Technik

Remex-Recyclinganlage in Betrieb genommen

Singapur setzt auf Recycling-Know-how aus Düsseldorf

Remex Mineralstoff aus Düsseldorf realisierte in Singapur eine moderne Recyclinganlage zur Aufbereitung von Hausmüllverbrennungsaschen und Rückgewinnung darin enthaltener Metalle. Im letzten Dezember wurde die Anlage offiziell eröffnet durch Singapurs Umweltminister Masagos Zulkifli und Norbert Rethmann, den Ehrenaufsichtsratsvorsitzenden des Rethmann-Konzerns, zu dem Remondis und Remex gehören.

>Nach einer Rekordbauzeit von nur acht Monaten nahm die neue Metallrückgewinnungsanlage im Juli letzten Jahres ihren Betrieb auf. Sie ist mit ihren Verfahren und Techniken ein Leuchtturmprojekt für den gesamten asiatischen Raum. Für den Aufbau und Betrieb der Anlage hatte Remex vor Ort die Remex Minerals Singapore Pte. Ltd. gegründet. Als erste Remex-Niederlassung außerhalb Europas agiert die lokale Gesellschaft im Auftrag der nationalen Umweltagentur NEA (National Environment Agency). Bei deren öffentlicher Projektausschreibung im Rahmen eines Langfristplanes zur Verbesserung der Ressourceneffizienz konnte sich Remex erfolgreich durchsetzen. Die Remondis-Tochter verfügt über großes Know-how beim Rohstoffrecycling aus mineralischen Abfällen und betreibt bereits ähnliche Anlagen in den Niederlanden und Deutschland. Umweltminister Masagos Zulkifli: „Remex ist in Europa ein etablierter Player bei der Metallrückgewinnung aus Hausmüllverbrennungsaschen. Ich bin zuversichtlich, dass die Erfahrung des Unternehmens zum Erfolg dieser Anlage in den kommenden Jahren beitragen wird.“

Quote von 90 Prozent

Errichtet wurde die neue Anlage zur Rückgewinnung von eisen- und nichteisenhaltigen Metallen auf einem 1,4 Hektar großen Grundstück im Singapurer Stadtteil Tuas. Hier verarbeitet Remex künftig rund 600.000 Tonnen Aschen pro Jahr, die aus den vier Singapurer Hausmüllverbrennungsanlagen stammen. Dabei werden gut 90 Prozent der in den Aschen enthaltenen Eisenmetalle und über drei Viertel der wertvollen Nichteisenmetalle wie Aluminium und Kupfer recycelt. Die hohen Recyclingquoten sind möglich durch innovative Prozesse, bei denen auch kleinste Metallteile wie Büroklammern oder Kronkorken aus den Aschen herausgefiltert werden. Hierbei kommen unter anderem spezielle Magnete und Feinstkorn-Wirbelstromabscheider in Verbindung mit mehrstufigen Siebverfahren zum Einsatz. Das exakt aufeinander abgestimmte Zusammenwirken moderner Technik sorgt für die präzise Trennung der Eisen- und Nichteisenmetalle von der Mineralik.

Primärstoffe werden geschont

Mit der neuen Remex-Aufbereitungsanlage wird nicht nur das für Singapur sehr wichtige Metallrecycling forciert. So will die nationale Umweltagentur NEA perspektivisch auch den weitaus größten Massenstrom der verbleibenden Aschen nutzen. Sie lassen sich nach entsprechender Aufbereitung beispielsweise in Bauprodukten oder als Gesteinskörnung im Straßen- und Tiefbau verwenden. Die baustoffliche Verwertung von aufbereiteten Aschen wird in Europa bereits praktiziert. Primärstoffe wie Sand und Kies werden dadurch geschont und Alternativen zur Deponierung geschaffen. Umweltminister Masagos Zulkifli: „Die Eröffnung dieser ersten Anlage ihrer Art in Singapur ist ein wichtiger Meilenstein bei unseren Bemühungen, eine Zero Waste Nation – also eine abfallfreie Nation – zu werden.“

Offizielle Eröffnung der REMEX-Recyclinganlage in Singapur (v.l.n.r.): Umweltminister Masagos Zulkifli, Norbert Rethmann, Ehrenaufsichtsratsvorsitzender des Rethmann-Konzerns, und Venkat Patnaik, Geschäftsführer REMEX Minerals Singapore.
Offizielle Eröffnung der REMEX-Recyclinganlage in Singapur (v.l.n.r.): Umweltminister Masagos Zulkifli, Norbert Rethmann, Ehrenaufsichtsratsvorsitzender des Rethmann-Konzerns, und Venkat Patnaik, Geschäftsführer REMEX Minerals Singapore.
 
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