Arbeitssicherheit

Gewinnungssprengungen im Hartgestein – Teil 1

Ohne Loch? Aber sicher!

Kompakt und nicht bankig gelagerte Hartgesteine wie Diabas, Grauwacke, Granit oder Quarzdiorith werden häufig durch Gewinnungssprengungen aus Kopf- und Sohlbohrlöchern gewonnen.

Dieses Sprengverfahren bietet folgende Vorteile:

Nachteile dieser Gewinnungsmethode bestehen

Die neue Berufsgenossenschaftliche Regel BGR 241 „Sprengarbeiten“ behandelt aus diesem Grund in Absatz 4.1.11 Bohren diesen Sachverhalt. Hier heißt es:

„(5) In Steinbrüchen dürfen keine horizontalen Bohrlöcher an den Füßen der Wände hergestellt werden.“

Bei unseren Recherchen sind wir auf verschiedene Steinbruchsunternehmen gestoßen, die gute Erfahrungen bei der Umstellung ihres Sprengverfahrens sammeln konnten und auf das Bohren von Sohlbohrlöchern ganz oder teilweise verzichten.

Unter anderem wurden folgende Maßnahmen ergriffen:

Der gesamte Erfolg der Umstellung des Sprengverfahrens basiert auf einer exakten Wandvermessung, die nur mit modernen Messverfahren für Bohrloch und Wand durchzuführen ist. Im Absatz 4.1.11 Bohren der neuen Berufsgenossenschaftlichen Regel BGR 241 „Sprengarbeiten“ heißt es weiter:

„Soweit ausnahmsweise die Verwendung horizontaler Fußbohrlöcher dennoch erforderlich ist, hat der Unternehmer in seiner Gefährdungsbeurteilung diese Maßnahme zu begründen und besondere Maßnahmen zum Schutz vor Steinfall während des Herstellens der Bohrlöcher und der Ladearbeiten festzulegen.“

In der nächsten Ausgabe von Steine+ Erden werden wir beispielhaft aufzeigen, welche Maßnahmen beim Einsatz von Sohlbohrlöchern notwendig sind, um die Mitarbeiter bei Bohr- und Ladearbeiten zu schützen.

Georg Lenz, Jochen Stürtz, Martin Böttcher, BG RCI

hohe Bruchwand
Gefahr von oben: Wer an einer solchen Wand Sohllöcher bohrt oder lädt, riskiert plötzlichen Steinfall. // Foto: Martin Böttcher
Bruchwand
Sohle im Basaltsteinbruch Lohne bei Fritzlar - das Sprengverfahren wurde auf das Bohren und Laden von Kopfbohrlöchern sowie durch die Verkleinerung des Bohrrasters umgestellt.
Bruchwand
Hartsteinwerk Unterberg bei Ilfeld: Sprengverfahren: Bohren von Kopfbohrlöchern, Unterbohren, Wandneigung von 75°.