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[Die Industrie der Steine + Erden]






Ideenwettbewerb mit fünfjähriger Tradition

Eine Erfolgsstory mit Beispielcharakter

In Potsdam ehrte die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft die Preisträger des Förderpreises 2001 Arbeit · Sicherheit · Gesundheit. In diesem Jahr wurden in vier Kategorien sechs Preise vergeben, die mit jeweils 7.500 Euro dotiert waren.


Der Nikolaisaal in Potsdam lieferte den Rahmen für die festliche Verleihung des diesjährigen Förderpreises  
Der Nikolaisaal in Potsdam lieferte
den Rahmen für die festliche Verleihung
des diesjährigen Förderpreises


Das Unfallrisiko in den Unternehmen der Steine und Erden-Industrie war noch nie so gering wie heute." Mit diesen Worten begrüßte Dipl.-Ing. Gerd Allers, Vorsitzender des Vorstands der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft, die rund 250 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft am 15. März 2002 im Nikolaisaal in Potsdam zur Verleihung des Förderpreises Arbeit · Sicherheit · Gesundheit 2001. "Fünf Mal", so Allers weiter, "haben wir diesen Ideenwettbewerb jetzt bereits ausgelobt. Fünf Mal haben die Menschen in den Betrieben ihr Arbeitsumfeld für die Teilnahme bewusst und kritisch wahrgenommen und intelligente Wege gefunden, ihr Leben und das ihrer Kollegen sicherer zu machen."


Gerd Allers, Vorsitzender des Vorstands der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft: "Die StBG will ihren Mitgliedern mit zeitgemäßen Instrumenten helfen, das gemeinsame Ziel - weniger Unfälle, weniger Berufskrankheiten, weniger Kosten - zu erreichen."
  Gerd Allers, Vorsitzender des Vorstands der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft: "Die StBG will ihren Mitgliedern
mit zeitgemäßen Instrumenten helfen, das gemeinsame Ziel - weniger Unfälle, weniger Berufskrankheiten,
weniger Kosten - zu erreichen."


Diese Initiativen zeichnen sich dadurch aus, dass sie von den Menschen in den Betrieben selbst kommen, die Verbesserungen von Praktikern entwickelt wurden. Der Förderpreis Arbeit · Sicherheit · Gesundheit sorge dafür, dass diese Ideen auch anderen Betrieben und Mitarbeitern zugute kommen. Allers: "Unser Förderpreis ist in diesem Zusammenhang nach wie vor etwas Besonderes. Er unterstreicht die Bedeutung jedes Einzelnen für die Arbeitssicherheit. Die Zeit, in der Unfallverhütung ausschließlich mit Gesetzen und Paragraphen gemacht wurde, ist vorbei: heute müssen wir die Menschen überzeugen und motivieren - dann werden wir Erfolg haben."

Alwin Ziel, Minister für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen im Land Brandenburg, bei seinem Grußwort  
Alwin Ziel, Minister für Arbeit, Soziales,
Gesundheit und Frauen im Land Brandenburg, bei
seinem Grußwort




Ideen aus der Praxis

Der Förderpreis habe sich als Multiplikator von Ideen erwiesen, die besonders von der Basis gefragt seien, wo die Anwendbarkeit bestens beurteilt werden könne. Die Teilnahme am StBG-Wettbewerb sei in diesem Sinne inzwischen Ehrensache für alle geworden, die sich für sichere und gesunde Arbeitsplätze engagieren wollen - und sie sei daneben jetzt auch noch lukrativer geworden, denn mit 50.000 € Preisgeld ist der Förderpreis Arbeit · Sicherheit · Gesundheit der am höchsten dotierte Preis für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in Deutschland und wohl auch europaweit.
Allers: "Wir hoffen im Rahmen der Initiative 'Neue Qualität der Arbeit' mit Hilfe des Bundesministeriums eine Wanderausstellung 'Innovationen aus fünf Jahren Förderpreis' gestalten zu können, die von Betrieb zu Betrieb gehen soll."

Das Saxophon-Quartett "Meier's Clan"
umrahmte die festliche Verleihung des Förderpreises
mit Swing von Glenn Miller bis Gershwin
  Das Saxophon-Quartett "Meier's Clan" umrahmte die festliche Verleihung des Förderpreises mit Swing von Glenn Miller bis Gershwin


Allein im Jahr 2001 haben sich erneut 387 Menschen beteiligt und insgesamt 156 Beiträge eingereicht - Praxislösungen, die zumeist aus kleinen und mittelgroßen Betrieben stammen. Gerade in diesen Betrieben werden die Probleme oft mit pfiffigen Lösungen angegangen.
Die Jury habe in diesem Jahr einen schweren Stand gehabt, die Sieger auszuwählen, da die Qualitiät der eingereichten Beiträge durchweg auf einem hohen fachlichen Niveau lag. Das führte dazu, dass in diesem Jahr sogar sechs Preise vergeben wurden: je einen in den Kategorien "Gesundheitsschutz" und "Organisation · Motivation" sowie zwei "Sicherheitstechnik"-Lösungen und zwei Herstellerpreise. Die Preise sind jeweils mit 7.500 € dotiert.


