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[Die Industrie der Steine + Erden]






Silos sicher betreiben

Kontakt: Hartsteinwerke Schicker GmbH und Co. KG
Rimlasgrund 36, 95460 Bad Berneck, M. Weidemann und
D. Bremer, Tel. 0 92 73/99 76




Problem

"Alle Jahre wieder", so könnte man das Problem beschreiben, mit dem sich viele Betreiber von Silos, in denen Schüttgüter der Steine und Erden-Industrie gelagert werden, vom Spätherbst bis Frühjahr konfrontiert sehen. Insbesondere bei Temperaturen um ein bis drei Grad Celsius - also während der typischen Frost-Tauperiode - kommt es bei der Siloentleerung von feuchtem oder nassem Material häufig zu Materialanbackungen bis hin zu einer Brückenbildung insbesondere im Bereich des Silokonusses. Die Folge ist: Ein kontinuierlicher Materialabzug ist nicht mehr möglich, und die Kundenabfertigung gerät ins Stocken. Hektische Aktivitäten werden nun eingeleitet, um den Materialfluss mit allen nur denkbaren Mitteln aufrecht zu erhalten. Dabei kommen Radlader, Stocherstangen und Lanzen zum Einsatz. Der Silokonus wird mit Vorschlaghämmern, schweren Eisenstangen und diversen Heizgeräten bearbeitet. Führt dies alles nicht zum Erfolg, muss in die Silos eingestiegen bzw. eingefahren werden, um die Materialverstopfung von dort wirkungsvoll zu beseitigen. Jeder, der sich mit diesen Problemen schon einmal konfrontiert sah, weiß, wie mühsam und außerordentlich unfallträchtig diese Arbeiten sind.



Praxislösung

In einem Unternehmen der Natursteinindustrie wollte man sich nicht länger mit dieser Situation zufrieden geben. Zwei Betriebsleiter setzten sich mit einem Ingenieurbüro an einen Tisch, analysierten die Probleme, diskutierten unterschiedliche Umsetzungsmöglichkeiten und entwickelten schließlich eine praxistaugliche Lösung. Der Grundgedanke dieser Idee beruht auf einem beweglichen Silokonus, der durch Unwuchtantriebe in Schwingungen versetzt werden kann. Das sieht in der Praxis dann wie folgt aus: An den vorhandenen Konus wird ein Ring mit Lastaufnahmepunkten angeschweißt. Anschließend wird die alte Silospitze entfernt. Danach wird eine neue Silospitze mit Torsierring und einem etwas größeren Auslaufquerschnitt gefertigt. Dieser Konus wird über eine bewegliche Aufhängung dem feststehenden Silokonus untergehängt. Ein Unwuchtantrieb versetzt die Silospitze mit einem Hub von 0,5 bis 1,2 mm bei einer Frequenz von 960 Hz in Schwingungen. Um das Material sicher ins Gleiten zu bringen, läuft beim Öffnen des Auslassschiebers der Unwuchtantrieb ca. eine Minute und schaltet dann automatisch ab. Reicht diese Zeit nicht aus, so kann sie von der Steuerzentrale aus verlängert werden.

Silotrichter
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Detail


Erfahrung

Nach einer erfolgreich verlaufenen Erprobungsphase wurden im Unternehmen weitere Silos mit dieser Einrichtung nachgerüstet. Dabei belaufen sich die Umrüstungskosten pro Silo auf ca. 25.000 DM. Aus der Sicht des Unternehmens haben sich diese Aufwendungen jedoch gelohnt. So kann jetzt auch unter ungünstigen Witterungsbedingungen der Verladebetrieb aus den Silos störungsfrei durchgeführt werden. Schließlich brauchen die sehr zeitaufwendigen und äußerst unfallträchtigen Arbeiten, die zur Beseitigung der Materialverstopfung in der Vergangenheit notwendig waren, nicht mehr durchgeführt werden. Damit leistet diese im wahrsten Sinne des Wortes "aufrüttelnde" Idee einen wichtigen Beitrag, einen unwirtschaftlichen und gefährlichen Arbeitsbereich in der Steine und Erden-Industrie wirtschaftlicher und sicherer zu gestalten.







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