Technik

Kreatives Gestalten von Sichtbetonflächen

Seit Januar 2012 ist das Unternehmen Chryso exklusiver Handelsvertreter für graphic concrete in Frankreich. Chryso, ein Tochterunternehmen der Materis Gruppe, erweitert mit dem Verzögerungspapier seine Angebotspalette um ein Produkt, welches Betonoberflächen einen besonderen, ausdrucksvollen Charakter verleiht. Zusammen mit den Betonzusatzstoffen und -mitteln sowie Betonfarben stärkt Chryso seine Position als ein führendes Unternehmen auf dem französischen Markt.

Die gestalterische Vielfalt von Beton ist wohl jedem bekannt und immer wieder ein Argument für Architekten, diesen Baustoff für ihre Projekte zu verwenden. Dabei kann Beton jede Form annehmen, die schalungstechnisch umsetzbar ist.

Doch oftmals wird eine bislang selten verwendete gestalterische Möglichkeit bei Betonbauwerken übersehen. Die Oberflächen werden meist schalungsglatt ausgeführt, dabei bietet die Anwendung von Verzögerungspapier eine unendliche Vielzahl an Varianten, um Gebäude einzigartig in ihrem Erscheinungsbild zu machen. Chryso hat den Trend zu mehr Individualität bei der Bauwerksgestaltung erkannt und bietet seit Beginn des Jahres diese Technologie an, die ursprünglich aus Finnland stammt.

Entfernen des Verzögerungspapiers nachdem der Beton erhärtet ist.
Entfernen des Verzögerungspapiers nachdem der Beton erhärtet ist.

Die Produktpalette reicht von gleichmäßig strukturierten Oberflächen (GC Smooth) über Standardmuster (GC Collection und GC Pro) bis hin zu individuell gestalteten Entwürfen nach Kundenwunsch (GC Art & Design). Es spielt keine Rolle, welchen Beton der Anwender verarbeitet. Mit dieser Technologie lassen sich farbige Betone genauso einfach wie hochfeste und selbstverdichtende Betone bearbeiten. Wichtig ist nur, dass die Handhabung des Papiers sorgfältig beachtet wird, um später ein perfektes Ergebnis zu erzielen.

Zur Veranschaulichung hat Chryso im Sommer dieses Jahres eine Präsentation in einem Betonfertigteilwerk von CMEG in Caen, Frankreich, angeboten und Architekten und Planern die Möglichkeit geboten, sich selbst von den erstaunlichen Ergebnissen überzeugen zu lassen.

Der Generalunternehmer CMEG (Coopérative Métropolitaine d’Entreprise Générale) hat seinen Hauptsitz in Bretteville l’Orgueilleuse in der Nähe von Caen und verfügt dort seit dem Jahre 2000 über ein Betonfertigteilwerk, in welchem eine Vielzahl verschiedener Betonfertigteile produziert werden. Ein weiteres Werk steht in Le Havre. Das 1950 durch André Faine gegründete Unternehmen hat sich im Laufe seiner Entwicklungsgeschichte auf die Vorfertigung von Betonbauteilen spezialisiert und beschäftigt heute über 170 Mitarbeiter.

Der Reinigungsprozess mittels Hochdruckwasserstrahl.
Der Reinigungsprozess mittels Hochdruckwasserstrahl.

Die Produktpalette bietet konstruktive Fertigteile wie Balken, Stützen und Unterzüge bis hin zu einfachen Elementwänden, isolierten Sandwichwänden und Fassadenverkleidungen aus Glasfaserbeton (CCV Composite Ciment Verre) mit integrierter Isolierung. Zusätzlich bietet CMEG die Möglichkeit der individuellen Gestaltung der Wandsichtflächen durch das graphic concrete Produkt.

Die Anwendung des Verzögerungspapiers ist recht einfach, wobei die Präzision, mit der das Papier in die Schalung eingebracht wird, letztlich über die Qualität der Oberfläche entscheidet. Eine saubere Schalung bzw. eine rückstandslos vorbereitete Kontaktoberfläche (von Papier zu Beton) sind von eminenter Bedeutung und zwingend erforderlich für den Erfolg. Achtet man auf diese Randbedingungen, so lässt sich ein gestochen scharfes Muster auf den Beton übertragen. Durch den Kontakt von Verzögerer und dem Frischbeton beginnt die chemische Reaktion. Die auf das Papier applizierte Substanz verhindert das Abbinden des Zementleims zu festem Zementstein in der obersten Betonschicht bis in eine Tiefe von zirka einem Millimeter. Ganz entscheidend ist hierbei, dass dort, wo das Papier unbehandelt ist – also kein Verzögerer appliziert wurde – auch keine Strukturveränderung im Beton auftritt. Die Übergänge von den unbehandelten zu den behandelten Stellen sind wie mit dem Lineal oder Zirkel gezeichnet. Nach dem Erhärtungsprozess des Betons werden die Fertigteile aus der Schalung gehoben und das Papier wird entfernt. Noch ist keine klare Oberflächenstruktur zu erkennen, da der nicht abgebundene Zementstein noch auf dem Beton anhaftet. Erst nach einer Reinigung mit einem Hochdruckwasserstrahl-Gerät kommt die Struktur deutlich zum Vorschein.

Es bedarf nur eines überschaubaren Zeitaufwandes, um ein Betonelement einer Größe von ca. 4 x 2,5 Metern zu reinigen. Selbst bei größerer Entfernung kann man die klar definierten Formen und Strukturen in der Betonoberfläche erkennen. Die Dauerhaftigkeit des Betonelements wird nicht beeinträchtigt, da der Abtrag des Betons nur wenige zehntel Millimeter tief ist, sodass die Betonüberdeckung nach wie vor gewährleistet ist.

Das Standard-Verzögerungspapier ist in Rollen von 3,2  x 300 Metern erhältlich und kann somit jeder Schalung problemlos zugeschnitten werden. Beim Betonierprozess und den sonstigen Arbeitsabläufen im Betonwerk ändert sich nichts. Eine

Anwendung dieser Technologie ist dadurch in einem Fertigteilwerk in der Regel unproblematisch.

Betonprodukt
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