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[Die Industrie der Steine + Erden]






Schon über 10.000 Teilnehmer

Seminare für Meister aus der Kalkindustrie sind seit 1993 ein Dauerbrenner

Wenn sich Unfallzahlen mit technischen Mitteln nicht mehr beeinflussen lassen, sind andere Maßnahmen gefragt, um die Quoten zu drücken. Diese Erkenntnis lässt sich bei allen hochtechnisierten Branchen nachvollziehen.

Im Betreuungsbereich der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft (StBG) wurden daher Anfang der 90er Jahre erstmalig Seminare zur Motivation von Meistern und Vorarbeitern aus der Zementindustrie erfolgreich durchgeführt. "Arbeitssicherheit richtig vermitteln" hieß das Seminar, mit dem den Meistern nahegebracht werden sollte, wie sie in ihren Verantwortungsbereichen für mehr Sicherheit bei der Arbeit sorgen können.

Kern der Ausbildung war und ist das "gut geführte Unterweisungsgespräch". Neben den allseits positiven Rückmeldungen zu diesen Seminaren wurde allerdings auch deutlich, dass zur Motivation zum Arbeitsschutz unbedingt die Sachinformation gehört.

Seit 1993 finden regelmäßig Seminare in Kooperation mit dem Bundesverband der deutschen Kalkindustrie statt. Inzwischen sind bereits drei Seminarserien abgeschlossen. Seit der letzten Serie beteiligt sich auch der Bundesverband der Natursteinindustrie an den Seminaren. In jeder Serie nehmen circa 250 Meister an bis zu 15 Seminaren teil. Mit Beginn der Seminarsaison 1999/2000 wurde die vierte Serie mit z. T. neuen Themen aufgelegt. Im Gegensatz zu den vorangegangenen Serien reisen die Teilnehmer nun schon am Vortag an, wodurch sich die Möglichkeit bietet, das Seminar früh und ausgeruht zu beginnen.

In jeder Serie steht das Thema "Verantwortung" im Vordergrund. Ausgangspunkt zum Thema ist das Video "Verantwortung im Ernstfall", an das sich häufig ausgiebige Diskussionen anschließen, die die Referenten durch Informationen ergänzen.

Die im Rahmen des Arbeitsschutzgesetzes obligatorische Gefährdungsbeurteilung kommt in vielen Unternehmen auf die Meister zu. Daher liegt im zweiten Seminarteil der Schwerpunkt auf der Durchführung und Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung; die Teilnehmer erarbeiten dieses Thema ausführlich auch im Rahmen von Kleingruppenarbeit. Die Vorstellung eines Arbeits- und Gesundheitsschutzdokuments aus einem Großbetrieb bildet den Abschluß dieses Seminarteils.

Am zweiten Tag steht mit dem Thema "Sicher gehen und stehen" der branchenübergreifende Unfallschwerpunkt überhaupt im Mittelpunkt.

Außerdem stellen die Referenten das neueste Produkt der StBG vor, die Praxishilfe "SmS - Sicher mit System". Die Meister bekommen nach der theoretischen Vorstellung die Aufgabe, in Partnerarbeit mit verschiedenen Abschnitten des SmS-Ordners zu arbeiten.

Durch das Thema "Handschutz - Hautschutz" soll die Sensibilität für diese Thematik geschärft werden, denn insbesondere durch die Anwendung von präventiven Hautschutzprogrammen lassen sich viele Hautprobleme langfristig in den Griff bekommen.

Abschließend lernen die Teilnehmer das Erstellen von Betriebsanweisungen zur Verwendung in Unterweisungen. So wird e-xemplarisch deutlich, wie sie mit den Erkenntnissen der Gefährdungsbeurteilung sinnvoll weiterarbeiten und diese für die eigene Arbeit nutzbringend anwenden können.

Dipl.-Ing. Ansgar Heiland, StBG, Tel. 05 11/7257-780, Fax -796
Weitere Informationen erhalten Sie auch bei Frau Witkowski, Tel. 05 11/72 57-7 53.





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