Arbeitssicherheit

Fahrpersonalschulung der Heidelberg Cement AG / Deutschland

Für mehr Sicherheit ist kein Aufwand zu groß

Mitten in der Schorfheide liegt das Gelände des früheren Flugplatzes Templin/Groß Dölln, bis zu seiner Schließung größter Militärflugplatz Europas. Die Zeiten der militärischen Nutzung sind vorbei, heute dient er friedlichen Zwecken. Das Gelände beherbergt das Driving Center Groß Dölln. Ein idealer Ort für die Heidelberg Cement Gruppe, um hier ihre Fahrer zu schulen.

400 Fahrer aus ganz Deutschland kamen zwischen dem 5. und 10. Januar hierher, um in Gruppen ein zweitägiges Schulungsprogramm zu absolvieren. An verschiedenen Stationen standen Fahrsicherheit, ökonomisches Fahren, aber auch die eigene Gesundheit im Mittelpunkt. Betreut wurde die Veranstaltung von insgesamt 260 Trainern, Gruppenführern und Ausbildern. Mercedes Benz Profi-Training kam mit 15 Fahrzeugen und 18 Trainern nach Groß Dölln.

In Theorieseminaren wurden die Fahrer aufgefordert, sich mit ihrer Fahrweise auseinanderzusetzen. Theorietrainer Wolfgang Netzow erläuterte den Hintergrund des Eco-Trainings: „Die Technik der Fahrzeuge verändert sich ständig und damit auch die Anforderungen an die Fahrer, die heute fast mehr Elektroniker als reine Fahrer sein müssen.“ Kein Unternehmen kann es sich heutzutage leisten, das Einsparpotenzial einer ökonomischen Fahrweise nicht zu beachten. „Wir zeigen den Fahrern, dass eine ökonomische Fahrweise nicht bedeutet, dass sie langsamer fahren“, so Netzow.

Betonpumpenfahrzeug durchfährt einen Rahmen zur Höhenbestimmung
Ist die Höhe richtig eingestellt? // BG RCI (3)

Erstaunliche Ergebnisse

Dass dies nicht bloße Theorie ist, konnten die Fahrer in der Praxis überprüfen. Vor dem theoretischen Teil stand eine Eingangsrunde an, auf einer Probestrecke fuhren die Fahrer in ihrem gewohnten Fahrstil. Es folgte eine Demofahrt mit Fahrern von Mercedes Benz. Zum Abschluss ging es dann auf die Ausgangsrunde. Hier wurden die neuen Erkenntnisse angewendet. Und das Ergebnis überraschte alle. „Bei der Ausgangsfahrt habe ich 9 Liter auf 100 Kilometer weniger verbraucht als bei der ersten Fahrt“, erzählte Marian Wetzel, der im Berufsalltag einen MAN-Truck fährt. „Der Trainer hat den Theorieteil sehr anschaulich und praxisnah gestaltet,“ so der Mischerfahrer aus Kiel. Beim Fahrsicherheitstraining von Mercedes Benz ging es dann rasant um Kurven. Die Fahrer erprobten hier Reaktionen auf besonders kritische Fahrsituationen in einem Kippsattelzug. Auch beim Fahrarbeitssicherheitstraining von Dupont stand die Sicherheit im Blickpunkt. Die Teilnehmer sollten die Höhe und die Breite der Übungsfahrzeuge richtig einschätzen. Auf dem Parcours mussten Hindernisse per Handzeichen von den Fahrern so gestellt werden, dass der Truck diese problemlos passieren konnte.

