Technik

Sensor-Steuerung in der Schlackenaufbereitung

Jedes Körnchen zählt

Rohstoff-Ressourcen schwinden, der Abbau natürlicher Vorkommen wird schwieriger. Rückgewinnung ist darum inzwschen eine wichtige Schlüsseltechnologie, somit auch die Aufbereitung von Schlacken aus der Müllverbrennung per Magnettechnik. Hochentwickelte Sensoren in den Anlagen von Steinert helfen, Metall-Ausbeute und Qualität zu steigern – selbst im Feinkornbereich von unter drei Millimetern.

Seit 1987 baut die Kölner Firma Steinert seine Nichteisenmetallscheider (NES) mit einem exzentrischen Polsystem. Allein in der Branche Schlackenaufbereitung versehen über 600 Anlagen mit der patentierten Technik ihren Dienst. Steinert konnte in der jüngsten Entwicklungsstufe des Feinpolsystems 6119 die Drehzahl des mit 19 Polpaaren bestückten Rotors von 2.600 auf 3.000 U/min anheben und zugleich die exzentrische Anordnung beibehalten.

Die Stork Umweltdienste GmbH in Magdeburg setzte als einer der ersten Betriebe auf die neue Technik. Damit hat das Unternehmen seine Nichteisenmetall-Aushaltung selbst in Korngrößen unter drei Millimetern verbessert. Auch außerhalb der Schlackenaufbereitung ergeben sich mit dem neuen Polsystem neue Einsatzgebiete im Feinkornbereich. Moderne Sensorentechnik steigert dabei Erträge und Reinheit.

High-Tech-Spürnasen

Bei der Aufbereitung von Schlacke aus der Müllverbrennung (MV) geht der Trend zur Optimierung von Anlagenprozessen, zu Aus- und Umbau von Aufbereitungsanlagen mit neuester Sensor-Technologie. Die Entwicklung trägt den Qualitätsansprüchen an die MV-Schlacke Rechnung, aber auch dem Bedarf an

Sekundär-Rohstoffen und der Ressourcenschonung. Aufbereitungsprozesse, in denen ausschließlich FE-Metalle, Aluminium, Kupfer und Messing aus der MV-Schlacke sortiert wurden, entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik. Neben der klassischen Schlackenaufbereitung mittels Vorklassierung, Handsortierung, Windsichtung, Magnet- und Wirbelstromabscheidung gilt es heute, sämtliche enthaltenen freien Edel- und Edelstahlmetalle mittels ISS-Technologie zu erfassen. Die Abkürzung steht für „Induktions-Sortier-Systeme“. Diese können dank speziell abgestimmter Sensoren enthaltene Edelstähle detektieren und aussortieren. Zurück bleibt eine nahezu metallfreie Restschlacke. Die Ausbringraten liegen weit über 90 Prozent; die rückgewonnenen Produkte weisen zugleich eine hohe Reinheit auf. Abgesehen vom Aspekt der Ressourcenschonung: Diese Technik eröffnet auch neue Gewinnaussichten in der MV-Schlackenaufbereitung.

Verfahrenstechnisch kommen diese Aggregate nach der vorbenannten klassischen Aufbereitung zum Einsatz – das vereinfacht es vor allem, bestehende Anlagen zu erweitern. Laut Steinert kann sich die Investition in ISS-Technologie und Peripherie schon nach zwei Jahren rechnen.

Nichteisenmetallscheider
Mittels ISS-Technologie holen Anlagen von Steinert  selbst die schwierig handhabbaren Edelstähle aus der Schlacke.
 
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