www.steine-und-erden.net > 1999 > Ausgabe 1/99 > Eine Idee setzt sich durch!

[Die Industrie der Steine + Erden]







Eine Idee setzt sich durch!

Dipl.-Ing. Helmut Ehnes

Im Jahr 1996 entstand im Hause der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft die Idee, durch die Ausschreibung eines Förderpreises neue Impulse für sichere und gesunde Arbeitsplätze zu geben. Das Ziel war damals und ist es noch heute, eine Plattform zu schaffen, auf der Ideen für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz entstehen, realisiert, bekannt gemacht und damit nutzbar gemacht werden. Der Förderpreis Arbeit Sicherheit Gesundheit hat also die Ziele:

Von vornherein ging es uns bei der Konzeption des Förderpreises aber nicht ausschließlich darum, einen oder einige, mehr oder weniger wissenschaftliche Arbeiten auf ein Podest zu heben, wie dies viele andere Preise und Wettbewerbe tun. Vielmehr war uns von Anfang an an einer großen Breitenwirkung gelegen. Gefragt waren vor allem Ideen von der Basis, also von den Menschen aus den Betrieben, aus den vielen kleinen und mittleren Unternehmen. Dort machen die Beschäftigten Erfahrungen aus unsicheren Arbeitsbedingungen und können über die Praxistauglichkeit neuer Ideen urteilen. Diesen Schatz in den Köpfen der Menschen vor Ort wollten und wollen wir auch in Zukunft heben! Es war uns klar, dass es hierzu mehr bedurfte, als der bloßen Versendung eines DIN A4-Teilnahmebogens. Deshalb haben wir versucht, das Thema "Ideen für sichere und gesunde Arbeitsplätze" mit Hilfe von attraktiven und zeitgemäßen Medien in alle Betriebe der Steine und Erden-Industrie hineinzutragen, um möglichst alle Versicherten zu motivieren, auf sichere Arbeitsweise zu achten und sich am Förderpreis zu beteiligen. Die Zusammenarbeit mit Studentengruppen der Fachhochschule Hannover hat uns hierbei viele gute Impulse geliefert. Ziel war, eine attraktive Kampagne für Sicherheit und Gesundheitsschutz in der gesamten Branche zu initiieren (Abb. 1). Durch ein eigenes Logo für den Förderpreis sollte ein Wiedererkennungswert geschaffen werden. Nicht nur die ersten Preisträger sollten ausgezeichnet werden - alle, die sich mit ihren Ideen am Förderpreis beteiligen, erhalten eine wertvolle Anerkennung.

Heute, vor der Auszeichnung der Preisträger des zweiten Durchganges unseres Förderpreises Arbeit Sicherheit Gesundheit, kann bereits festgestellt werden, dass der eingeschlagene Weg richtig war und richtig ist. Die Idee setzt sich mehr und mehr durch. Schließlich vertrauen erfolgreiche Konzerne schon lange auf das Kapital der Ideen ihrer Mitarbeiter. Gerade die Arbeitssicherheit ist zudem ein hervorragendes Führungselement für Vorgesetzte im Hinblick auf eine effiziente und erfolgreiche Unternehmensführung. Auch den Klein- und Mittelbetrieben unter den Mitgliedern der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft steht jetzt ein solcher Ideenwettbewerb zur Verfügung, in den Verbesserungsmaßnahmen und Vorschläge einfließen können.

 

Beteiligung übertrifft alle Erwartungen!

Die Fakten belegen, wie notwendig und sinnvoll es war, den Förderpreis ins Leben zu rufen. Am ersten Förderpreis 1997 beteiligten sich bereits 125 Unternehmen. Die Medien für die Kampagne zur zweiten Ausschreibung des Förderpreises im Jahr 1998 wurden in einem Maße nachgefragt, die wir so nicht erwartet hatten. Nach Möglichkeit wurden alle Anforderungen berücksichtigt. Ziel ist es schließlich, 200.000 Menschen mit dieser Kampagne zu erreichen!

Berichteten wir in der letzten Ausgabe unserer Fachzeitung "Die Industrie der Steine und Erden" noch über eine Zwischenbilanz von 100 Teilnehmer, so wurden wir in den letzten Tagen bis zum Ende der Ausschreibungsfrist geradezu mit Wettbewerbsbeiträgen überhäuft. Heute kann verraten werden, dass 195 Einsender, zumeist Teams aus mehreren Personen, ihre Ideen zum Förderpreis 1998 eingereicht haben. Dies hat wahrlich alle Erwartungen übertroffen!

