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[Die Industrie der Steine + Erden]






Am Puls der Zeit ...

Willi Lange

Zu agieren - dies ist für die Berufsgenossenschaften heute wichtiger denn je. Der Leitspruch "Das haben wir immer so gemacht" gilt nicht mehr! Sicher - auf Traditionen kann man Stolz sein, aber man darf nicht daran kleben! Wo also liegt die Zukunft für die Berufsgenossenschaften? Heißt die Devise Zentralisierung, Privatisierung oder Fusion zu einer Mega-Berufsgenossenschaft? Sicher nein! Ich bin überzeugt, dass dies nicht die erfolgversprechenden Perspektiven sind. Wenn die Berufsgenossenschaften wirklich als Dienstleistungsunternehmen agieren, dann muss das, was für die Wirtschaft gilt, für sie ebenso gelten. Dort sind es doch die kleinen, handlungsfähigen Unternehmen, die flexibel auf die Bedürfnisse des Marktes reagieren können und innovative Ideen realisieren. Selbstverständlich, Kooperation ist erforderlich; allerdings nur dort, wo sie wirklich sinnvoll ist. Die branchenorientierte Gliederung der Berufsgenossenschaften ist auch Garant für Wettbewerb! Und Wettbewerb garantiert Fortschritt!

Dass wir als Steinbruchs-Berufsgenossenschaft mit unseren Ideen gut im Wettbewerb liegen, beweisen viele erfolgreiche Initiativen. Zum dritten Male konnten wir am 25. Februar 2000 in Heidelberg die Gewinner des Förderpreises Arbeit Sicherheit Gesundheit auszeichnen, und zwar im Rahmen einer Veranstaltung, die - so darf ich wohl behaupten - den 230 Teilnehmern nicht nur Information, sondern auch Spaß gebracht hat! Das Ziel des Förderpreises lautet schließlich nicht nur, gute Ideen zu fördern und nutzbar zu machen, sondern zugleich das Image von Arbeitssicherheit und Gesundheit zu verbessern. Ich bin zuversichtlich, es wird uns auch im Jahr 2000 gelingen, dem Ideen-Vulkan neue Eruptionen zu entlocken. Voraussetzung ist jedoch, dass Sie, liebe Unternehmer und Versicherte, diesen Weg mit uns gehen. Gewinnen kann zwar nur einer, aber das Mitmachen am "Gemeinschaftswerk" Förderpreis ist ein wichtiges Element für die Sicherheit und Gesundheit der Menschen in den Betrieben!

Lassen Sie mich an dieser Stelle aus dem breiten Strauß der Initiativen, die vom Unternehmermodell über den Praxisleitfaden "Sicher mit System" bis zur neuen Ausbildung für Betonpumpenmaschinisten und einer arbeitsmedizinischen Vorsorge auf hohem Niveau reichen, nur noch eine weitere herausgreifen: Die Vermeidung von Zementallergien. Wir berichten in dieser Ausgabe über die neue Branchenregelung für die Zementindustrie, an deren Ausarbeitung neben dem Verein Deutscher Zementwerke auch die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft beteiligt ist. Diese sieht vor, den Chromatgehalt in Zementen, die von Hand verarbeitet werden, so weit zu reduzieren, dass die gefürchtete Hautkrankheit "Maurerkrätze" entscheidend zurückgedrängt werden kann.

Für die Zukunft der Prävention gilt es, bedarfsgerechte Ziele zu formulieren! Ich darf Ihnen versprechen, die StBG sieht sich auch künftig als Ideenfabrik! Aber: Damit diese Ideen ihre volle Wirksamkeit entwickeln können, sind wir auf Ihre Mithilfe angewiesen. Ich bitte daher alle Unternehmer, Versicherten sowie die Verbände und Gewerkschaften der Steine und Erden-Industrie: Steigen Sie ein in unser gemeinsames Boot - nur so können wir im Interesse der Menschen und der Unternehmen den Erfolg erzielen, den wir uns alle wünschen!



Ihr
Willi Lange





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