Technik

Terex Superlift 3800 hebt Betonbrücke

Auf engstem Raum

Mitten in einem Wohngebiet der pfälzischen Kleinstadt Zweibrücken hob der Superlift 3800 Kran im Auftrag der örtlichen Stadtwerke eine 78 Tonnen schwere Betonbrücke aus, die den malerischen Schwarzbach überspannte und zwei ehemalige Treidelpfade der historischen Schiffszieher miteinander verband.

Die Anfahrt erfolgte mitten durch das Wohngebiet mit relativ engen Straßen, sodass dem Steil-Team einiges an Fingerspitzengefühl und Organisationstalent abverlangt wurde. „Vor allen Dingen die direkte Zufahrt zur Brücke erwies sich als Nadelöhr. Wir mussten ganz genau planen, wann welches Teil auf der Baustelle angeliefert werden musste“, erklärt René Perlich, der als Teamleiter Großkrane in der Trierer Hauptniederlassung von Steil am Tag des Hubs die Projektleitung übernommen hatte.

Die beengten Platzverhältnisse waren auch ein Grund, warum man sich bei diesem Einsatz für den Superlift 3800 Kran entschieden hatte: Aufgrund seiner kompakten Bauweise passte er zum einen exakt auf den zur Verfügung stehenden Standplatz. „Zum anderen sind die Ausmaße der Bauteile dieses Krans so bemessen, dass sie auch durch engere Straßen manövriert werden können“, erklärt Thomas Beduhn, Manager Kranübergabe bei Terex Cranes, der das Steil-Team bei diesem Einsatz unterstützte. Der Aufbau selbst war dank der montagefreundlichen Konstruktion und der Unterstützung eines Terex AC 200-1 All-Terrain-Krans dann kein Problem mehr – in der vorgegebenen Zeit von nur drei Tagen war der Superlift 3800 Kran mit einer Hauptauslegerlänge von 42 Metern und 253 Tonnen Gegengewicht sowie 50 Tonnen Zentralballast für den Brückenhub bestens gerüstet.

Aufwendige Vorbereitungen

Aufgrund der besonderen Bedingungen vor Ort gingen dem Hub jedoch zeitaufwändige Arbeiten voraus. So verliefen durch die Brücke große Versorgungsrohre, die zunächst einmal gekappt werden mussten. Bis zum Einlassen einer neuen Brücke wurden die Rohrleitungen provisorisch mit einer Gittermastkonstruktion über den Bachlauf geführt. Außerdem war die Betonbrücke mit massiven Armierungen verstärkt, die ebenfalls durchtrennt werden mussten. Diese machten es zudem schwierig, das Gewicht der Brücke im Vorfeld des Hubs exakt zu berechnen.

Um beim Hub keine Überraschungen zu erleben, vollzog das Team am Vorabend sicherheitshalber einen Probehub. Dazu wurde die Brücke mit Kernbohrungen versehen, durch die das Team die Anschlagseile führte. „Das war erforderlich, da wir die Brücke wegen des nicht exakt zu bestimmenden Gewichts kaum vollständig ausbalancieren konnten“, erklärt Kranfahrer Thomas Klinger. Erst beim Probehub konnte dann das tatsächliche Gewicht der Last ermittelt werden: Es lag mit 78 Tonnen nur vier Tonnen über dem errechneten Gewicht.

Schnelle Sache: Routine-Hub in 15 Minuten

Dem eigentlichen Hub am nächsten Tag stand dann nichts mehr im Wege: Die Brücke wurde erneut angeschlagen und der Superlift 3800 Kran hob die Betonkonstruktion in einem Arbeitsradius von 27 Metern auf die erforderliche Höhe von zehn Metern an. Dann fuhr der Kran um vier Meter unter Last zurück und verkürzte den Arbeitsradius durch Anheben des Auslegers um einen Meter, so dass die Brücke beim anschließenden Schwenk sicher an einem angrenzenden Baumbestand vorbeigeführt werden konnte. Der komplette Hub dauerte gerade einmal 15 Minuten. Zügig verlief dann auch der Abbau des Krans, der an nur einem Tag erledigt war.

Kran am Fluß
Herausforderung: Die Brückenmontage schaffte nur ein besonders kompakter Kran.
 
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