Unternehmensführung

3. Tag zum Arbeitsschutz „Sifatag“ bei Knauf Gips KG Iphofen

Arbeitsschutz mehr denn je ein Markenzeichen erfolgreicher Unternehmenspolitik

Auftakt zum diesjährigen Sifatag im Hause Knauf Gips KG war die Verleihung des „Sicher mit System“-Gütesiegels an das dort ansässige Werk I der Gruppe. Herr Dr.Lupold als Werkleiter konnte mit seinem Team, tatkräftig unterstützt von der Sicherheitsfachkraft Herrn Tallner und vielen Abteilungsleitern, die Urkunde und die Skulptur entgegennehmen.

Überreicht wurden die Auszeichnungen vom Präventionsbereichsleiter Baustoffe der BG RCI Nürnberg, Dipl.-Ing. Ulrich Kretschmer (im Foto unten links). Auch die Geschäftsleitung in Person von Herrn Carlo Knauf ließ es sich nicht nehmen, die Verdienste ihrer Mannschaft angemessen zu würdigen. In verschiedenen Redebeiträgen wurde der hohe Stellenwert von Arbeitsschutz im Unternehmen Knauf Gips KG zum Ausdruck gebracht. So wurden im vorausgegangenen Jahr die Knauf-Leitlinien und der Knauf-Standard eingeführt. Beide setzen Maßstäbe in Bezug auf Arbeitsschutz, dies nicht nur national, sondern unabhängig vom Standort. Der Initiative des Zuständigen für Rohstoffsicherung, Umwelt und Sicherheit, Herrn Appel, verdankt der Sifatag seine Existenz.

Positive Entwicklung des Arbeitsschutzes

Appel machte in seinem Einleitungsreferat die rund 80 Teilnehmer mit den Zahlen zum Arbeitsschutz vertraut. Kennzeichnend war hier die grundsätzlich positive Tendenz in allen Bereichen. Ergänzt wurden die „nackten Zahlen“ durch verschiedene Angebote, die allen zuständigen oder interessierten Beschäftigten gemacht werden. Hier stellte Appel die um einige Features im vergangenen Jahr ergänzte Palette vor. So wurden unter anderem die Unterweisungshilfen ergänzt. Als wichtiges Arbeitsmittel zur Prävention wurde von der ortsansässigen Sicherheitsfachkraft, Herrn Tallner, das Kompendium Arbeitsschutz der BG RCI in „Echtzeit“ vorgeführt und erklärt. Tallner empfahl den Zugang für alle Interessierten. Maßgebende Gestaltung erfuhr der Tag durch den international zuständigen Arbeitsschutzbeauftragten von Knauf Gips KG, Herrn Hüche. Dieser berichtete anhand seiner Dienstreisen in aller Welt von Good-practice-, aber auch Bad-practice-Beispielen. Deutlich war zu erkennen, dass die Aufgabenstellungen im Arbeitsschutz vor Grenzen nicht halt machen. Auch die gefundenen Schutzmaßnahmen und das beobachtbare Verhalten von Menschen ist auf keine Region beschränkt.

Neues Handschuhkonzept

Ein weiteres Thema war das neue Handschuhkonzept bei Knauf. Es wurde in Zusammenarbeit mit einem renommierten Hersteller entwickelt. Die Ausgangssituation ist gekennzeichnet durch eine Vielzahl von verschiedenen manuellen Tätigkeiten. Es sind Arbeitsplätze mit Gefahrstoffen oder störenden Stoffen wie Wasser und Staub zu beurteilen. An den Arbeitsplätzen werden entweder verschiedene oder keine Handschuhe genutzt. Die verwendeten Modelle sind modern oder auch traditionell. Als Ziele wurden eine Bestandsaufnahme, eine Eignungsbeurteilung, eine Verbesserung hinsichtlich erhöhtem Schutz, Tragekomfort, Haltbarkeit und Kosten festgelegt. Auch ist ein verbindlicher Leitfaden vorgesehen. Im weiteren Vorgehen wurden eine Begehung, Tests, Dokumentation, Kostenüberschlag und ein Beschluss ins Auge gefasst. Im Ergebnis werden der richtige Schutz, die richtige Anzahl, die richtigen Typen sowie die Mitarbeiterzufriedenheit mit den Handschuhen geprüft.

