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Besuch aus der Ukraine bei der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft

Ass. U. Schmidt, Dipl.-Ing. G. Friesen


Besuch aus der Ukraine bei der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft

Am 25. und 26. November letzten Jahres war eine hochrangige ausländische Delegation bei der Hauptverwaltung der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft in Langenhagen zu Besuch. Bei den 12 Delegationsmitgliedern handelte es sich überwiegend um Generaldirektoren bzw. Technische Direktoren der bedeutendsten bergbauverarbeitenden Kombinate in der Ukraine, in denen jeweils von 5000 bis zu 40.000 Beschäftigte tätig sind. Angeführt wurde die Delegation von dem Vorsitzenden des Aufsichtskomitees für Arbeitsschutz in der Ukraine, Dr. Sergej Storchak, sowie dem 1. stellvertretenden Vorsitzenden des Komitees des obersten Rates (Parlaments) der Ukraine zu Fragen der Industriepolitik, Vadim Gurow. Inhaltlich sollte dieser Deutschlandbesuch dazu dienen, der Delegation die staatlichen Regelungen und deren praktische Umsetzung bei der Herstellung, dem Transport sowie der Verwendung von Sprengstoffen und Zündmitteln vorzustellen, um hieraus Impulse für Gesetzgebung und Handhabung in der Ukraine zu erhalten. Die Delegationsmitglieder hatten den Wunsch, umfassend über die diversen deutschen Einrichtungen, welche sich mit diesen Aufgaben beschäftigen, informiert zu werden. Nachdem zu Beginn der einwöchigen Reise zunächst eine Informationsveranstaltung beim Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften in Sankt Augustin über die rechtlichen Grundlagen des Sprengwesens in Deutschland stattgefunden hatte, welche durch eine Gesprächsrunde zu Fragen des Sprengwesens mit Fachleuten beim Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung in Bonn vertieft wurde, fanden noch ein Besuch in einer Sprengstoff-Fabrik, eines Herstellers für Zünder, sowie eine praktische Sprengdemonstration in einem Steinbruch statt.In dem sich am 25. November 1998 anschließenden Besuch bei der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft übernahm es der stellvertretende Hauptgeschäftsführer, Assessor Schmidt, über Gliederung und Organisation der gesetzlichen Unfallversicherung im allgemeinen sowie Aufgaben und Leistungen der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft im besonderen zu referieren. Die Delegationsmitglieder nahmen diese Ausführungen mit großem Interesse zur Kenntnis und im Rahmen der sich daraus ergebenden Diskussion wurden mehrfach Parallelen zur der im Jahre 1992 in der Ukraine eingeführten "Sozialpflichtversicherung gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten" angeführt. Herr Friesen Anschließend fand eine Besichtigung mehrerer Arbeitsplätze in der Hauptverwaltung statt, wobei der Leiter der Mitglieder- und Beitragsabteilung, E. Adam, sowie der Referent G. Waldmann den Delegationsmitgliedern für weitere Auskünfte zur Verfügung standen. Am 26. November wurde in einem Steinbruch in der Nähe von Rinteln der organisatorische und technische Arbeits- und Gesundheitsschutz bei der Gewinnung und Aufbereitung von Naturstein in der Praxis gezeigt, wobei die Vorbereitung und Durchführung einer Sprengung den Abschluss der Betriebsbesichtigung bildeten. Hierbei nahmen die Delegationsmitglieder jede Gelegenheit wahr, den Technischen Aufsichtsbeamten Dipl.-Ing. Friesen, den Betriebsleiter Dipl.-Ing. Lohmann und einige Russisch sprechende Betriebsangehörige über Arbeitsabläufe, Sicherheitsmaßnahmen und innerbetriebliche Arbeitsorganisationen zu befragen. Am Abend desselben Tages wurde die Delegation am Hauptbahnhof in Hannover zur Weiterreise nach Berlin verabschiedet. Hier war der Besuch der Bundesanstalt für Materialprüfung - BAM - terminiert, wo die in der Bundesrepublik vorgeschriebenen Zulassungsprüfungen für Sprengstoffe, Zündmittel und Sprengzubehör erläutert wurden. Dieser achttägige Besuch der ukrainischen Delegation scheint für die Mitglieder recht informativ verlaufen zu sein, wie es in einem persönlichen Dankschreiben aus dem Ukrainischen Ministerium für Arbeitsschutz zum Ausdruck gebracht wurde.

Anschrift der Verfasser:
Steinbruchs-Berufsgenossenschaft, Theodor-Heuss-Str.160, 30853 Langenhagen



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