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Reduzierung des Energieverbrauchs von Baumaschinen wichtiges Thema für die Zukunft

Die Einsparung von Energie beim Betrieb von Erdbaumaschinen ist als Thema nicht neu. Seit den ersten Ölkrisen in den Sechziger- und Siebziger Jahren köcheln die guten Vorsätze vor sich hin, die fulminanten Preissteigerungen in jüngster Vergangenheit haben jedoch die Problematik teuren Sprits wieder in den Mittelpunkt gewichtet.

Der Sprit in Form von Dieselkraftstoff, wie er in Baumaschinen überwiegend Verwendung findet, wird nicht billiger und die Betriebskosten von Baumaschinen unterliegen damit einer noch größeren Sensibilität. Eine Entwicklung, die weltweit Gültigkeit hat und deren Ergebnis in einem weiter verbesserten Umweltschutz durch weniger Eintrag von Schadstoffen in der Luft zum Ausdruck kommt.
Verbesserungen an den Motoren durch verfeinerte Einspritz- und Verbrennungstechniken, niedrigere Drehzahlen bei gleichen maximalen Drehmomenten und effektivere Kühlsysteme waren die Maßnahmen, um den Verbrauch zu senken und die Schadstoffe zu minimieren. Die meisten Hersteller sprangen auf diesen Zug auf; d. h. unter anderem mit elektronisch-hydraulischer Regelung und Steuerung der Kraftstoffzufuhr und damit einen zu jeder Zeit optimalen Verbrennungsvorgang auf der einen, und auf der anderen Seite den optimalen Wirkungsgrad und die ideale Zusammensetzung des Abgases zu gewährleisten.
Allerdings steht heute nicht nur die Motortechnik auf dem Prüfstand, die Baumaschine wird inzwischen als Einheit gesehen. Künftig dürfte also die Betrachtung des Einzelnen dem Energieverbrauch einer Baumaschine im Vordergrund stehen, um schon bei der Entwicklung und Konstruktion Einfluss auf die Einsparung von Energie nehmen zu können: Motor, Fahrantrieb, Arbeitshydraulik, Lenkung, Kühl- und Bremssysteme sind als Ganzes zu betrachten, um die Energiebilanz einer Baumaschine erstellen zu können. Neue, emissionsoptimierte Motoren laufen mit niedrigeren Drehzahlen, was einerseits der Lebensdauer, andererseits einer geringeren Abgas- und Geräuschemission zugute kommt. Ausgelegt für schwere Einsätze sind Baumaschinenmotoren für eine extrem hohe Lebensdauer konzipiert, hubraumstark und mit hoch belastbaren Einzelzylinderköpfen ausgestattet.
Wasser- und Ölkanäle sind in die Kurbelgehäuse integriert, um Probleme mit undichten Schläuchen gar nicht erst aufkommen zu lassen. Statt Keilriemen treiben wartungs- und spielfreie Zahnradgetriebe die einzelnen Aggregate an.
Auch Fahr- und Arbeitshydraulik spielen eine wichtige Rolle. Hydrostatische Fahrantriebe zehren dabei ebenfalls von niedrigen Drehzahlen und halten damit den Verbrauch entsprechend in Grenzen. Ihren Beitrag dazu leistet auch die Load-Sensing-Regelung der Arbeits- und Lenkhydraulik, die sowohl in der Neutralstellung als auch im Feinsteuerbereich mit weniger Leistungsverlusten agiert und daher weniger Kraftstoff verbraucht und bei deren bedarfsgerechter Förderung unnötige Ölerhitzung und Wärmeverluste vermeidet. Als Spritsparer betätigen sich auch die Lüftungssysteme; hydraulisch angetriebene und stufenlos geregelte Lüfter zweigen nur soviel Leistung ab, wie die thermischen Verhältnisse es erfordern. Ganz im Gegensatz zum mechanisch angetriebenen und ungeregelten, der bis zu 9 kW an Leistung zusätzlich einfordert.
Kraftstoffeinsparung ist also das Ergebnis vom Zusammenspiel mehrerer Komponenten. Vom Motor über Getriebe bis zur Kinematik. Gleiches gilt für die Verteilung der Komponenten auf der Maschine. Mit der Anordnung von natürlichem Ballast (Dieselmotor, Pumpenverteilergetriebe, Fahr- und Lenkpumpen, Hydrauliktank) im Bereich der Hinterachse wird künstlich aufgelegter Ballast und damit Gesamtgewicht gespart.


Foto: O&K AG





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