Arbeitssicherheit

10. Deutscher Gefahrstoffschutzpreis für IAB Weimar

Weniger Staub, Zeit, Kosten

Anette Kramme, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), zeichnete am 24.11.2014 in Berlin das Institut für Angewandte Bauforschung (IAB) Weimar mit dem 10. Deutschen Gefahrstoffschutzpreis aus, der mit 5.000 Euro dotiert ist. Die Preisverleihung fand im Rahmen der Tagung „AGSpublik 2014“ statt.

Kramme würdigte die Arbeit des Ausschusses für Gefahrstoffe (AGS). Veranstalter waren die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), das BMAS und der AGS. Themen waren auch die Gefahrstoffverordnung 2015, der Allgemeine Staubgrenzwert und der Stand der Technik. Der Gefahrstoffschutzpreis wird alle zwei Jahre vom BMAS ausgelobt und von der BAuA, die die Geschäfte des AGS führt, organisiert. Er zeichnete auch 2014 unter der Überschrift „Umgang mit Gefahrstoffen sicherer machen, Innovationen fördern“ vorbildliche Aktivitäten zum Schutz vor Gefahrstoffen aus.

Die 31 Bewerbungen wurden nach folgenden Kriterien beurteilt:

  1. Lösung für ein relevantes Arbeitsschutzproblem
  2. Über das gesetzlich vorgeschriebene Mindestmaß hinausgehende Aktivität
  3. Realisierung trotz schwieriger struktureller Voraussetzungen
  4. Fortschrittliche Lösung, fortschrittlicher Lösungsansatz
  5. Ganzheitlichkeit des Lösungsansatzes
  6. Übertragbarkeit
  7. Nachweis der Wirksamkeit
Mikroskopische Aufnahme einer Asbestfaser
Gelangen beim Bohren Fasern des Minerals Asbest in die Atemwege, können sie die Staublungenkrankheit Asbestose und langfristig auch Lungenkrebs auslösen. Die Bohrvorrichtung der IAB reduziert diese Gefahr erheblich. // sakura - Fotolia.com

Umweltfreundliches Trockenbohren

Preisträger ist IAB Weimar für die Entwicklung eines Asbestbohrverfahrens. In Zusammenarbeit mit Knorr Lärmschutz und Herwig Bohrtechnik Schmalkalden  entwickelte die IAB – Institut für Angewandte Bauforschung Weimar – ein emissionsarmes Trockenbohrverfahren für Außenwandkonstruktionen mit vorgehängten Asbestzementplatten. Bislang konnten notwendige Arbeiten wie der Einbau von Lüftungselementen nur nach Demontage der Asbestverkleidung durchgeführt werden, da kein zugelassenes Bohrverfahren für Asbestzement existierte. Die Gebäude mussten aufwändig und kostenintensiv eingerüstet werden. Das neue Verfahren verbindet innovative Gerätetechnik mit einer detaillierten Verfahrensanweisung und eignet sich grundsätzlich für alle Baustoffe, die beim Bohren eine hohe Staubentwicklung aufweisen.

Zudem kann kostenintensive Technik wie Arbeitsgerüste, Hub- oder Hängebühnen eingespart werden. Das Verfahren ist berufsgenossenschaftlich anerkannt und unter der Nummer BT 28 in die DGUV Information 201-012 (bisher BGI 664) aufgenommen.

Bohrhülse mit Absaugvorrichtung
Preisgekrönter Gefahrstoffschutz: die IAB-Bohrhülse mit Absaugvorrichtung. An der Außenwand wird das Bohrloch mit einer Saugglocke verschlossen.
 
Weitere Informationen