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[Die Industrie der Steine + Erden]






Kies und Sand weiter Baustoff Nummer 1

"Die Produktionsrückgänge selbstbewusst aus eigenem Antrieb meistern - durch Konzentration auf vorhandene Stärken und die Vorteile des Produkts." Diese positive Zielsetzung formulierte Michael Schulz, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Kies- und Sandindustrie e.V., Duisburg, für seine Branche auf der diesjährigen Fachtagung "Forum Kies+Sand" in Aachen. Seit langem sei Kies und Sand in hochwertiger, natürlicher Qualität der mengenmäßig wichtigste Baustoff und damit die Nr.1 am Baustoffmarkt. Von der Natur mit eigener Energie zerkleinert und in abgerundeten Kornformen produziert, biete er ideale Voraussetzungen für den Einsatz in modernen hochleistungsfähigen Betonen. "Umweltschonender geht's nicht", so Schulz. Dank bester Aufbereitungstechnik könnten zudem höchste technologische Anforderungen zielsicher und wirtschaftlich erfüllt werden. "Angesichts dieser Faktoren ist mir um die Zukunft unserer Industrie mit ihren 3.500 Werken und rund 30.000 unmittelbar Beschäftigten nicht bange."
Nach Informationen des Präsidenten werden Kies und Sand jährlich in einer Größenordnung von 400 Millionen Tonnen und einem Wert von rund fünf Milliarden DM gewonnen sowie abgesetzt. Dies ist mehr als die Hälfte der jährlich etwa 750 Millionen Tonnen bundesweit hergestellten mineralischen Rohstoffe. Doch die Aussichten sind nicht rosig. Der Bau als Hauptabnehmer des Produkts muss eine seit Jahren kaum nachvollziehbare Talfahrt verkraften. Die Jahre 2000 und 2001 gelten als die schlechtesten der Nachkriegszeit. Von dieser anhaltend rückläufigen Entwicklung ist die Deutsche Kies- und Sandindustrie gleichfalls "spürbar" betroffen. Den Produktionsrückgang 2000 bezifferte Michael Schulz bundesweit auf sieben Prozent, in 2001 wird er sogar rund 13 Prozent betragen haben.
Schulz forderte seine Branche auf, nicht nur nach dem Staat zu rufen, sondern selbst aktiv zu werden. Zwar gebe es kein Geheimrezept und keine Erfolgsgarantie, nur einzelne erfolgversprechende Schritte. Es solle ein Handlungsrahmen erarbeitet werden, der "Kreativität und Energie freisetzt und als Mechanismus zur Mobilisierung wirtschaftlicher Kräfte beiträgt, der den Baubereich wieder zum Konjunkturmotor werden lässt".
Der Präsident sieht sich und seine Kollegen aber auch als Unternehmer und als Produzent gefordert. Marktanpassung laute hier das Stichwort. Kosteneinsparungen im Unternehmen seien bei der kleinständischen Branche kaum noch möglich. Es komme deshalb darauf an, sich dem Prozess der Marktveränderung nicht zu wiedersetzen, sondern die Nutzung der vom Kartellrecht eingeräumten Möglichkeiten sinnvoll zu gestalten. "Vor allem aber müssen wir uns auf unsere Stärke, auf unser Produkt besinnen - mit all seinen Eigenschaften und wirtschaftlichen wie technologischen Vorteilen."


Kies- und Sandabbau
Durch Kies- und Sandabbau sind keine negativen Auswirkungen
auf das Grundwasser zu befürchten. Kieslagerstätten
sind deshalb auch gute Wasserlagerstätten






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