Industrienachrichten

Neue Stiftungsprofessur für die TU Bergakademie Freiberg

Mannlos Rohstoffe gewinnen

Zum Sommersemester 2016 erhält die TU Bergakademie Freiberg die Stiftungsprofessur „Smart Mining Machinery“. Sie ist an der Fakultät für Maschinenbau, Verfahrens- und Energietechnik angesiedelt und wird von den VDMA-Fachverbänden Bau- und Baustoffmaschinen, Mining sowie der Forschungsvereinigung Bau- und Baustoffmaschinen über einen Zeitraum von fünf Jahren kofinanziert. Vertreter der TU Bergakademie und des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) schlossen jetzt eine Kooperationsvereinbarung.

Ziel der Professur ist es, gemeinsam mit der Wirtschaft intelligente Maschinen zur Rohstoffgewinnung zu entwickeln. Prof. Holger Lieberwirth, Direktor des Instituts für Aufbereitungsmaschinen an der TU Bergakademie Freiberg, beschreibt die Bedeutung der Stiftungsprofessur: „Gerade die Befassung mit extremen Herausforderungen, z.B. beim Bergbau in Tiefen von mehr als 5.000 Metern, kann Ideen freisetzen, die auch zu neuen Technologien in anderen Bereichen und eng verwandten Gebieten führen, wie den Bau- und Baustoffmaschinen“. Das gilt zum Beispiel für den mannlosen Betrieb, der die Präsenz des Menschen in komplizierten Arbeitsumgebungen überflüssig macht.

Die intelligente Maschine …

Dazu benötigen Maschinen eine andere Funktionalität und Intelligenz als heute. Maschinen müssen untereinander, aber auch mit übergeordneten Steuerungen kommunizieren und vor Ort gegebenenfalls sehr schnell und dezentral Entscheidungen treffen können. Während der Mensch dem autonomen Fahrzeug im Straßenverkehr zumindest noch ein Ziel vorgibt und das Straßennetz im Bordcomputer hinterlegt ist, wird sich die intelligente Maschine im Rohstoffbereich selbst ihr Ziel und den Weg dorthin suchen, indem sie Erzgänge erkennt und selbstständig abbaut.

…ist nicht nur für den Bergbau relevant

Für Prof. Lieberwirth ist die neue Stiftungsprofessur ein Gewinn, nicht nur für den Maschinenbau an der TU Bergakademie Freiberg: „Sie wird neben der kürzlich neu besetzten Professur für Aufbereitungsmaschinen den anwendungsnahen rohstofforientierten Maschinenbau mit vielen Schnittstellen u.a. zu Automation, Lagerstättenkunde und Fahrzeugtechnik ideal ergänzen und erweitern. Damit steht für die Unternehmen, aber auch für andere Professorenkollegen, Verbände und Politik ein weiterer industrieerfahrener Ansprechpartner zur Verfügung, durch den die vielfältigen aus dem Rohstoffsektor auf den Maschinen- und Anlagenbau einströmenden Fragestellungen kanalisiert und bearbeitet werden können.“

Chance für den Mittelstand

Prof. Sebastian Bauer, Vorsitzender der Forschungsvereinigung Bau- und Baustoffmaschinen sieht die Stiftungsprofessur „Smart Mining Machinery“ richtungsweisend, nicht nur für den Bergbau: „Diese Professur ist zukunftsweisend, wenn es darum geht, neue Technologien zu entwickeln, die nicht nur den Bergbau beeinflussen werden. Auch andere Bereiche im Bau werden von den Entwicklungen profitieren – und damit auch der Mittelstand.“L

Prof. Sebastian Bauer (VDMA), Prof. Klaus-Dieter Barbknecht (TU Freiberg), Joachim Schmid (VDMA) bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages
Wollen, dass an intelligenten Maschinen für die Rohstoffgewinnung geforscht wird (von links nach rechts): Prof. Sebastian Bauer (VDMA), Prof. Klaus-Dieter Barbknecht (TU Freiberg), Joachim Schmid (VDMA) bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages.
 
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