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[Die Industrie der Steine + Erden]






Ständig "am Puls der Verletzten"

Berufshelfer der StBG diskutieren auf ihrer Jahrestagung aktuelle Fragen ihrer Betreuungsarbeit


Der Erfahrungsaustausch sowie die Erörterung neuer oder geänderter Vorschriften stehen im Mittelpunkt. (Im Bild: Günter Deringer) Die jährliche Besprechung der Berufshelfer der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft ist sicherlich kein Kaffeekränzchen. Doch schon bei der Ankunft der Teilnehmer am diesjährigen Tagungsort, dem Pflege- und Reha-Zentrum Lindenhof in Eschwege, wird die angenehme Atmosphäre untereinander deutlich. Die Kollegen kennen sich gut und freuen sich darauf, 'mal wieder Erfahrungen und Meinungen austauschen zu können. Denn „zu Hause“ sind sie Einzelkämpfer – jede Sektion der StBG hat eigentlich nur einen Berufshelfer; Ausnahmen bilden zur Zeit die Sektionen I, IV und VI, in denen Mitarbeiter der Leistungsabteilungen neu als Berufshelfer eingearbeitet werden.
Die Tagesordnung, die Wolfgang Böhnert, Sektion IV, als koordinierender Berufshelfer vorbereitet hat, ist heute randvoll; 18 Punkte sind abzuarbeiten. Da geht es um Verwaltungsverfahren, um Supervision für Berufshelfer oder einfach um die Gestaltung des „U 3201“, eines Vordrucks zur Klärung der körperlichen Belastungen am Arbeitsplatz.
Ein Dauerthema ist die Optimierung des Besuchsdienstes in den Krankenhäusern: Um eine frühzeitige Kontaktaufnahme zwischen dem Verletzten und seiner Berufsgenossenschaft zu ermöglichen, haben die Landesverbände der gewerblichen Berufsgenossenschaften ein „Sammelbesuchsverfahren“ eingeführt. Danach hat jede BG in turnusmäßigen Abständen eine bestimmte Anzahl von Krankenhäusern zu besuchen. Der betreuende Berufshelfer sucht in diesen Krankenhäusern alle Unfallverletzten am Krankenbett auf und spricht mit dem behandelnden Arzt. Anschließend erstattet er der zuständigen Berufsgenossenschaft einen Bericht über den weiteren Verlauf des Heilverfahrens, der sozialen Rehabilitation und die mögliche berufliche Wiedereingliederung des Versicherten.
Im Rahmen der Qualitätssicherung in den gesetzlichen Unfallversicherungen ist es im Gespräch, den Besuchsturnus auf etwa drei Wochen zu verkürzen. Doch die Berufshelfer der StBG sind skeptisch. Böhnert: „Unsere Berufshelfer haben im Gebiet ihrer Sektionen zur Zeit jeweils vier bis sechs Krankenhäuser zu betreuen. Das führt schon jetzt zu einer erheblichen zeitlichen, aber auch psychischen Belastung." Das ist leicht nachvollziehbar, denn es ist sicherlich nicht jedermanns Sache, am Bett eines Querschnittsgelähmten oder frisch Amputierten zu stehen und diesem die Betreuungsleistungen der Berufsgenossenschaften anzubieten.
Weiterer Schwerpunkt der Arbeit – und damit auch Thema beim Jahrestreffen – ist die berufliche Wiedereingliederung der Unfallverletzten nach ihrer Rehabilitation. Dies kann, so wird schnell deutlich, ein sehr langwieriges und komplexes Verfahren bedeuten. Eine enge Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt ist hier wichtig. In einigen Sektionen wurden auch schon Erfahrungen mit Arbeitsvermittlungsprojekten der Landesverbände der gewerblichen Berufsgenossenschaften (LVBG) gesammelt. Ebenfalls eine Information, die für die Kollegen sehr nützlich ist.
Das Pensum ist groß genug und doch geht es auch in den Pausen sowie am gemeinsam verbrachten Abend um die Arbeit. Vor allem um fallspezifische Probleme, denn nur einmal im Jahr hat man die günstige Gelegenheit, die Meinung und den Rat aller Kollegen einholen und nutzen zu können.

Klaus-Peter Pfingsten, StBG
Tel. 05 11 / 72 57 – 784



Sie sehen sich einmal im Jahr auf der Tagung der Berufshelfer der StBG: (v.l.n.r.) Ingo Dambeck,  Ralf Seibt, beide Sek. VI, Rudolf  Nagl, Sek. I, Wolfgang Böhnert, Carsten Knauer, beide Sek. IV, Wolfgang Limbeck, Sek. III, Friedel Groß, Bergbau-BG, Günter Deringer, Sek. II und Walter Buresch, Sek. I.
Sie sehen sich einmal im Jahr auf der Tagung der Berufshelfer der StBG: (v.l.n.r.)
Ingo Dambeck, Ralf Seibt, beide Sek. VI, Rudolf Nagl, Sek. I, Wolfgang Böhnert,
Carsten Knauer, beide Sek. IV, Wolfgang Limbeck, Sek. III, Friedel Groß, Bergbau-BG,
Günter Deringer, Sek. II und Walter Buresch, Sek. I.






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