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[Die Industrie der Steine + Erden]






Festliche Förderpreis-Verleihung: And the winners are ...

Förderpreis-Verleihung Die "Oscars für Arbeitsschutz" sind ermittelt: In München ehrte die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft die Preisträger des Förderpreises 2000 Arbeit • Sicherheit • Gesundheit. Auch in diesem Jahr wurden Preise in vier Kategorien vergeben, die jeweils mit 15.000 DM dotiert waren.

München, Anfang April 2001 – bei Bau- und Baustoffmaschinenherstellern sowie ihren Kunden stand dieses Datum seit Jahren als Pflichttermin im Kalender. Die Bauma 2001 war angesagt. Alle drei Jahre strömen die Besucher im Frühjahr auf das Münchner Messegelände und erwarten von der Ausstellung Aufschluss über neue Trends und herausragende Innovationen. Sicher zu Recht, denn es handelt sich um die weltgrößte Maschinenmesse der Branche und hier versammelt sich das geballte Know-how.
Doch wer in diesem Jahr sein ganzes Augenmerk nur den Exponaten auf dem ehemaligen Flughafengelände in Riem widmete, lief Gefahr ein weiteres Highlight zu verpassen: Im Zentrum der bayerischen Metropole, in der Münchner Residenz, präsentierte die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft die Preisträger ihres Innovationswettbewerbes "Förderpreis 2000 Arbeit • Sicherheit • Gesundheit". Die feierliche Preisverleihung am 6. April 2001 im Rahmen eines Festaktes im barocken Max-Joseph-Saal der Residenz rückte die prämierten Ideen gewollt in die Nähe der Neuheiten auf der Messe und betonte gleichzeitig den Stellenwert, den Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz bei Neuentwicklungen haben sollten. In seiner Eröffnungsrede vor den mehr als 200 geladenen Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik strich Hans Enders, der Vositzende des Vorstandes der StBG, dieses Anliegen noch einmal heraus: "Gerade zu Beginn des 21. Jahrhunderts gilt: Arbeit muss noch sicherer, gesünder und menschlicher gemacht werden." Mehr denn je sei dazu die Zusammenarbeit und der Informationsaustausch aller Beteiligten gefragt. Der Förderpreis der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft sei in seinem vierjährigen Bestehen für viele Unternehmen und deren Beschäftigte Motivation und Anreiz zugleich geworden, neue Lösungen zur Verbesserung der Arbeitswelt zu suchen und in der Praxis nutzbar zu machen.



Armin Fischer umrahmte den Festakt mit einem musikalischen Programm. Beethovens "Für Elise" mutierte bei ihm zu einer Hommage an Claudia Schiffer.
Armin Fischer umrahmte den Festakt mit einem
musikalischen Programm. Beethovens "Für Elise"
mutierte bei ihm zu einer Hommage an Claudia Schiffer.




Förderpreis mit 1000. Teilnehmer

Seit der ersten Würdigung im Jahr 1997 haben sich – so Enders – mehr als 1400 Menschen mit mehr als 650 Praxislösungen an dem Ideenwettbewerb für sichere und gesunde Arbeitsplätze in der Steine- und Erdenindustrie beteiligt. Der Förderpreis habe sich als Multiplikator von Ideen erwiesen, die besonders von der Basis gefragt seien, also von Beschäftigten aus den kleineren und mittleren Unternehmen, wo die Anwendbarkeit bestens beurteilt werden kann. Die Zahl der Teilnehmer steige von Jahr zu Jahr ständig an und sei der Beweis dafür, dass Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in den Unternehmen als Eigeninitiative betrieben wird. Um seine Worte zu unterstreichen, begrüßte Enders unter den Anwesenden die Mitarbeiter der Firma August Hector GmbH aus Dillingen an der Saar, die den insgesamt 1000. Wettbewerbsbeitrag eingereicht hatten.
Enders: "Die Jury hatte in diesem Jahr einen schweren Stand den Sieger auszuwählen, denn die Qualität der eingereichten Ideen befand sich durchgängig auf hohem fachlichem Niveau. Die Preisträger stehen hier deshalb stellvertretend für alle die Personen, die eine Lösung zur Verbesserung der Arbeitswelt in der Steine und Erden-Industrie entwickelt haben." Der Förderpreis symbolisiere auch das Selbstverständnis der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft, Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren mit allen geeigneten Mitteln zu verhüten.
Als Vertreter der bayerischen Staatsregierung unterstrich Hans-Günter Engel, Leiter der bayerischen Gewerbeaufsicht, in seinem Grußwort diese Bedeutung des Förderpreises ebenfalls. Das Arbeitsschutzsystem in der Bundesrepublik Deutschland habe bisher große Erfolge erzielt, aber nun sehe es so aus, als würde es an Grenzen stoßen. Produktionsbedingte Gesundheitsstörungen, Arbeitsunfälle und abnehmende Motivation im Arbeitsumfeld verursachten Mehrkosten, deshalb seien alle Beteiligten allein schon aus wirtschaftlichen Gründen aufgefordert, nach neuen Wegen zu suchen.
Engel: "Arbeitsschutz tut Not. Und er tut besonders Not, weil jeder, der Arbeitnehmer beschäftigt, die ethische Verpflichtung für deren Fürsorge trägt."
Prof. Dr. Kurt Landau, Präsident der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft und Leiter des Instituts für Arbeitssicherheit an der TU Darmstadt, forderte eine stärkere Berücksichtigung ergonomischer Kriterien bei der Arbeitsplatzgestaltung, um die Fehlzeiten in den Betrieben senken zu können. Bisher fehle jedoch eine "ex ante"-Ergonomierechnung, in der alle Kriterien von "Verhaltens"ergonomie (Präventionsmaßnahmen) sowie "Verhältnis"ergonomie (der technischen menschengerechten Ausstattung des Arbeitsplatzes) einfließen. Hier seien die Maschinen- und Gerätehersteller gefragt.
Ministerialdirigent Ulrich Becker überbrachte Glückwünsche und Anerkennung von Bundesarbeitsminister Walter Riester, dem Schirmherrn des Förderpreises. In seinem Festvortrag "Ansätze zur Optimierung von Arbeitssicherheit" kam Becker zu dem Schluss, auch umfangreiche gesetzliche Rahmenbedingungen reichten allein nicht aus, eine Verbesserung zu erzielen. Die Bekämpfung der Arbeits- und Gesundheitsgefahren bedürfe gemeinsame Anstrengungen aller Seiten: der staatlichen und berufsgenossenschaftlichen Aufsichtsstellen, der Krankenkassen und der Sozialpartner. In diesem Sinne würdigte Becker: die Initiative der StBG zur Auslobung eines Ideenwettbewerbs für mehr Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz.

