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[Die Industrie der Steine + Erden]






Optimistisch in die Zukunft

Willi Lange

Ein Jahreswechsel ist traditionell der Zeitpunkt, für das zu Ende gehende Kalenderjahr Bilanz zu ziehen und gute Vorsätze für das neue Jahr zu fassen. Auch für die Steine und Erden-Industrie stellt sich die Frage, welche Veränderungen sich im Jahr 1999 ergeben werden.

Außer den Einflüssen einer zunehmenden Globalisierung des Wettbewerbs, den erforderlichen Kapazitätsanpassungen und der jetzt hoffentlich durchschrittenen Talsohle in der Bauwirtschaft ist noch unklar, welche Auswirkungen der Regierungswechsel in Bonn haben wird. Ich verweise an dieser Stelle nur auf die aktuellen Themen "Ökologische Steuerreform in Zusammenhang mit der Verteuerung von Energie" und das aus der Taufe gehobene "Bündnis für Arbeit". Zu hoffen bleibt, dass alle Beteiligten die notwendigen Entscheidungen mit Vernunft und Weitsicht treffen.

Seitens der Industrie insgesamt, aber auch von der Steine und Erden-Industrie, wird nach wie vor die zu hohe Steuer- und Abgabenlast in Deutschland beklagt. Natürlich gehören auch die Beiträge zur Berufsgenossenschaft zu diesem, durch die Unternehmer aufzubringenden Kostenblock. Ich versichere Ihnen aber, dass die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft - wie bereits in den Jahren zuvor - alles tun wird, um die Beiträge nach Möglichkeit zu senken. Ein Beweis für diese feste Absicht ist der im Dezember von unserer Vertreterversammlung beschlossene Haushaltsplan für 1999, der um 0,69 % unter dem des Vorjahres liegt.

Welche Maßnahmen aber sind notwendig, um ein derart ehrgeiziges Ziel zu erreichen? Zum einen ist es eine permanente Aufgabe, Verwaltungsabläufe auf ihre Effizienz hin zu überprüfen und zu optimieren. Auf diesem Feld haben wir schon viel erreicht und werden auch in Zukunft das Erforderliche tun.

Der zweite, wesentlich bedeutsamere Ansatzpunkt liegt in Ihrer Hand! Es ist die Prävention! Nur wenn es uns gelingt, dauerhaft Arbeitsunfälle und neue Berufskrankheiten zu verhindern, werden die noch immer hohen Aufwendungen für medizinische Maßnahmen, Rehabilitations- und Rentenleistungen auf lange Sicht zu reduzieren sein. Dass wir gemeinsam bereits Erfolge erzielt haben, konnte in den vergangenen Jahren berichtet werden. Die Zahl der neu zu entschädigenden Rentenfälle hat 1997 einen historischen Tiefstand erreicht. Die vorläufigen Zahlen für das Jahr 1998 lassen hoffen, in Kürze über weitere Erfolge und ein weiteres Absinken dieser kostenintensiven Fälle berichten zu können. Ich möchte aber an dieser Stelle davor warnen, dass wir uns jetzt zurücklehnen. Im Gegenteil - ein langer Atem ist gefragt. Noch immer sind bei unserer Berufsgenossenschaft 15.806 laufende Rentenfälle aus den zurückliegenden 73 Jahren zu entschädigen. Immer wieder neue Initiativen und Impulse sind erforderlich, um das im Vergleich zu anderen Branchen noch immer hohe Niveau bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten weiter zu senken. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in Ihrer Hand! Die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft wird Sie aber im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrages auch 1999 mit besten Kräften unterstützen.

Als Beispiel für einen neuen Weg in der Prävention, der auf die Verantwortung und die Eigeninitiative in den Betrieben setzt, möchte ich an dieser Stelle den großen Erfolg unseres Förderpreises Arbeit Sicherheit Gesundheit hervorheben. Fast 200 Wettbewerbsbeiträge erreichten uns 1998 aus den Betrieben. Auch 1999 wird es daher wieder einen Förderpreis geben. Das Unternehmermodell entwickelt sich zum wahren Renner. Mehr als 7.000 Unternehmer haben bereits an den Seminaren teilgenommen. Auch für die Ausbildung unserer Sprengberechtigten haben wir einen Weg beschritten, der in die Zukunft weist. Das neue, computergestützte Ausbildungsprogramm wird 1999 fertiggestellt und dann in der Ausbildung von Sprengberechtigten zum Einsatz kommen. Schon heute darf ich Ihnen ankündigen, daß wir 1999 weitere Impulse für die Prävention auf der Basis einer genauen Analyse des Unfall- und Berufskrankheitengeschehens geben wollen, die allen Verantwortlichen in den Betrieben die Arbeit erleichtern soll. Lassen Sie sich überraschen!

Wenn wir alle - also die Unternehmer in den Betrieben, die Versicherten und Mitarbeiter der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft - konsequent das gemeinsame Ziel, sichere und gesunde Arbeitsplätze zu erhalten und zu schaffen, nicht aus den Augen verlieren, bin ich davon überzeugt, dass wir allen Grund haben, optimistisch in die Zukunft zu blicken.

Ihr
Willi Lange





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