"Verantwortung statt Bevormundung" - so das Thema des Gastvortrages - sollte sich nach Ansicht des Publizisten
Alexander Niemetz durch alle Bereiche der Gesellschaft ziehen  
"Verantwortung statt Bevormundung" - so das Thema des Gastvortrages - sollte sich nach Ansicht des Publizisten Alexander Niemetz durch alle Bereiche der Gesellschaft ziehen




Die diesjährigen Preisträger

Der Förderpreis in der Kategorie "Sicherheitstechnik" ging zum einen an die Fritz Herrmann Betonsteinwerke GmbH & Co. KG, Eisenberg, für den Beitrag "Palettierte Betonplatten gefahrlos handhaben". Die Mitarbeiter entwickelten eine Haltevorrichtung, die verhindert, dass auf Paletten gestapelte Betonplatten umkippen.
Den zweiten "Sicherheitstechnik"-Preis erhielten Mitarbeiter der Massiv-Bau GmbH & Co. Fertigbau KG für ihre Idee zum "Sicheren Lagern von großen Betonfertigteilelementen". Sie konstruierten ein Schutzgehäuse, von dem aus Fertigteilplatten gefahrlos rangiert und gesichert werden können.

Entspannter "Talk"
am Rande des Festaktes
  Entspannter "Talk" am Rande des Festaktes


Der Förderpreis in der Kategorie "Gesundheitsschutz ging an Mitarbeiter der Anneliese Zement AG für ihre Lösung zur "Rückenschonenden Instandsetzung von Plattenbandförderern". Ihre neuartige Steckvorrichtung vermeidet umfangreiche Schleif- und Schweißarbeiten.
Die Kampagne "Sicherheit geht jeden an!", die im Werk Geseke der Dyckerhoff Zement GmbH gestartet wurde, erhielt eine Auszeichnung in der Kategorie "Organisation · Motivation". Spiegel mit der Aufschrift "Diese Person ist für Ihre Sicherheit verantwortlich" erinnern im Werk an die Eigenverantwortlichkeit aller Mitarbeiter und Vorgesetzten.
Die Herstellerpreise gingen für beispielhafte Neuentwicklungen an die Firma Enha GmbH für den "Rockman-C6-Arbeitsschutzhelm - Neue Ideen für ein bekanntes Thema" sowie an die Firma Weha Ludwig Werwein GmbH für "Sicherer und gesundheitsschonender Transport von Küchenarbeitsplatten aus Naturstein".

Vor der eigentlichen Preisverleihung informierte die StBG die anwesenden Vertreter von Fachpresse und lokalen Medien
über den Förderpreis 2001. (V.l.n.r.): Willi Lange, Hauptgeschäftsführer der StBG, Hans Enders,
alternierender Vorstandsvorsitzender der StBG, Dr. Cornelia Fischer, Ministerialdirektorin im Bundesministerium
für Arbeit und Sozialordnung, Alwin Ziel, Minister für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen im Land
Brandenburg, und Gerd Allers, Vorsitzender des Vorstandes der StBG  
Vor der eigentlichen Preisverleihung informierte die StBG die
anwesenden Vertreter von Fachpresse und lokalen Medien über den
Förderpreis 2001.

(V.l.n.r.): Willi Lange, Hauptgeschäftsführer der StBG,
Hans Enders, alternierender Vorstandsvorsitzender der StBG,
Dr. Cornelia Fischer, Ministerialdirektorin im Bundesministerium für
Arbeit und Sozialordnung, Alwin Ziel, Minister für Arbeit, Soziales, Gesundheit
und Frauen im Land Brandenburg, und Gerd Allers, Vorsitzender des Vorstandes der StBG