Wettbewerbsarbeiten


Abbildung 2 zeigt eine erste Zuordnung der Wettbewerbsarbeiten zu den Themenfeldern. Man erkennt, dass sowohl sicherheitstechnische Ideen, Verbesserungen für den Gesundheitsschutz, aber auch Maßnahmen zur Mitarbeitermotivation und Unternehmensorganisation in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Das Niveau der eingereichten Ideen ist, wie beim ersten Förderpreis 1997 überraschend hoch. Am 15. Januar 1999 befasste sich die Jury mit allen Einsendungen. Man kann sich leicht vorstellen, dass die Mitglieder der Jury ein riesiges Arbeitsprogramm zu bewältigen hatten (Abb. 3).

Jury


Dennoch darf bereits heute berichtet werden, dass erneut würdige Preisträger gefunden wurden. Die Jurymitglieder haben jedoch deutlich darauf hingewiesen, dass die Auswahl äußerst schwierig war und eigentlich alle Einsender auf dem so begehrten "Siegerpodest" stehen müssten.

 

Preisverleihung in Weimar

Mehr wird an dieser Stelle jedoch noch nicht verraten! Der Festakt zur feierlichen Preisverleihung findet auch dieses Mal in einem würdigen Rahmen statt. Am 4. März 1999 werden stellvertretend für alle Ideen die besten Ideen und die besten Teams im Kulturzentrum "mon ami" in Weimar am Goetheplatz (Abb. 4) ausgezeichnet. In der nächsten Ausgabe der "Industrie der Steine und Erden" werden wir ausführlich berichten.



mon ami


 

Das Jahrbuch Arbeit Sicherheit Gesundheit



Arbeit  Sicherheit  Gesundheit


Rechtzeitig zur Preisverleihung am 4. März 1999 in Weimar wird auch das erste Jahrbuch Arbeit Sicherheit Gesundheit der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft erscheinen. Wie versprochen, werden dort alle Wettbewerbsbeiträge des Förderpreises 1997 publiziert. Das Jahrbuch enthält Übersichten mit den Themen und Ansprechpartnern aller Beiträge. 50 Beiträge werden in zweiseitigen Kurzfassungen so beschrieben, dass der Leser sich ein exaktes Bild vom Inhalt machen kann; stets mit dem Ziel, zu prüfen, ob die Idee auch im eigenen Unternehmen nutzbar ist. Um diese Ideen möglichst allen potentiellen Anwendern zugänglich zu machen, wird das Jahrbuch allen Mitgliedsunternehmen der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft auf der Grundlage eines Beschlusses des Vorstands kostenlos zur Verfügung gestellt. Das Jahrbuch enthält neben der kompletten Dokumentation des Förderpreises eine Reihe weiterer aktueller Themen sowie die wichtigsten Anschriften für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Es soll als umfassendes Nachschlagewerk und als tägliches Arbeitsmittel Eingang in die Betriebe finden und Hilfestellung bei der Lösung aktueller Probleme geben.

 

Auch 1999 wieder ein Förderpreis!

Sichere und gesunde Arbeitsplätze lassen sich nicht durch eine Schwerpunktaktion in einem Jahr erreichen! Es bedarf eines langen Atems und kontinuierlicher Anstrengungen. Deshalb und auch aufgrund des großen Erfolgs der bisherigen Ausschreibungen hat die Selbstverwaltung unserer Berufsgenossenschaft frühzeitig beschlossen, auch 1999 einen Förderpreis auszuloben. Die vorbereitenden Arbeiten sind in vollem Gange. Erneut sind die Studenten der Fachhochschule Hannover aus dem Fachbereich Kunst und Design unter der bewährten Leitung von Frau Prof. Iris Maria vom Hof auf der Jagd nach den besten Motiven für die neuen Plakate und Medien (Abb. 5).

Studenten der Fachhochschule Hannover


Auch wenn es noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird, bis die Plakate und die neuen Medien fertiggestellt sein werden - der Startschuss für den Förderpreis kann bereits gegeben werden. Wir rufen daher alle Versicherten und Unternehmer, aber auch alle Zulieferer und die Studenten an den Hochschulen auf, schon jetzt ihre Ideen für sichere und gesunde Arbeitsplätze zu konkretisieren, zu entwickeln, in Praxis zu erproben und für den Förderpreis Arbeit Sicherheit Gesundheit 1999 einzureichen. Einsendefrist wird wiederum der 30. November des Jahres sein.

Anschrift des Verfassers:
Steinbruchs-Berufsgenossenschaft, Theodor-Heuss-Str. 160, 30853 Langenhagen



Inhaltsverzeichnis Ausgabe 1/99 | Zurück zu unserer Homepage