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Staubbindung bei Bauwerksprengungen - Sprengschlauchverfahren 2RS-System

Mit der Sprengung von Bauwerken ist ein gravierendes Problem untrennbar verbunden: die Bildung und Verteilung von Fein- und Feinststäuben, die nicht nur die Umwelt belasten, Verkehrsstörungen verursachen und Häuser "einpudern", sondern das permanente Risiko von hohen Folgeschäden in sich tragen. Diese Risiken, zum Beispiel bei Computer- und Klimaanlagen, fein- und mikroelektronischen Geräten, sind trotz ausreichender versicherungstechnischer Abdeckung unkalkulierbar.
Die bisher bekannten technischen Lösungen waren ausnahmslos nicht befriedigend: Wasserbehälter (big bags) ermöglichen nur eine lückenhafte Wasserverteilung, eine "Benässung" durch die Feuerwehr erreicht nur die Oberfläche des Bauwerkes. Die innere Gebäudestruktur, die in der Regel die große Masse der Stäube bewirkt, wird nicht erreicht.
Seit dem Jahre 2000 gibt es in der Staubbindung jetzt das 2RS-System, ein Sprengschlauchverfahren, das geschlossene "Wasservorhänge" bildet, oftmals in gestaffelten Intervallen, und auf diese Weise die Fein- und Feinststäube wirkungsvoll bindet. Das Prinzip ist überzeugend einfach: Mit Wasser befüllte und mit Sprengschnüren bestückte Kunststoffschläuche auf Textilgewebebasis werden in unmittelbarer Verbindung mit der Sprengung zur Explosion gebracht. Die Wirksamkeit wird erreicht durch die Relation zwischen Wassermenge und Sprengschnurstärke einerseits und Schlauchverlegung und Zündung in mehreren Stufen andererseits.
Das 2RS-System wurde den Mitgliedern des Deutschen Sprengverbandes erstmalig anlässlich des Jahreskongresses in Siegen vorgestellt werden.
Die Firma Wagner stellt interessierten Sprengunternehmen ein 2RS-Einsatzteam zur Verfügung. Vor der Präsentation eines konkreten Einsatz- und Verlegungsplanes erfolgt eine Ortsbesichtigung, gemeinsam mit dem Unternehmer. Diese Pläne werden gemein– schaftlich verabschiedet unter Beachtung aller sicherheitsrelevanten Faktoren. Die Verlegung der 2RS-Schläuche erfolgt durch das Einsatzteam, und zwar einige Stunden vor der Sprengung. Der Leiter dieses Einsatzteams hat die erforderlichen Berechtigungen.
Die Anlieferung der Schläuche inklusive Zubehör an der Baustelle erfolgt durch die Firma Wagner, die auch die Sprengmittel liefert.
Um allen Marktteilnehmern – Sprengunternehmen, Gewerbaufsichtsämtern, Umweltschutzbehörden etc. – die Wirkungsweise und den Nutzen des 2RS-System deutlich zu machen, hat Wagner eine erste Informationskampagne gestartet, die auch bereits konkrete Produktpräsentationen vorsieht (zum Beispiel eine Getreidesilosprengung in Hamburg, eine Wohngebäudesprengung in Leeds/England). Jedes Sprengunternehmen hat die Möglichkeit, beim erstmaligen Einsatz des 2RS-Systems eine Kostenbeteiligung durch Wagner zu erwirken.
Der Bruttopreis liegt zwischen 19,50 und 23,00 € pro lfm je nach Schlauchdurchmesser.
Nach einer erfolgreichen Präsentation in Deutschland will Wagner noch im Jahre 2001 beginnen, das Sprengschlauchverfahren auch in anderen Ländern Europas vorzustellen. Die Kontakte zu den nationalen Sprengverbänden und zum Europäischen Sprengverband werden intensiviert bzw. aufgebaut.


Genauere Informationen erteilt der Hersteller:
Wagner 2RS Vertriebs GmbH,
D-30853 Langenhagen
Tel. (05 11) 72 53 58 95 11,
Fax (05 11) 72 53 58 95 10,
Ansprechpartner: Lüder Lueßen



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