Technik

Messtechnik

Da liegt was in der Luft

Manch besonders gefährliche Substanz kann man weder riechen noch schmecken, manchmal nicht mal sehen. Aerosole, Gemische aus Atemluft und mikroskopisch kleinen Schadstoff-Partikeln, können Unwohlsein, schlimmstenfalls sogar heftige Erkrankungen verursachen. Darum sollte die Luftqualität am Arbeitsplatz genauestens überwacht werden.

Gebotszeichen M04, Atemschutz

Noch immer wird Arbeitsschutz oft auf Sicherheitskleidung wie Schuhe oder Handschuhe reduziert. Doch sollte vor allem der Schutz vor Gefahren aus der Luft stärker im Vordergrund stehen, fordert Nathalie Cholin vom Messgeräte-Hersteller TSI. Auch angesichts künftiger gesetzlicher Mindestforderungen. Aber in erster Linie geht es um die Gesundheit der Mitarbeiter: „Partikel aus der Luft, grobe Stäube ebenso wie ultrafeine Partikel oder sogar Nanopartikel, die sich in den Atemwegen ablagern könnten, bedürfen einer Überwachung“, so Cholin. „Das handelnde Personal muss effektiv geschützt und trainiert werden.“


Kompakte Schadstoff-Schnüffler

Handmessgeräte wie der TSI DustTrak II oder DustTrak DRX für die Messung von Stäuben oder das P-Trak für die Messung kleinerer Partikel können dabei helfen, unerwünschte Partikelquellen aufzuspüren. Dazu zählen etwa Lecks an Produktionsanlagen und versteckte Wege, die belastete Luft nehmen kann.

Darüber hinaus ist es möglich, eine belastbare Aussage über die Partikelbelas­tung im Schichtzyklus eines Mitarbeiters zu treffen. Dazu dient der tragbare Aerosolmonitor SidePak AM 510. Am Gürtel befestigt, saugt er über einen Schlauch die Luft in Gesichtsnähe des Trägers an und misst dort die Aerosol-Massenkonzentration. Erst in den vergangenen Jahren traten verstärkt Gefahren durch Nanopartikel auf – gesetzliche Vorgaben hinken hier dem Mitarbeiterschutz noch weit hinterher, so die Fachleute von TSI.

Rundherum dicht ?

Lecks können aber auch an anderer Stelle auftreten – etwa wenn eine Atemschutzmaske nicht korrekt sitzt und belastete Luft einlässt. Und das ist laut Nathalie Cholin keine Seltenheit: „Häufig ist das Personal kaum oder überhaupt nicht auf die richtige Anwendung geschult.

Das kann im Ernstfall fatale Folgen haben“, warnt die TSI-Fachfrau. Moderne Messverfahren ermöglichen heute die Prüfung des Maskendichtsitzes an der tragenden Person. Das Gerät PortaCount Pro von TSI etwa misst die Luft mit zwei Sonden, eine innerhalb der Maske, eine außerhalb, und vergleicht die Ergebnisse. So lässt sich der Maskendichtsitz quantitativ ermitteln. Die Zahl eines „Fit-Faktors“ gibt an, wie dicht die Maske abschließt und wo eventuell Schwachpunkte wie Bärte, falsche Platzierung der Haltegurte und andere Anwendungsfehler vorliegen.

 
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