Unternehmensführung

Gesamtlösungen für effiziente Heiztechnik

Weniger Geld verheizen

In Gewerbebauten und industriellen Produktionsanlagen wird zusätzlich zur Beheizung der Räume vielfach auch Wärme für technische Prozesse benötigt. Diese so genannte Prozesswärme, z. B. für Trocknungsanlagen und Brennöfen oder zur Erzeugung von Heißwasser und Dampf, verursacht nach Angaben der Deutschen Energieagentur (dena) den mit Abstand größten Energiebedarf in der Industrie und beim produzierenden Gewerbe.

In den Konzepten für ein effektives Energiemanagement, das bei den betrieblichen Abläufen eine immer größere Rolle spielt, ist deshalb die Optimierung der Wärmeversorgung eines der zentralen Themen. Die Energie-Experten der dena empfehlen den Unternehmen ein systematisches Vorgehen in vier Schritten. Werden diese Maßnahmen konsequent umgesetzt, bewirken sie nach bisherigen Erfahrungswerten bereits durchschnittliche Einsparungen von rund 15 Prozent der Prozesswärmekosten. Als Schritt eins sollte eine Optimierung des Wärmebedarfs mit einer detaillierten Ist-Analyse des Energieverbrauchs beginnen. Daraus abgeleitete Erkenntnisse eignen sich oft schon zur Verbesserung der Produktionsprozesse und zur Minimierung von Wärmeverlusten.

Neue Komponenten für mehr Effizienz

Energieeffiziente Wärmeerzeugung lautet die Vorgabe im zweiten Schritt, in dem die gesamte Wärmeversorgungsanlage überprüft und optimiert wird. Die dena nennt in diesem Zusammenhang den Austausch veralteter Komponenten durch effiziente Kessel, Brenner und Regelungen. Schritt drei umfasst alle verfügbaren Techniken der Wärmerückgewinnung, wie sie z. B. bei der Brennwerttechnik oder den Luftvorwärmern in Lüftungsanlagen eingesetzt werden.

Hier verbirgt sich großes Spar-Potenzial, denn gerade bei der industriellen Wärmeerzeugung fallen im Schnitt 40 Prozent Abwärme an, die sonst ungenutzt an die Umgebung abgegeben wird. Im vierten Schritt geht es dann um die Option spezieller Umwandlungs- und Erzeugungstechnologien, mit denen sich eine weitere Reduzierung des Energieverbrauchs erzielen lässt. Hierzu zählen z.B. die Kraft-Wärme-Kopplung sowie bedarfsgerechte Wärmespeicher, aber auch die Einbindung erneuerbarer Energien durch Solarthermie oder Wärmepumpen. Diese Empfehlungen zeigen anschaulich, dass wirkliche Effizienz nur durch aufeinander abgestimmte Maßnahmen an mehreren technologischen Fronten gleichzeitig zu erreichen ist.

Gefragt sind gebäudetechnische Gesamtlösungen, wie sie z. B. der Systemanbieter Wolf Heiz- und Klimatechnik (Mainburg) für Objekte jeder Größenordnung entwickelt. Systemtechnik, bei der alle Komponenten aus einer Hand stammen, bietet gute Voraussetzungen für zentrale Regelungskonzepte.

Digitale Technik hilft beim Sparen

Dazu gehört heute etwa die Einbindung der Gebäudetechnik-Steuerung in ein LAN-Netzwerk. Auf diese Weise können alle Regelungsfunktionen über die Firmen-EDV bzw. über das Internet koordiniert werden. Selbst bei komplexen Anlagen mit leistungsstarken Mittel- oder Großheizkesseln bzw. mit Blockheizkraftwerken sowie zeitgemäßer Klima- und Lüftungstechnik können die vorhandenen Effizienzpotenziale dank dieser Vernetzung optimal abgerufen werden.

Stahlwerk
In Stahlwerken und anderen energieintensiven Industrien verpuffen durchschnittlich 40 Prozent der erzeugten Wärme ungenutzt in die Umgebung. // singkamc - Fotolia.com
 
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