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[Die Industrie der Steine + Erden]






Saurier der Neuzeit schuften in der Rhön

Es ist heiß und schwül, Saurierherden ziehen friedlich durch das fruchtbare vulkanische Land, das heute, 65 Millionen Jahre später, als die Rhön bekannt ist. Die Landschaft hat sich dramatisch verändert, Flüsse und Seen haben sich zurückgezogen und die ehemals aktiven Vulkane sind zu wichtigen Rohstoff-Lieferanten geworden – nur die Saurier, die sind geblieben, denn ein 9,4 m langer, 4,5 m hoher, 4,2 m breiter und 48 t schwerer Komatsu-Starr-Rahmenkipper kann im Zeitalter von Kleinwagen, Kompaktanlagen und Minihandys durchaus als „Saurier" gelten. Die Natursteinwerke Franz Carl Nüdling GmbH u. Co. KG mit Hauptsitz in Fulda, betreiben in der Rhön drei Hartsteingewinnungsbetriebe mit zusammen rund 1,3 Millionen t Jahresleistung. Für den Steinbruch am 726 m hohen Billstein in Sichtweite der Wasserkuppe suchte Rainer Kerber, Betriebsleiter des Geschäftsbereiches Natursteine, nach neuen Starr-Rahmenkippern. Je ein Komatsu HD 605-5 (60-t-Nutzlast) und ein HD405-6 (40-t-Nutzlast) wurden im November 2000 vom Komatsu-Händler Schlüter-Baumaschinen aus Erwitte an den Kunden übergeben. Die beiden Muldenkipper arbeiten als Schlüsselmaschinen in den beiden Steinbrüchen Billstein und Suhl-Haselstein. Beim Ortstermin im 1923 aufgeschlossenen Basaltsteinbruch Billstein fallen nicht nur die riesigen Abbauflächen und die hervorragende Ordnung und Organisation auf – auch die absolut auf das notwendigste beschränkte Lade- und Gewinnungskette erregt Aufmerksamkeit. Das gesprengte Haufwerk wird von einem 65-t-Klappschaufelbagger auf den HD605-5 geladen, dieser bringt es zum einen Kilometer entfernten Vorbrecher. Anschließend wird der hochabrasive Basalt zu Splitt und Edelsplitt, Zuschlagstoffen für die Betonwerke der FCN-Gruppe und zu Brechsand unterschiedlichster Fraktionen verarbeitet. Perfekte Muldenkippertechnik Der beladen bis zu 110 t schwere Komatsu HD605-5 ist speziell für den Steinbruch-Einsatz ausgelegt – seine 40-m3-Mulde (Verhältnis 2:1 gehäuft) besteht komplett aus Hardox-Stahl der Härte 500 Brinell. Rahmen, Achsen, Anlenkpunkte, Muldenform, Radstand, Schwerpunktlage und Antriebsstrang wurden auf härteste Beanspruchung ausgelegt – das ist notwendig, denn bei Betreiber FCN kommen jährlich rund 2800 Stunden „auf den Zähler". Hydropneumatische Federung, gleichmäßige Verteilung der 110 t Gesamtgewicht (beladen) auf Vorder- und Hinterachse und die schon erwähnte speziell geformte und aus bis zu 25 mm starken Hardox-Blechen bestehende, beheizte Mulde, die im Winkel von 48° abgekippt werden kann, sind Beleg für die Praxistauglichkeit dieser Maschine. FCN hat für beide Muldenkipper Fullservice-Wartungsverträge abgeschlossen, die pauschal sämtliche Wartungs- und Reparaturkosten abdecken. Auch die außerordentlich kurze Reaktionszeit wurde vertraglich zwischen den Partnern geregelt. „Wir müssen im Ernstfall innerhalb von zwei Stunden beim Kunden auf der Matte stehen", ergänzt Dietmar Stallmeister, technischer Einsatzleiter von Schlüter-Baumaschinen. Alle 500 Betriebsstunden führt Schlüter eine Öldiagnose durch, die Aufschluss über den Zustand von Motor, Getriebe und Hinterachse gibt. Neben der bereits erwähnten Wägeeinrichtung wurde der schwere 60-Tonner mit einer Motorbremse (Auspuffklappen-Bremse) bestückt, die beim Befahren der langen Gefällestrecken als verschleißfreie Dauerbremse fungiert. Bei den Fahrern trifft der neue Muldenkipper ebenfalls auf große Zustimmung. „Die Sitze sind jetzt wesentlich besser und Rückenschmerzen gehören der Vergangenheit an", meint Peter Abe, einer der Fahrer.

In viereinhalb Spielen ist die 40 m<SUP>3</SUP> fassende Hardox-Mulde des HD605-5 vom 70-t-Klappschaufelbagger beladen. (Foto:  Nüdling Betonelemente GmbH & Co. KG)
In viereinhalb Spielen ist die 40 m3 fassende Hardox-Mulde
des HD605-5 vom 70-t-Klappschaufelbagger beladen. (Foto: Nüdling Betonelemente GmbH & Co. KG)






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