Industrienachrichten

Aktuelle Studie über die Zementindustrie

Herausforderungen gemeinsam meistern

Die Sozialpartner der Zementindustrie haben dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit jüngst eine Studie zur Rohstoffversorgung und Ressourcenproduktivität entlang der Wertschöpfungskette von Zement vorgestellt.

Die deutsche Zementindustrie geht schonend mit natürlichen Ressourcen um. Für die Herstellung von 32 Millionen Tonnen Zement wurden im Jahr 2014 etwa 50 Millionen Tonnen Rohstoffe eingesetzt – davon allein 8 Millionen Tonnen Sekundärrohstoffe. „Angesichts des Strukturwandels im Energiesektor und in der industriellen Produktion besteht jedoch das Risiko, dass die eingesetzten alternativen Rohstoffe künftig nicht mehr im bisherigen Umfang verfügbar sein werden“, betont Dr. Dirk Spenner, Vorsitzender der Sozialpolitischen Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Zementindustrie e.V. (SPADZ). Die Produktion von Zement erfolgt bereits heute in Anlagen, die einen langen Optimierungsprozess durchlaufen haben. „Größere und teils modernere Anlagen sind zwar verfügbar, das Effizienzpotenzial bei bestehenden Technologien ist jedoch vergleichsweise gering“, meint Dr. Martin Schneider, Hauptgeschäftsführer des Vereins Deutscher Zementwerke (VDZ). „Gleichzeitig arbeiten die Unternehmen aber auch an der Entwicklung energie- und ressourcenschonender Produktinnovationen. Hierfür ist weitere Forschung notwendig.“

Die nun vorliegende Studie der Nachhaltigkeitsinitiative dient der Standortbestimmung der Branche im Kontext nationaler und europäischer Rohstoffstrategien. „Um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen nicht zu gefährden, sind politische Rahmenbedingungen zur Ressourceneffizienz notwendig, die ökologisch sinnvoll und ökonomisch machbar sind“, fordert Peter Schuld von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE). „Davon dürften nicht zuletzt auch die Beschäftigten in den hier ansässigen Werken profitieren.“

Dialogprozess für mehr Effizienz

Dr. Helge Wendenburg, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), würdigt die bereits erzielten Erfolge der deutschen Zementindustrie sowie den von den Trägern der Nachhaltigkeitsinitiative erstellten Bericht zur Ressourceneffizienz. „Insbesondere die möglichen Zukunftsstrategien zur Erschließung weiterer Ressourceneffizienzpotenziale dienen auch den umweltpolitischen Zielen der Bundesregierung. Der Bausektor muss die ökonomischen und ökologischen Herausforderungen annehmen, gemeinsam wollen wir nachhaltiges sowie kostengünstiges Bauen und Wohnen ermöglichen. Ich halte es für eine gute Idee, mit den Sozialpartnern der Zementindustrie einen Dialogprozess zu beginnen, der das Thema Ressourceneffizienz in dieser Branche weiter voranbringt“, so Wendenburg.

Die Sozialpartner der Zementindustrie begrüßen den Start eines Ressourceneffizienz-Dialogs mit dem BMUB. „Wir sind davon überzeugt, dass der Austausch mit der Politik einen wichtigen Beitrag leisten kann, um das Thema weiter mit dem nötigen Schwung voranzutreiben. Die vorliegende Studie bietet dafür eine sehr gute Grundlage, auf der wir gerne aufbauen möchten“, bekräftigt Dr. Martin Schneider.

Übergabe der Rohstoffstudie an BMUB-Abteilungsleiter Dr. Helge Wendenburg (unten, 2. v. l.) am 12. November 2015 im Haus der Bundespressekonferenz. // Foto: VDZ/Nikolaus Karlinsky
Übergabe der Rohstoffstudie an BMUB-Abteilungsleiter Dr. Helge Wendenburg (unten, 2. v. l.) am 12. November 2015 im Haus der Bundespressekonferenz. // Foto: VDZ/Nikolaus Karlinsky
 
Weitere Informationen

Die Studie kann abgerufen werden unter: www.zement-verbindet-nachhaltig.de