Technik

Belüftung von Betonteilen

Langer Atem – schöne Oberfläche

Betonwarenhersteller haben aus verschiedenen Gründen mit der Entstehung von Ausblühungen zu kämpfen – allen voran Feuchtigkeit, die aus neuen Betonteilen austritt oder in Form von Niederschlägen betagteren Betonobjekten das Leben schwer macht. Der dänische Hersteller KVM verspricht Abhilfe mit seinem „Ventilation Bit Dispenser“.

Der erste Angriff auf die Beton-Oberfläche kommt schnell und von innen: Sogenannte Primärausblühungen entstehen in der ersten Nachbehandlungsphase eines zementgebundenen Betonprodukts. Sie treten oft im Falle von Betonstein-Mauerwerken auf, ebenso auf einigen Brandschutzmörteln, wenn Wasser aus einer Wand bzw. einem anderen Tragwerk oder infolge von Hydratationswärme bei der Bildung von Zementstein austritt.

Dabei werden Salze an der Betonoberfläche gelöst, die gewöhnlich nicht im Zementstein gebunden sind. Sobald das Wasser verdunstet, bleiben Salzrückstände auf der Betonoberfläche zurück, die weiße, flockenartige Ablagerungen bilden und im Regelfall abgebürstet werden können.

Diese weißen Ablagerungen werden als Ausblühungen, bisweilen auch als „Salzabsetzungen“ bezeichnet. Da diese Salze gewöhnlich nicht Bestandteil des Zementsteins sind, liegt hier kein konstruktiver, sondern eher ein ästhetischer Mangel vor. Dieses Problem wird noch dadurch verschärft, dass bei den inzwischen sehr populären dunkel bis schwarz eingefärbten Betonwaren Ausblühungen stärker ins Blickfeld des Betrachters treten.

Eine Außenlagerung bei Nasswetter fördert die Entstehung von Ausblühungen noch, und wenn die Betonprodukte ohne Belüftungsmöglichkeiten direkt übereinander gestapelt werden, lässt sich dieses Problem nur dadurch lösen, dass über und unter den einzelnen Produktlagen zum Zweck der Belüftung Zwischenräume gestaltet werden.

KVM-Anlage
Die KVM-Anlage verlegt die Bits auf die Betonplatten noch auf der Unterlagsplatte.

Mut zur Lücke

Der „Ventilation Bit Dispenser“ von KVM erzeugt genau diese Belüftungszwischenräume. Die Anlage verlegt noch auf der Unterlagsplatte, jedoch vor dem Paketierer, mehrere kleinere Kunststoffplättchen auf den Betonwaren.

Diese „Bits“ genannten Abstandhalter sind ca. 15 x 15 x 3 mm groß – und fest genug, um die Lasten mehrerer Produktlagen im Stapel abtragen zu können. Dank kleinen Formats hinterlassen sie auf der Produktoberfläche keine Abdrücke. In Langzeitanwendungen konnten mit dieser Lösung äußerst zufriedenstellende Resultate erzielt werden, vor allem bei Betonwaren, auf denen Ausblühungen früher besonders häufig auftraten.

Als positiver Zusatznutzen ist auch der Rückgang von Transportschäden an Betonwaren, wie etwa Betonplatten mit hochwertigen Sichtbetonoberflächen, festzustellen. Typische Schadensbilder treten auf, wenn die Platten über den Stapel gezogen werden und somit Kratzer entstehen, die nur unter Schwierigkeiten wieder zu entfernen sind. Liegen hingegen Bits als Abstandhalter dazwischen, lassen sich derartige Schäden vermeiden, da die Platten dann über die aus weichem Kunststoff gefertigten Bits gezogen werden.

Bits aus druckfestem Kunststoff
Die Bits aus druckfestem Kunststoff verhindern mechanische Schäden.
 
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