Sicherheitskultur

In einem zweiten Vortrag referierte Herr Hüche über die Wechselwirkung von Sicherheitskultur und menschlichem Verhalten. Bei der Sicherheitskultur erkan­nte er verschiedene Qualitätsstufen: ganz unten banal-unverbindliche Formeln wie „Viel Glück“, ganz oben fest fixierte „Team-Werte“. Der Mensch durchläuft laut Hüche eine reaktive Phase: Darin geht er instinktiv vor, wendet aber auch Regeln an. Darauf folgt eine vorausschauende Phase, bestimmt durch „Ich will“ und „Wir wollen“.

Eindrucksvoll war sein Vergleich der Zahlen getöteter Mitarbeiter auf den Baustellen der letzten olympischen Spiele. So war 2012 in London kein Menschenleben zu beklagen! Als weitere Ziele formulierte er die Reduktion der Unfälle mit verlorener Zeit und die kontinuierliche Verbesserung im Arbeitsschutz. Dies geht einher mit dem Bestreben von Knauf, in naher Zukunft alle deutschen Werke SMS zertifiziert zu haben. Ergänzend stellte Herr König, BG RCI Nürnberg, die geänderten Bedingungen zum Förderpreis der BG RCI 2014 und das neue E-Learning Programm vor. Hier wurde besonders auf die neuesten Angebote speziell für die Gips-Industrie hingewiesen.

Dipl.-Ing. Martin Böttcher, BG RCI

Mitarbeiter bei der Verleihung des Gütesiegels im Unternehmen

Der Weg ist das Ziel – Gütesiegelverfahren bei Knauf Gips KG in Stadtoldendorf

Auf Geheiß der Zentrale in Iphofen begannen viele Standorte der Knauf Gips KG, sich um den Aufbau von Arbeitsschutzmanagementsystemen zu kümmern. Das Gütesiegelverfahren bei Knauf Gips in Stadtoldendorf mit den beiden zugehörigen Bergwerken, der Grube Breitestein und der Grube Lamerden, gestaltete sich als Prozess. Die Besprechung fand  bereits im Dezember 2010 statt. Werksleiter Jörg Menken und Sicherheitsfachkraft Erich Lages machten gleich zu Anfang deutlich, dass für sie die Nachhaltigkeit des Gütesiegelprozesses im Vordergrund steht. Daran anschließend folgte eine Betriebsversammlung, in der die Belegschaft über das Vorhaben informiert wurde. In Seminaren wurden allen Führungskräften die Kerngedanken des Managementsystems „Sicher mit System“ vermittelt. Vor Ort in den Arbeitsgruppen wurden unter aktiver Beteiligung aller Mitarbeiter die Gefährdungsbeurteilungen des Unternehmens aktualisiert. Die Umsetzung wurde bei Betriebsbesichtigungen durch die zuständigen Aufsichtspersonen sowie den Gütesiegelberater begleitend unterstützt. Anfängliche Skepsis wich breiter Zustimmung. Dies zeigte sich auch bei den auf dem Firmengelände ständig tätigen Fremdunternehmen, die beim  Aufbau des Arbeitsschutzmanagement-Systems kräftig mitarbeiteten. Im Oktober 2013 fand dann das Gütesiegelaudit statt, am 29. November konnte Gütesiegelauditor Martin Böttcher die begehrten Urkunden überreichen.

Mitarbeiter bei der Verleihung des Gütesiegels im Unternehmen
Das Motto für das Wiederholungsaudit in drei Jahren steht auch schon fest: Der Weg ist das Ziel.