Direktes Feedback für Hersteller

Mehrere Aussteller nutzten die Veranstaltung, um sich und ihre Produkte zu präsentieren. So stellten Cifa, Putzmeister, Liebherr und Schwing die aktuellen Betonpumpen- und Mischermodelle vor. Doch nicht nur das. „Bei einer solchen Veranstaltung geht es uns nicht in erster Linie darum, unser Angebot vorzustellen“, meint Pierre Borowski vom Fahrzeugteilehändler Winkler. „Es gibt nur selten Gelegenheiten, in kurzer Zeit mit mehr als 500 Fahrern in direkten Kontakt zu kommen. Sie sind diejenigen, die täglich mit unseren Produkten arbeiten, sie können uns am besten sagen, welche Teile noch verbessert werden können.“ Sein Kollege Frank Gerhardt ergänzt: „Dieses direkte Feedback hilft uns, unser Angebot zu verbessern. Die Erkenntnisse geben wir an unsere Lieferanten weiter.“

Kurvenfahrt beim Fahrsicherheitstraining
Rasante Kurvenfahrt beim Fahrsicherheitstraining.

Sportlich, sportlich

Zweiter Veranstaltungsort war das nahe gelegene Feriendorf in Groß Väter, in dem die Fahrer während ihres Aufenthaltes untergebracht waren. Sportliche Betätigung stand an der Station, die von Trinamik in Zusammenarbeit mit der BG RCI betreut wurde, auf der Tagesordnung. Neele Kerkmann und Alice Barkhausen warteten mit Übungen auf die einzelnen Gruppen. „Wir zeigen hier, wie die Männer mit wenig Aufwand zu Hause oder in der Pause auf dem Parkplatz etwas für ihre Gesundheit tun können“, so Alice Barkhausen. Nach einer kurzen Vorführung mussten die Fahrer selber ran. „Manche waren zu Beginn etwas zögerlich“, so Christian Max, Disponent bei Heidelberg Cement und einer der Gruppenleiter, „aber alle fühlten sich nach den Übungen besser.“

Nebenan bot der DRK-Kreisverband Berlin-City e.V. die Möglichkeit, Erste-Hilfe-Kenntnisse in Theorie und Praxis wieder aufzufrischen. Neben Rechts- und Versicherungsfragen ging es darum, die Abfolge der Hilfsmaßnahmen bei einem Unfall zu bestimmen. Wiederbelebungsmaßnahmen wurden simuliert und die Wundversorgung wurde geübt. Das Thema Altersvorsorge kam an einer weiteren Station zur Sprache. Heidelberg Cement bietet seinen Mitarbeitern eine betriebliche Altersvorsorge, die mit 15 Prozent über den tariflich vereinbarten Leistungen bezuschusst wird. Jürgen Vogt, Leiter der Personalbetreuung, dazu: „Wir nutzen die Veranstaltung, um unsere Mitarbeiter gezielt über die Möglichkeiten zu informieren. Dazu bieten wir ihnen auch individuelle Beratungsgespräche an.“

Zufriedenes Fazit

In Groß Väter fand auch die Abendveranstaltung statt, die jeweils am Ende des ersten Tages zum Beisammensein einlud. „Hier haben wir nochmals die Möglichkeit, uns direkt mit unseren Fahrern in ungezwungener Runde auszutauschen“, so Gruppenleiter Christian Max. „Ich war früher schon als Fahrer hier und kenne deshalb beide Seiten.“ Veranstaltungen wie diese dienen auch dazu, den Fahrern zu vermitteln, wie wichtig sie auch als Markenbotschafter im direkten Kundenkontakt für das Unternehmen sind. Am Ende der Woche zeigte sich Organisator Detlef Wisbar, Leiter Betonpumpen, zufrieden. „Das war eine aufregende Woche, jeder hat das Maximum gegeben und letztendlich hat nur die tolle Teamarbeit zu dem Erfolg geführt, der es aus meiner Sicht war. Die beiden Veranstaltungsorte Groß Väter und Groß Dölln und deren Mitarbeiter haben uns beste Voraussetzungen geboten, um auf alle Eventualitäten sehr gut reagieren zu können.“ Man habe auch widrigen Wetterbedingungen getrotzt und letztlich eine sehr komplexe Veranstaltung mit 660 Teilnehmern erfolgreich abschließen können.

Stefan Möller,
Redaktion STEINE+ERDEN

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