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Visionen für die Zukunft der Arbeit

Die Berufsgenossenschaften präsentieren sich auf der EXPO 2000

An der Schwelle zum 21. Jahrhundert stellt sich drängend eine Frage: Wie werden künftig Mensch, Natur und Technik in Einklang gebracht? Globale Konzepte sind hier gefragt, Ideen, Visionen, bei denen der Mensch im Mittelpunkt steht. Solche Perspektiven bietet die Ausstellung "Zukunft der Arbeit" im Themenpark der EXPO 2000 in Hannover, die am 1. Juni 2000 ihre Pforten öffnet. Im inhaltlichen Konzept sind sechs Themenschwerpunkte vorgesehen, die von "Arbeit und Leben" über "Arbeit und Gesundheit" bis hin zu "Arbeitsbeziehungen der Zukunft" reichen. Zu jedem Schwerpunkt wird es mehrere Projekte geben. Projektträger sind unter anderem Unternehmen, die Sozialversicherungsträger und Gewerkschaften. Die Berufsgenossenschaften beteiligen sich an dieser Ausstellung mit einem eigenen Beitrag. Der Hauptverband der Berufsgenossenschaften (HVBG) ist vom Aufsichtsrat der EXPO 2000 mit der Projektleitung der Gesamtausstellung beauftragt.



Trends für die Zukunft

Globalisierung, global-lokale Interaktion und Wertewandel werden die Arbeit im nächsten Jahrhundert maßgeblich bestimmen. Sie sind daher die inhaltliche Richtschnur für die Ausstellung "Zukunft der Arbeit". Bei der Realisierung des Projekts arbeiten die Berufsgenossenschaften mit dem französischen Architekten Jean Nouvel und dem belgischen Choreographen Frédéric Flamand zusammen. Nouvel ist durch spektakuläre Bauten bekannt geworden, u. a. das Berliner Kaufhaus "Galeries Lafayette". Er hat für den Expo-Auftritt der Berufsgenossenschaften das Konzept eines großen Welttheaters entwickelt und ist für das Inszenierungskonzept verantwortlich. Frédéric Flamand leitet das belgische Ensemble "Charleroi/Danses". In seinen Choreographien verschmelzen bildende Kunst, Videodarbietungen, Musik, Tanz und Technologie zu einer Einheit. Für die "Tänze der Arbeit" hat Flamand Tänzerinnen und Tänzer aus aller Welt zu einer Truppe zusammengestellt. Die Auswahl der Künstler dokumentiert: Internationalität spielt beim Expo-Auftritt der Berufsgenossenschaften eine herausragende Rolle.



Dreiteiliges Ausstellungskonzept

Das dreiteilige Ausstellungskonzept sieht eine Einteilung in Pre-, Main- und Post-Show vor. Die Besucher gelangen zunächst über eine Rolltreppe in eine rund 180 Meter lange Wartezone. Hier werden an den Seitenwänden Informationen zu globalen Problemen der Arbeit gezeigt. Besonders herausgearbeitet wird dabei der Aspekt der Beschleunigung: Immer schneller verändert sich die Arbeitswelt durch neue technische Entwicklungen. In der Mitte der Wartezone ragt die ellipsenförmige Arena, das Kernstück der Ausstellung, empor. Eine Rampe im hinteren Teil führt nach unten, wo sich der Zugang in die Arena befindet. Die Innenseite der Rampe ähnelt einem chinesischen Schattentheater: Die Umrisse der Tänzer, die sich auf Plattformen im Inneren der Arena bewegen, werden per Video auf diese Seite der Rampe projiziert. Die Präsentation in der Rampe bereitet den Besucher auf das vor, was ihn in der Arena erwartet. Sie ist ein Weg in eine andere Welt - in die Zukunft der Arbeit. Die Arena stellt eine Umkehrung des klassischen Rundtheaters dar: Die Besucher sitzen nicht auf den Rängen und schauen auf eine Bühne, sondern bewegen sich in der Arena. Oberhalb der Kopfhöhe der Besucher agieren die Tänzer. Sie werden mit Hilfe von Blue-Screens in virtuelle Arbeitswelten versetzt. In den künstlerischen Darbietungen geht es um Themen wie Globalisierung, Umwelt und Virtualisierung.

Im unteren Teil der Ellipse präsentieren die Berufsgenossenschaften ihre Botschaften für die Zukunft in Form von Arbeits- und Lebensbiographien per Videoclip. In eineinhalb- bis zweiminütigen Filmsequenzen berichten Menschen über konkrete Veränderungen in ihrer Arbeitswelt. Mit der biographischen Form wollen die Berufsgenossenschaften ein zentrales Anliegen deutlich hervorheben: Die Zukunft der Arbeit wird sich nicht ohne den Menschen abspielen. Er steht im Mittelpunkt.

Der weitere Rundgang führt den Besucher in die Post-Show. Hier kann das Erlebte inhaltlich vertieft werden. Einige Medientische sind zum Beispiel mit Touch-Screens ausgestattet, durch die sich die Besucher Zugang zum Internet verschaffen können.

"Mit unserem Inszenierungskonzept wollen wir emotionale Kommunikationselemente wie den Auftritt im Luft-raum der Ellipse mit Sachinformationen verbinden", so Walter Eichendorf, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften. "Mit diesem Konzept können die Berufsgenossenschaften einem Millionenpublikum ihre Visionen für die Gestaltung künftiger Lebens- und Arbeitswelten zeigen."

Heidrun Becker, StBG


Zukunft der Arbeit





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