Die prämierten Ideen wurden den Gästen des Festaktes in einer Videopräsentation vorgestellt. Anschließend erhielten die Preisträger ihre Förderpreis-Urkunden.
Hans Enders, der alternierende Vorsitzende des Vorstands der StBG, äußerte danach die Überzeugung: "Die Präsentation hat wieder deutlich gemacht, dass die Mitarbeiter in den Unternehmen ohne Frage in der Lage sind, praktikable Lösungsvorschläge zu erarbeiten, um den Arbeits- und Gesundheitsschutz weiter auszubauen."
Die hohe Beteiligung am Förderpreis der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft zeige auf der einen Seite den Erfolg, den diese Initiative schon habe, doch belege sie andererseits auch, dass es in den Betrieben nach wie vor vieles zu verbessern gibt. Enders: "...und schließlich ist jeder Unfall ein Unfall zu viel!"
Oft seien es nur die Nachlässigkeiten und kleinen Unachtsamkeiten bei den alltäglichen Handgriffen, die in der Praxis schwerwiegende Folgen haben. Deshalb müssten Berufsgenossenschaften und Unternehmen ihre Anstrengungen verstärkt darauf richten, durch Information und Motivation Bewusstseins- und Verhaltensänderungen bei Unternehmern und Beschäftigten zu erzielen.
"Denn", so Enders weiter, "Sicherheitsvorschriften allein bringen in einem Unternehmen noch nicht die gewünschten Erfolge. Sie müssen auch gelebt werden." Jedem Einzelnen und jeder Führungskraft müsse klar sein, dass er für seine eigene Gesundheit und die seiner Kollegen beziehungsweise Mitarbeiter in hohem Maße mitverantwortlich ist.

Hans Enders, alternierender Vorsitzender des Vorstands der
Steinbruchs-Berufsgenossenschaft: "Vorschriften allein bringen noch
keine höhere Arbeitssicherheit. Sie müssen auch gelebt werden."
  Hans Enders, alternierender Vorsitzender des Vorstands der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft: "Vorschriften allein
bringen noch keine höhere Arbeitssicherheit. Sie müssen auch gelebt werden."




Es geht wieder los

Als weiteres positives Signal und Zeichen für die erfolgreiche Platzierung des Förderpreisgedankens sei zu werten, dass die Bergbau-Berufsgenossenschaft den Vorschlag der Steinbruchs-BG aufgegriffen habe, den Förderpreis in Zukunft gemeinsam auszuloben. Im Jahre 2002 biete sich damit wieder die Chance für "kluge Köpfe" und "starke Teams", 50.000 € zu gewinnen.
Enders: "Es lohnt sich also. Jeder Verbesserungsvorschlag, jeder Gedanke, der anfangs noch so unbedeutend aussieht, kann sich zu einer genialen Idee entwickeln. Es sind häufig die einfachen Ideen gewesen, die unsere Welt beeinflusst und verändert haben - denken Sie nur an das Sicherheits-Streichholz. Das war ein wahrhaft zündender Gedanke!"
"Also machen Sie mit bei der Förderpreisrunde!" forderte Enders die Mitarbeiter und Chefs der Mitgliedsbetriebe abschließend noch einmal auf. Am Ende stehe - mit ein bisschen Glück - eine preiswürdige Innovation, die "in einem festlichen Rahmen wie dem heutigen prämiert wird."
Der Einsendeschluss für den Förderpreis Arbeit · Sicherheit · Gesundheit steht auch schon fest: Bis zum 16. Dezember 2002 können die Verbesserungsvorschläge bei der StBG eingereicht werden. Mit neuen Plakaten werden die Betriebe im zweiten Quartal 2002 über die Einzelheiten informiert. Nichts - so Enders - hindere aber daran, schon jetzt Ideen und Praxislösungen zu entwickeln, aufzuschreiben und für die nächste Runde des Förderpreises einzureichen.

"Madame Rokoko" entführte die anwesenden Gäste in das Potsdam Friedrichs II.  
"Madame Rokoko" entführte die anwesenden
Gäste in das Potsdam Friedrichs II.




Alle Ideen auf einen Blick

Alle Beiträge des Förderpreises werden wieder im "Jahrbuch Arbeit · Sicherheit · Gesundheit" zusammengefasst. Der aktuelle Band - das Jahrbuch 2001 - enthält unter anderem ausführliche Darstellungen der Beiträge aus allen bisherigen Ausschreibungen, sämtliche Kontaktadressen der Teilnehmer sowie wichtige Informationen zum Unfallgeschehen in der Steine und Erden-Industrie und zur aktuellen Präventionsarbeit der StBG.

Alle prämierten Beiträge!
  Förderpreis-Logo



Weitere Informationen bei:

(05 11) 72 57 - 750 (Yvonne Adler)
Yvonne Adler
(05 11) 72 57 - 751
  (05 11) 72 57 - 627 (Holger Imhoff)
Holger Imhoff
(05 11) 72 57 - 627




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