Erlebniswelten - Das neue Präventionskonzept zum MillenniumDie Steinbruchs-Berufsgenossenschaft geht mit einem mobilen Präventionskonzept ins neue Jahrtausend. Die erste der zehn geplanten Erlebniswelten zu verschiedenen Bereichen der Wahrnehmung ist fertiggestellt: Die mobile Erlebniswelt "Hören" wartet auf zahlreiche Besucher. "So laut ist ein Lkw neben mir an der Kreuzung? Das ist mir noch nie aufgefallen!" meint eine der ersten Besucherinnen erstaunt. Die Reaktionen bestätigen das didaktische Konzept: Die Besucher reagieren erstaunt und betroffen auf ihr mangelndes Wissen zur Gefährdung durch Lärm. Auch die Auswirkungen eines geschädigten Gehörs im Alltag lassen sich im Erlebnis-Container nachvollziehen. Der Terminkalender der Erlebniswelt "Hören" ist bereits jetzt gut gefüllt; viele Mitgliedsunternehmen, Verbände und andere Institutionen haben ihre Veranstaltungstermine schon vormerken lassen, zu denen dann der Erlebnis-Container anrollt. Das Ziel Der Einsatz von Demonstrations- und Motivationsmodellen der verschiedensten Art hat sich außerordentlich gut bewährt. Die Umsetzung der Theorie in reale erfühl- und erlebbare Aktionen hat bei der StBG Tradition und findet sich bereits in Seminaren, Messen oder auch Betriebsveranstaltungen. Ansatz für diesen Weg der Prävention ist die konkrete Vermittlung körperlicher und emotionaler Erfahrungen. Sie motivieren den Besucher, bisherige Verhaltensmuster zu überdenken und zu ändern - sich also sicherer zu verhalten. Die Idee Die Aufgabenstellung lautete, eine attraktive Transport- und Präsentationsmöglichkeit für die interaktiven Präventionsmodelle zu finden. Die StBG-Lösung lautet: Schaffung einer Erlebniswelt mit den logistischen Vorzügen eines Containers. Ohne Container ist keine größere Baustelle, ohne Container kein Gütertransport über größere Distanzen mehr denkbar. Er ist somit Symbol einer dienstleistungsorientierten, flexiblen, ökonomischen und modernen Welt geworden. Die mit einem Container transportierten und präsentierten Inhalte sind vor Witterungseinflüssen geschützt, können schnell von einem Präsentationsort zum anderen transportiert werden und bedürfen hierzu keiner aufwendigen Logistik. Deshalb ist der Adressatenkreis erheblich größer als bei ortsfesten Installationen. Die Inhalte kommen zu den Zielgruppen und nicht wie bisher die Zielgruppe zu den teilweise weit entfernt installierten Exponaten. Die Erlebniswelten der StBG stehen deshalb für die Partnerschaft zwischen dem Dienstleister Berufsgenossenschaft und den engagierten und motivierten Menschen aus dem Kreise der Mitgliedsunternehmen. Die Themen Als Themen für Erlebniswelten kommen aktuelle Schwerpunkte aus der Analyse des Unfall- und Berufskrankheitengeschehens in Frage. Sie müssen sich inhaltlich für die Umsetzung in einem Container eignen. Unter kreativen Gesichtspunkten sind hier jedoch kaum Einschränkungen zu erkennen. Die Realisierung
Auch bei Tagen der offenen Tür oder anderen betrieblichen Veranstaltungen stellen die Erlebniswelten eine sinnvolle und zugleich attraktive Bereicherung dar. Sie eignen sich ebenfalls als begleitendes Medium zu Fachseminaren. Aufgrund der kompakten Abmaße finden die Erlebniswelten nahezu über-all eine Aufstellungsmöglichkeit. Letztlich ist auch hier auf das breite Nutzungspotenzial bei Messen zu verweisen. Die Erlebniswelten werden im Gesamtrahmen des oft recht eintönig gestalteten Freigeländes sicherlich das Interesse des Publikums auf sich ziehen. Der Einsatz der Erlebniswelten kann separat als Einzelschau erfolgen, aber auch im Rahmen einer Gruppendarstellung. Es ist somit möglich, durch die Zusammenstellung mehrerer Erlebniswelten eine unternehmensgerechte Arbeitsschutz-Erlebnisausstellung zu konzeptionieren. Der erste Einsatz mehrerer Erlebniswelten, verschmolzen zu einer großen StBG-Erlebniswelt, ist im Zusammenhang mit der Expo-Beteiligung der StBG am dezentralen Expo-Projekt "Jahrtausendblick/steinzeichen steinbergen" geplant. Basis der Konzeption ist ein Container mit einer Länge von circa sechs Metern, einer Breite von rund drei Metern und einer Höhe von circa drei Metern. Dieser Containertyp wird mittels eines luftgefederten Lkw's mit Ladekran zu seinem Einsatzort gebracht. So ist ein Höchstmaß an Flexibilität und Mobilität gewährleistet.
Die Außengestaltung
In Zusammenarbeit mit den Firmen Feldes & Hall (Bonn), Foullong (Bonn), Metten Stein + Design (Overath) sowie Weiser (Düsseldorf), fanden wir unter Verwendung hochmoderner Werkstoffe eine Außengestaltung, die in jedem Betrachter den Wunsch weckt, Vergangenes neu zu entdecken. Schlüsselelement des Innenraumes ist eine Lärmkabine. Hier wird dem Besucher mit modernster Technik der Zusammenhang zwischen Lärmpegel, Einwirkungsdauer und Gehörschädigung vermittelt. In einer Fülle verschiedener Videosequenzen aus der Steine und Erden-Industrie, aber auch aus den Bereichen des Haushaltes und der Freizeit, werden Lärmquellen in Originallautstärke mit Angabe des Beurteilungspegels so kurzzeitig wiedergegeben, dass keine Schädigung des Besuchers eintritt, dieser jedoch eine Schätzung für die ungefährliche Einwirkungsdauer bei ungeschütztem Gehör abgeben muss. Das verblüffende Ergebnis für den Besucher ist meist, dass die Zeitdauer der ungefährlichen Exposition um ein Vielfaches zu lange geschätzt wird. Monitor und Steuerungseinrichtungen in dieser Lärmkabine sind so gestaltet, dass weitere Besucher im Innenraum der Erlebniswelt mit Neugierde dem Akteur in der Lärmkabine zuschauen und ihn möglichst schnell bei seinem "Spiel" ablösen wollen. So für das Thema Gehörschädigung durch Lärm sensibilisiert, führt sein nächster Weg zu einer der drei Hörnischen. Beim Eintreten in die Hörnische wird eine CD gestartet, die dem Gesunden vermittelt, wie ein geschädigtes Ohr Umgebungsgeräusche, Sprache und Musik aufnimmt. Entsprechend dem didaktischen Konzept macht diese Station der Erlebniswelt außerordentlich betroffen.
Die Kernbotschaft der Erlebniswelt "Hören" lautet: Lärm macht krank und es gibt Möglichkeiten der Prävention, also Schutz gegen Lärm.
Dipl.-Ing. Bernd Neitzert, StBG, Sektion III, Holger Imhoff, StBG ![]() Inhaltsverzeichnis Ausgabe 2/00 | Zurück zu unserer Homepage |