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[Die Industrie der Steine + Erden]






Untergurtrollen gut geschützt

Kontakt: Rheinische Provinzial-Basalt- und Lavawerke GmbH
Kölner Str. 22, 53489 Sinzig/Rhein, A. Jöhring, Tel. 0 26 42/40 11 30




Problem

Förderbänder sind in der Steine und Erden-Industrie weit verbreitete Arbeitsgeräte. Leider ist die Zahl der Unfälle beim Betrieb dieser Förderbänder immer noch zu hoch. Grund dafür ist häufig das mangelnde Bewusstsein der Beschäftigten im Umgang mit diesen vermeintlich unspektakulären Arbeitsgeräten; eine weitere Ursache können nicht vorhandene bzw. unzureichend ausgeführte Schutzeinrichtungen sein. An Förderbändern sind insbesondere die Bereiche durch Schutzeinrichtungen zu sichern, bei denen die Gefahr besteht, dass Körperteile eingezogen werden können. Untergurtrollen sind dann zu sichern, wenn die Förderbandkonstruktion Verkehrswege in einer Höhe von bis zu 2,5 m überquert. Insbesondere die aus Lochblech oder Drahtgitter hergestellten starren Schutzeinrichtungen weisen im betrieblichen Alltag eine Reihe Nachteile auf. Für das Entfernen von Anbackungen an den Rollensätzen muss die Schutzeinrichtung komplett demontiert werden. Eine Montage wird dann häufig nach Abschluss der Instandhaltungsarbeiten vergessen. Bei Reinigungsarbeiten unterhalb des Gummigurtförderers, z. B. mittels Bobcat bzw. Schaufellader, werden die Schutzeinrichtungen oft beschädigt, wodurch die Sicherheitsfunktion aufgehoben wird. Nicht zu vernachlässigen ist auch die Gefahr von Kopfverletzungen, die sich durch Anstoßen an die starre Konstruktion - auch wenn ein Schutzhelm getragen wird - ergeben.



Praxislösung

Um diese Nachteile auszugleichen, war eine flexible, leicht herstellbare und dennoch äußerst wirkungsvolle Schutzeinrichtung für Untergurtrollen gefragt. Und hierzu hatte ein Team in der Rheinischen Provinzial-Basalt- und Lavawerk GmbH eine Idee: Warum nicht eine Schutzeinrichtung unter Verwendung gebrauchter Gummigurte bauen? Schnell wurden Entwurfskizzen erstellt, ein Prototyp in der Werkstatt gebaut und im betrieblichen Alltag getestet. Die Schutzeinrichtung besteht im Wesentlichen aus einem rechteckigen Rahmen mit entsprechenden Befestigungselementen zur Montage am Bandgerüst. In diesen Rahmen wird eine Gummimatte aus einem gebrauchten Förderbandgurt halbkreisförmig eingesetzt und verschraubt. Die Gummimatte ist mit einer Reihe von 25 mm breiten Schlitzen versehen, so dass einerseits ein Sichtkontakt zu den Untergurtrollen möglich ist und andererseits der zwangsläufig entstehende Materialabrieb durchfallen kann. Zur Sicherung der seitlichen Zugriffsbereiche werden entsprechende Lochbleche angebracht. Die Vorteile für diese Schutzeinrichtung liegen auf der Hand: Die Tragrollen können jetzt ohne Demontage der Schutzeinrichtung gereinigt werden. Dazu wird z. B. mit einem Hammer gegen die elastische Schutzeinrichtung geschlagen, wodurch sich der Gummigurt verformt und das Material durch die Aussparungen ablaufen kann.



Erfahrung

Da sich diese Schutzeinrichtung im betrieblichen Alltag als äußerst wirkungsvoll erwiesen hat und sich im Betrieb mit relativ geringem Aufwand herstellen

lässt, wurden in diesem Unternehmen alle in Frage kommenden Untergurtrollen auf diese Weise gesichert. Beschädigte bzw. nicht montierte Schutzeinrichtungen gehören in diesem Unternehmen der Vergangenheit an. Auch wurden in diesem Bereich keine Kopfverletzungen bei den Mitarbeitern registriert. Durch die hier eingesetzten Materialien und die vergleichsweise einfache Konstruktion kann der Verbesserungsvorschlag auch in anderen Unternehmen der Steine und Erden-Industrie leicht in die Praxis umgesetzt werden.







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