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[Die Industrie der Steine + Erden]






Becherwerke gefahrlos instandhalten

Kontakt: Anneliese Zementwerke AG, Werksgruppe Geseke
D-59590 Geseke, Jürgen Planke (Tel.: 0 29 42 / 5 03 35)




Problem
In Zementwerken werden fast alle Produkte, angefangen vom gebrochenen Rohmaterial bis hin zum fertigen Zement, mit Hilfe von Becherwerken über große Höhenunterschiede gefördert.
Bei Kettenbecherwerken sind die Becherelemente mit Bolzen an den Förderketten befestigt. Diese werden mit Spannhülsen gegen Herausrutschen gesichert. Die Förderstränge müssen mindestens ein Mal jährlich auf Funktionsfähigkeit und sicheren Betrieb kontrolliert werden. Bei einem dann gegebenenfalls fälligen Austausch von Becherelementen war es bislang erforderlich, sowohl die alten als auch die neuen Spannhülsen mittels Hammerschlägen aus- bzw. einzutreiben. Arbeiten, die in sehr beengten Becherwerkschloten ausgeführt werden müssen.
Bedingt durch die ungünstigen Platzverhältnisse konnten die Hammerschläge nicht immer flächig auf die Spannhülsen gesetzt werden. Es kam wiederholt zum Absplittern von Metallteilen der Spannhülsen bzw. des Hammers. Die Splitter wurden herumgeschleudert und führten zu Verletzungen im Gesicht. Hinzu kam eine erhebliche Lärmbelastung für die mit der Reparatur befassten Mitarbeiter.



Praxislösung
In einem Zementwerk wurde eine Verfahrensweise entwickelt, mit der die Spannhülsen ohne die Gefahr des Absplitterns entfernt bzw. eingetrieben werden können. Dazu wurde für einen handelsüblichen Niethammer ein Werkzeug entwickelt, das die Spannhülse sicher aufnimmt. Der Arbeitsgang sieht nun folgendermaßen aus:
Die Spannhülse wird zum Einsetzen mit einer Wasserpumpenzange in der Bohrung fixiert und mit dem Niethammer in ihre Aufnahme gedrückt, bis die Spannhülse Halt hat. Danach wird die Zange entfernt und die Spannhülse auf das gewünschte Maß mit dem Niethammer eingetrieben.


Früher wurden die Spannhülsen mittels Hammerschlägen aus- beziehungsweise eingetrieben Die Arbeitsmethode mit Hilfe eines Niethammers ist einfacher, verursacht weniger Lärm und entlastet die Mitarbeiter
Früher wurden die Spannhülsen
mittels Hammerschlägen aus-
beziehungsweise eingetrieben
Die Arbeitsmethode mit Hilfe eines
Niethammers ist einfacher, verursacht
weniger Lärm und entlastet die Mitarbeiter



Erfahrung
Mit dieser Methode wird die Verletzungsgefahr für das Reparaturpersonal durch herumfliegende Metallsplitter von den Spannhülsen und Hämmern wirksam vermieden. Der Vorgang verursacht zudem erheblich weniger Lärm gegenüber den früher praktizierten Verfahren mit dem Hammer. Auch ergonomisch werden die Mitarbeiter entlastet, da bei einer bequemeren Körperhaltung für die Ausübung der Arbeiten weniger Kraft aufgewendet werden muss.
Damit leistet dieses neue Verfahren einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Gesunderhaltung der gerade im Bereich der Instandhaltung hoch belasteten Mitarbeiter. Darüber hinaus erfolgt der Austausch der Becherelemente deutlich schneller als vorher, was bei diesen immer wiederkehrenden Reparaturen von großer Bedeutung für die wirtschaftliche Durchführung von Instandsetzungsarbeiten ist.







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