Arbeitssicherheit

Broschüre der IVSS-Sektion Chemie beschreibt praxisbewährte Methoden

Gefahrenermittlung und Gefahrenbewertung in der Anlagensicherheit

Für die Sicherheit einer verfahrenstechnischen Anlage ist insbesondere ihre Auslegung und ihre Fehlertoleranz entscheidend. Deshalb müssen bei der Risikoanalyse konzeptionelle Fehler, technische Ausfalle und menschliche Fehlhandlungen mit berücksichtigt werden.

Die Broschüre „Gefahrenermittlung und Gefahrenbewertung in der Anlagensicherheit“ stellt eine Auswahl von Methoden, Varianten und Kombinationen vor, die bei verschiedenen Unternehmen im Rahmen entsprechender Sicherheitsbetrachtungen eingesetzt werden.

Die ausgeführten Beispiele geben eine praxisorientierte Hilfestellung für die Auswahl und die Durchführung systematischer Methoden. Die einzelnen Abschnitte wurden von Fachleuten bearbeitet, die selbst viele Jahre mit der entsprechenden Methode gearbeitet bzw. diese selbst entwickelt haben. Wird eine Anlage neu gebaut, ein neues Verfahren eingeführt oder ein bestehender Prozess wesentlich geändert, so werden in der Regel in einem Kreis von Fachleuten Gespräche über die Sicherheit der Anlage geführt.

Hierzu haben viele Unternehmen entsprechende Vorgehensweisen für Sicherheitsbetrachtungen etabliert. Die wesentlichen Bestandteile dabei sind

Solche systematische Gefahrenanalysen werden seit den 1950er Jahren insbesondere bei kerntechnischen Anlagen, in der Luft- und Raumfahrt sowie der Offshore-Erdölgewinnung durchgeführt. Mit Einführung der HAZOP-Methodik in den 1970er Jahren wurde die Anwendung systematischer Analysen auch auf verfahrenstechnische Anlagen der chemischen und petrochemischen Industrie ausgeweitet. Die Übertragung von HAZOP in den deutschsprachigen Raum erfolgte ab 1980 unter dem Namen PAAG durch die Sektion Chemie der IVSS. Die Anwendung der Methoden umfasst heute oft nicht nur den Aspekt der Sicherheit von Mensch und Umwelt, sondern auch Sachschäden, Produktqualität und sonstige Vermögensschäden (Imageverlust).

Entsprechend dem Einsatz zu verschiedenen Zeitpunkten im Lebenslauf einer Anlage werden die Methoden hierbei – teilweise mit fließenden Übergängen – differenziert in

Für jede Stufe sind in der Broschüre praxisbewährte Verfahren aus unterschiedlichen Unternehmen an Beispielen dargestellt. Mit der Weitergabe von Erfahrungen bei der Anwendung soll auch ein Denkanstoss für die Weiterentwicklung vorhandener Methoden gegeben werden. Es wird dabei bewusst darauf verzichtet, eine Methode als besonders empfehlenswert darzustellen oder eine Rangfolge zu propagieren.

Jede Methode ist in ihren eigenen Rahmenbedingungen optimiert und auf Organisationsformen angepasst. Dargestellt werden soll, wie vielfältig literaturbekannte „Urformen“ modifiziert werden können, um ein Maximum an Effektivität zu gewinnen.

Die Broschüre ist zum Preis von 18 Euro erhältlich bei der IVSS-Sektion Chemie, c/o BG RCI, Kurfürsten-Anlage 62, 69115 Heidelberg oder über niels.schurreit@bgrci.de.

Eine PDF-Version steht unter http://193.134.194.37/Resources/Resources/Gefahrenermittlung-und-Gefahrenbewertung-in-der-Anlagensicherheit zum Download bereit.

Dr. Joachim Sommer, BG RCI Heidelberg

Broschürentitel