiedener Bauart integriert. Zwei eingebaute Fehlerquellen verdeutlichen zudem, dass eine verlässliche Abschaltung nur durch Betätigen des Hauptschalters gewährleistet werden kann.
Außerdem wurde erstmals als Ergänzung das mobile Lehrsystem der Firma Schmersal auf dem Stand der StBG präsentiert. Hier konnten zusätzliche Systeme, wie Zuhaltungen, Sicherheits-Sensoren und optoelektronische Sicherheitseinrichtungen vorgeführt werden.
Insgesamt gesehen war die diesjährige Fachtagung in Aachen, nicht zuletzt auch wegen des abwechslungsreichen Rahmenprogrammes ein voller Erfolg und wird auch im nächsten Jahr wieder zu einem Highlight in der Branche werden.

Dipl.-Ing. Alwin Königsmann, StBG


Der "kleine" Messestand der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft auf dem Forum Kies und Sand 2003
Der "kleine" Messestand der Steinbruchs-
Berufsgenossenschaft auf dem Forum Kies und Sand 2003




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