Technik

Eisenerzabbau in Australien mit den Wirtgen Surface Minern

Der australische Kontinent besitzt ein weltweit einzigartiges Vorkommen an Bodenschätzen. Als Rohstofflieferant von Kohle, Eisenerz, Bauxit oder Nickel hat Australien eine herausragende Stellung im Weltmarkt. Die Wirtschaft des fünften Kontinents wird maßgeblich durch den Erfolg der Abbaugesellschaften bestimmt.

Der Bergbau ist Motor für wirtschaftliches Wachstum. Dominant war bisher das traditionelle Abbauverfahren Bohren und Sprengen – seit 2007 setzt jedoch einer der größten Eisenerzproduzenten des Kontinents auf die innovative Technologie der Wirtgen Surface Miner: Die Abbaustätten der Fortescue Metals Group (FMG) sind das erste Großprojekt Australiens, bei dem Surface Mining als Hauptgewinnungsmethode eingesetzt wird. Insgesamt 26 Wirtgen Surface Miner sind in den Minen von FMG zum Garant für den wirtschaftlichen Abbau von hochwertigem Material geworden.

Surface Mining – statt Sprengen

Die Lagerstätten von FMG befinden sich in der Pilbara Region in Western Australia, weniger als zwei Flugstunden nördlich von Perth. In dieser Region besitzt FMG die Abbaurechte für eine Fläche von 71.400 Quadratkilometern. Ein Merkmal der derzeit erschlossenen Lagerstätten von FMG ist die flachliegende Struktur der Eisenerzdepots. Hier kommen die Vorteile der Surface Mining Technologie zum Tragen: „Mit Wirtgen Surface Minern ist es möglich, hochwertige Produkte auf wirtschaftliche Weise aus schwierigen Lagerstätten zu gewinnen“, beschreibt Bernhard Schimm, Manager der Wirtgen Mining Division.

Bei der Auswahl des Hauptgewinnungsverfahrens konnte sich die Surface Mining Technologie in Vergleichsstudien gegen alle anderen Abbauverfahren durchsetzen. Die Wirtschaftlichkeit der Surface Mining Methode hat die Fortescue Metals Group überzeugt:

Begonnen hat das Großprojekt von FMG im Jahr 2004 mit ersten Machbarkeitsstudien in den Lagerstätten. Bereits bei frühen Tests und geologischen Gutachten zeigte sich die Vorteilhaftigkeit von Surface Minern. In den folgenden zwei Jahren fanden zahlreiche Probefräsungen statt. Um den bestmöglichen Maschineneinsatz zu erzielen, führte der Kunde – unterstützt durch die Wirtgen Group Niederlassung Wirtgen Australia – Schneidversuche mit Surface Minern vom Typ 2200 SM und 2500 SM durch.

Eisenerzabbau in Australien
Eisenerzabbau in Australien: Maschinenleistung und Service-Support auf höchstem Niveau.

Kalkstein und Gips

Parallel besichtigten Wirtgen-Mitarbeiter gemeinsam mit dem Kunden weltweite Referenzprojekte mit Surface Minern. Die innovative Abbautechnologie konnte bisher als Gewinnungsverfahren in Gips in den USA oder in Kalkstein und Kohle in Indien etabliert werden. Nachdem sowohl die Produktivität der Maschinen als auch die Qualität des geschnittenen Materials in den Tests überzeugt hatten, wurde mit „Cloudbreak“ die erste Mine des FMG Areals erschlossen und die Infrastruktur auf den Einsatz von Surface Minern angepasst. Die Pits wurden möglichst lang angelegt, damit hohe Betriebszeiten bei geringen Nebenzeiten (Wenden) erreicht werden.

Anfang 2007 wurde zwischen FMG und Wirtgen ein Vertrag über zehn Surface Miner vom Typ 2500 SM geschlossen. Nach der Inbetriebnahme der ersten Maschine im Juni 2007 waren die Ergebnisse des Testbetriebs so überzeugend, dass FMG sich entschloss, seine Flotte um fünf weitere Geräte vom Typ 2500 SM aufzustocken. Jeder der 15 Surface Miner beeindruckt mit Schneidleistungen, die je nach Gesteinshärte zwischen 1.200 und 2.000 Tonnen pro Stunde liegen.

Aber nicht nur bei der Quantität, sondern auch bei der Qualität des Materials erreichen die Surface Miner die angestrebten Resultate: Mit dem „Automatic Positioning System“ installierte FMG ein Instrument auf den Minern, das die Vorteile des selektiven Abbaus optimal nutzbar macht. Das System fungiert als digitale Landkarte und ermöglicht den Fahrern der Miner eine genaue Positionierung ihrer Geräte in der Abbaustätte und damit auch eine exakte Bestimmung der Qualität des gerade geschnittenen Materials. Die beladenen Lkw werden dann zu unterschiedlichen Lagerorten geschickt. Das Eisenerz der verschiedenen Qualitäten wird später von den diversen Lagerorten entsprechend der gewünschten Zusammensetzung gemischt.

Durch die gelungene Zusammenarbeit bei der Umsetzung des Großprojektes beschlossen Wirtgen und FMG auch, ihr gemeinsames Innovationspotenzial auszuschöpfen: Zusammen entwickelten sie einen noch leistungsstärkeren und ideal auf die Abbaubedingungen im Eisenerz angepassten Surface Miner: Den 4200 SM. Die Erfahrungswerte von FMG im Eisenerzabbau in Kombination mit dem Know-how der Wirtgen GmbH im Maschinendesign machen den 4200 SM zu einem Hochleistungsgerät für die Mining-Industrie.

Nach einer Entwicklungszeit von nur 18 Monaten konnte Wirtgen im März 2009 eine Maschine präsentieren, die höchste Wirtschaftlichkeit auch im Einsatz hält: Bereits bei Tests während der Inbetriebnahme in Cloudbreak setzte der Surface Miner die doppelte Schneidleistung eines 2500 SM um. Ein Ergebnis, das auch den Kunden überzeugte: weitere 4200 SM wurden von FMG bestellt.           

Minen-Design im Surface Mining
Das Minen-Design im Surface Mining: Um die Arbeitszeit der Maschinen zu maximieren, werden die Pits möglichst lang angelegt. Zudem erhalten Böschungen und Oberflächen durch die Bearbeitung mit Wirtgen Surface Minern stabile und präzise Profile.
 
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