Technik

Sichtbeton am neuen Ferrari-Autohaus in München

Eleganz trifft Beton

Ein geschwungener, in dunklen Tönen eingefärbter Sichtbeton spiegelt die Eleganz der italienischen Sportwagenmarke Ferrari wider. Für den Vertragshändler Carmelo Saggio hat Architekt Mensing in München das weltweit größte Ferrari-Autohaus gebaut.

Glas, Stahl und Beton sind die markanten Baustoffe für ein Gebäude, das den Erfolg der Marke Ferrari auch durch seine Architektur ausdrücken kann. Mit dem unlängst eröffneten, inhabergeführten Autohaus in München hat Bauherr Saggio seinen vierten Standort geschaffen. Mit dem Neubau wurde das größte und modernste Ferrari-Autohaus der Welt eröffnet. Ferrari tritt in München nicht mit Corporate Architecture, sondern mit einem individuellen Konzept auf. Für Architekt Mensing aus Würzburg ist es das zweite Bauvorhaben für Ferrari. Das Gebäude im Mainfrankenpark Dettelbach hat mit einer Sichtbetonfassade architektonische Maßstäbe gesetzt. So wurde sein Büro auch mit dem Entwurf für den wichtigsten Verkaufsstandort in Europa beauftragt. Für den Bauherrn Carmelo Saggio, der Wagen jenseits der 100.000-Euro-Marke anbietet, ist es auch wichtig, dass Architekt Mensing seine Projekte nicht nur außergewöhnlich, sondern auch innerhalb des vorgegebenen Termin- und Kostenhorizonts realisieren kann. Sein erstes Projekt für Ferrari zeichnete sich durch geschlossene Fassaden aus Sichtbeton aus, die Sportwagen wurden dem Blick des Betrachters entzogen. Das war mutig und hat andernorts schon Nachahmer gefunden. In München wählte der Architekt eine geschwungene Außenfassade mit unterschiedlichen Radien, die er unter anderem in einem mit schwarzen Farbpigmenten durchgefärbten Sichtbeton ausführen ließ. Insgesamt will Thomas Mensing mit seiner Architektur die Wertigkeit der Automobile betonen, gerade für Weltmarken, so seine Einschätzung, sei nachhaltige und moderne Architektur besonders wichtig. Der Entwurfsgedanke beider Projekte steht ganz im Kontext der Marke Ferrari. Anders als in Würzburg ist in München der Neubau allerdings nicht auf der grünen Wiese, sondern in einem urbanen Umfeld entstanden. In beiden Fällen gilt: „Die Architektur sollte Merkmale des Produktes aufgreifen, hier etwa seine Dynamik, allerdings auch bewusst durch die Materialität kontrastieren“, erläutert Mensing. So sind auch in München die charakteristischen Baustoffe des Autohauses – Beton, Stahl und Glas – gestalterisch gezielt und repräsentativ eingeplant. Eine interessante Herausforderung war die Statik der Fassade, bei der ein drei Meter hohes Sichtbetonteil über einer 6,60 Meter hohen Glasfront angeordnet ist. Ihre Befestigung an der tragenden Stahlkonstruktion des Daches bleibt dem Betrachter nach der Fertigstellung verborgen. An der Hauptfassade kam eine saugende Schalung zum Einsatz, die eine samtige Oberflächenanmutung des durchgefärbten Betons bewirkte. Die Seitenwände erhielten ihre gewünschte glatte Oberfläche durch die Wahl nicht saugender Schaltafeln.

Sichtbetonwand
Der Beton für die rund 200 Quadratmeter große Sichtbetonwand kam bereits eingefärbt aus dem Betonwerk, jeweils sechs Kubikmeter je Farbsorte im Wechsel.
Autohaus
Kühner Schwung für schnelle Autos: Ferrari mischt Industriedesign mit organischen Formen.
 
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