Technik

Staub binden

Nebel schafft klare Verhältnisse

Wer mit Steinen und Erden zu tun hat, bekommt spätestens bei trockener Witterung ein Problem: mit enormen Mengen an Staub nämlich. Sie bergen Risiken für Umwelt und Gesundheit, stressen Maschinen und gefährden die Arbeitssicherheit. Gezielt aufgebrachter Wassernebel bindet den Staub – und erhöht damit letztlich die Effizienz von Produktionsprozessen.

Das Schreckgespenst Staub treibt nicht nur sein Unwesen in großen Städten, die im Emissionsdunst des Autoverkehrs versinken. Auch in unseren Branchen, die mineralisches Material gewinnen, aufbereiten und verarbeiten, ist Staub allgegenwärtig. Doch die Zeiten, als man das noch als notwendiges Übel schulterzuckend hinnehmen konnte, sind vorbei. Grenzwerte und Richtlinien sind strenger, die Ansprüche der Mitarbeiter auf einen staubfreien Arbeitsplatz höher geworden.

Doch wie grenzt man die Staubentwicklung mit noch halbwegs vertretbarem Aufwand ein? Das wohl sinnigste Verfahren setzt auf Wassernebel, der mit Druck direkt dort aufgesprüht wird, wo der Staub aufwirbelt – beim Materialein- und -austrag etwa, auf Fördersträngen und an Brechstufen. Der Staub wird ans Material gebunden, bevor er sich in der Umgebungsluft verteilen kann. Kaum ein Hersteller allerdings integriert solche Beneblungssysteme werksmäßig in seine Maschinen. So hat die rheinland-pfälzische Terz GmbH ihre Chance genutzt: Seit gut zehn Jahren bietet sie eine „Nebolex“ genannte Technik an, mit der Staub verursachende Anlagen nachträglich ausgerüstet werden können.

Nebel aus normalem Wasser

Grundsätzlich neu ist die Idee mit dem Wassernebel nicht: Dass er Staub binden kann, weiß man schon seit Generationen. Allerdings sind Vernebelungsanlagen oft empfindlich. Sie funktionieren nur mit aufwendig gereinigtem Wasser, weil sich sonst die Düsen zusetzen. Anders das Nebolex-System von Terz. Es handelt sich dabei um ein Zerstäubungssystem auf Zweistoffbasis mit Wasser (ca. 0-3 bar) und Druckluft (ca. 6-7 bar). Markantester Unterschied zu anderen Produkten: Es gibt keine Wasserdüsen, sondern spezielle Nebelköpfe, die auch gesiebtes Oberflächen- oder Zisternenwasser zerstäuben können. Kalk und Schmutzpartikel werden dank hohem Luftdruck einfach mitvernebelt. Der Wirkungsgrad ist hoch: Aus 20 Litern Wasser erzeugt Nebolex ein Wasser-Luft-Gemisch mit einem Volumen von rund 60.000 Litern. Der Wasserbedarf dagegen fällt laut Terz daher recht sparsam aus, er beginnt bei 0,1 Litern pro Minute und Nebelkopf.

Nachrüstbare Komplettlösung

Das Nebolex-System besteht im Wesentlichen aus vier (frostgeschützten) Baugruppen:

Die in mehreren Größen erhältliche, als Stand-alone-Gerät ausgeführte Aufbereitungseinheit dient dazu, die benötigte Luft zu komprimieren. Mit der dabei entstehenden Abwärme kann das Sprühwasser aufgeheizt werden. Somit ist auch bei Minusgraden ein sicherer Betrieb gewährleistet.

Nebolex-System
Nebolex-System
Wo man vor Staub normalerweise nicht mehr die Hand vor Augen sehen kann, binden die vom Nebolex-System erzeugten Nebel-Strahlen flüchtige Partikel ans Material. Die Nebelköpfe sind – anders als normale Wasserdüsen – laut Hersteller weitgehend unempfindlich gegen Kalk und Schmutz.
 
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