Ministerialdirigent Ulrich Becker




Die diesjährigen Preisträger

Förderpreis Arbeit • Sicherheit • Gesundheit Der Förderpreis Arbeit • Sicherheit • Gesundheit der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft ist mit 60.000 DM auch nach vier Jahren noch der am höchsten dotierte Förderpreis für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in Deutschland. Wie bereits in den vergangenen Wettbewerben kristallisierten sich bei den eingereichten Beiträgen einige Themenschwerpunkte heraus. So wurden in der Kategorie Sicherheitstechnik mehrere Ideen zum Motto "Sicherer Umgang mit Förderbändern" sowie zu "Gefahrloses Arbeiten in Wärmetauschertürmen" entwickelt. In der Kategorie Organisation • Motivation wurden einige unternehmensspezifische Präventionskampagnen vorgestellt. Als besonders erfreulich wertete es die Jury, dass eine Reihe dieser Aktivitäten aus kleineren Betrieben kamen.
Ausgewählt wurden in den jeweils mit 15.000 DM dotierten Kategorien schließlich
  • im Bereich Sicherheitstechnik: die Firma Allgäuer Kies- und Schotterwerke Geiger und Fink GmbH & Co. KG für ihre Arbeit "Sicheres Auswechseln von Schlagleisten an Prallbrechern",
  • im Bereich Gesundheitsschutz: die Firma F.C. Nüdling Betonelemente GmbH & Co. KG für "Rückenschonendes Handling von Betonsteinen auf einem Bürstenschwingtisch",
  • im Bereich Organisation • Motivation: die Firma Peene Kies GmbH für "Thema S – Konzept zur Erhöhung der Arbeitssicherheit in kleinen Unternehmen".
  • Den Herstellerpreis bekam Stefan Steinbach für die Entwicklung einer neuartigen "Kettenkreissäge für die Holzbearbeitung im Baustelleneinsatz".

Die prämierten Ideen wurden den Gästen mit einer Videopräsentation vorgestellt.
Zum Abschluss der Festveranstaltung richtete Gerd Allers, alternierender Vorsitzender des Vorstandes der StBG, sein Wort an Preisträger und Gäste. Er betonte, die Präsentation der prämierten Innovationen habe deutlich gemacht, dass die Mitarbeiter im Unternehmen ohne Frage in der Lage seien, praktikable Lösungsvorschläge zu erarbeiten, um den Arbeits- und Gesundheitsschutz weiter auszubauen. Aber der Bedarf an Verbesserungsvorschlägen in Sachen Sicherheit in den Betrieben sei auch nach wie vor sehr groß. Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle gehe nur langsam zurück. Deshalb müssten die Berufsgenossenschaften und Unternehmen ihre Anstrengungen verstärkt darauf richten, durch Information und Motivation Bewusstseins- und Verhaltensänderungen bei den Beschäftigten zu erzielen.



Förderpreis 2001 eingeläutet

Allers: "Motivation ist das Stichwort. Die Ideen, die für den Förderpreis eingereicht werden, sind von Praktikern in den Betrieben für Praktiker entwickelt worden. Das ist ein unschätzbarer Vorteil. Wir wollen mit diesem Wettbewerb aber vor allem auch einen Prozess in den Betrieben und in den Köpfen der Menschen in Gang setzen und damit dem Thema Arbeitssicherheit zu dem hohen Stellenwert verhelfen, der ihm zusteht."
"Machen Sie mit bei der Förderpreisrunde 2001!" forderte Allers die Mitarbeiter und Chefs der Mitgliedsbetriebe auf. "Jeder zu Beginn vielleicht noch so vage Verbesserungsvorschlag sollte durchdacht werden. Am Ende steht – mit ein bisschen Glück – eine preiswürdige Innovation, die in einem festlichen Rahmen wie dem heutigen prämiert wird."
Der Einsendeschluss steht auch schon fest: Bis zum 15. Dezember 2001 kann jeder, der etwas zur Verbesserung der Arbeitswelt beitragen möchte, seine Idee, an die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft schicken. Mit der erneuten Chance, pro Kategorie 15.000 DM zu gewinnen.

Klaus-Peter Pfingsten, StBG
Tel. 05 11 / 72 57 – 628




Im Foyer des Max-Joseph-Saales bot sich im Anschluss an die Preisverleihung Gelegenheit zum Austausch von Erfahrungen und Informationen.
Im Foyer des Max-Joseph-Saales bot sich
im Anschluss an die Preisverleihung Gelegenheit
zum Austausch von Erfahrungen und Informationen.


Die Gewinner und ihre Beiträge

Der Förderpreis Arbeit · Sicherheit · Gesundheit mit Anmeldemöglichkeit!




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