Arbeitssicherheit

5. International Mine Rescue Conference

Erfahrungsaustausch der Grubenrettungsexperten in Peking

Das Grubenunglück in Chile 2010 rückte die Bedeutung der Grubenrettung in das Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit. Grubenunglücke ereignen sich immer wieder, und die Kompetenz und Leistungsfähigkeit der Grubenrettungsteams entscheidet dann über Leben und Tod. Die Anforderungen an Grubenretter sind aufgrund der spezifischen Verhältnisse im Bergbau sehr speziell, die Herausforderungen innerhalb der Branche sind jedoch in der ganzen Welt die gleichen. Daher bietet der Erfahrungsaustausch der international verteilten Spezialisten ein hohes Potential zur Weiterentwicklung bestehender Methoden – und eine wichtige Plattform für das international vernetzte Arbeiten nach Unglücken. Wie wichtig diese Kooperation ist, zeigte Chile eindrucksvoll.

Mehr als hundert internationale Grubenrettungsexperten kamen nach Peking.
Mehr als hundert internationale Grubenrettungsexperten kamen nach Peking.

Notfallmanagement interdisziplinär

Ein wichtiges Forum zum voneinander Lernen ist die Internationale Grubenretter-Konferenz (International Mine Rescue Conference, IMRC). Die 5. IMRC fand im Oktober 2011 in Peking, China, statt. Die Veranstaltung unter dem Motto „Leben schätzen, Hand in Hand an einer besseren Zukunft arbeiten“ vereinigte mehr als hundert Delegierte aus allen Kontinenten, die die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch nutzten.

In mehr als fünfzig Vorträgen wurden Modelle guter Praxis vorgestellt, praktische Erfahrungen diskutiert und bewertet. Neben „klassischen“ Vorträgen aus dem Bergbau, wie dem von Reiner Homrighausen zum Absetzen von Rettungsbohrungen, präsentierten auch Experten anderer Industriezweige wichtiges Wissen.

So stellte etwa Wu Zongzhi, Präsident der chinesischen Akademie für Arbeitsschutzwissenschaft und Technologie, Konzepte zum Notfallmanagement in Chemieparks vor; Impulse zur Schadenserfassung und -analyse lieferte Bernd Freibott, SAP Germany.

Mit den Sponsoren Dräger und BASF unterstützte auch die deutsche Industrie die Veranstaltung.

Die nächste IMRC wird unter dem Motto „Visionen teilen, Wissen teilen“ (Sharing Vision, Sharing Knowledge) im Oktober 2013 in Kanada (Niagara Falls) stattfinden. Informationen finden sich unter www.imrb2013.ca.

Expertenworkshop
Konzepte für die Zukunft: In Expertenworkshops wurden Lösungen für die Grubenrettung entwickelt.

Vernetzte Kompetenzen

Im Anschluss an die Konferenz führte Dräger in Kooperation mit ISSA Mining das Internationale Symposium zu Rettungssystemen für Notfälle untertage am 27. und 28. Oktober durch. Unter der Moderation von BG RCI-Präventionsleiter und ISSA Mining-Generalsekretär Helmut Ehnes diskutierten Experten aus Kanada, Südafrika, den USA, Deutschland, der Tschechischen Republik und Australien Chancen und entwickelten Zukunftsstrategien. Dabei wurde nicht nur grenzübergreifend diskutiert, sondern auch das Wissen verschiedener Industriezweige wie Kohle-, Salz- und Goldbergbau verbunden.

In drei Workshops wurden bestehende Erfahrungen und Lösungen aus den verschiedenen Bergbauzweigen offen und wertfrei diskutiert und gegenübergestellt. Erfahrungen aus Deutschland brachte Georg Bresser von der RAG ein.

innovative Ausrüstung für Grubenretter.
Konferenzsponsor Dräger zeigte im neu eröffneten Pekinger Schulungszentrum innovative Ausrüstung für Grubenretter.
 
Weitere Informationen

imrc-Logo

Die Veröffentlichung der Vorträge der 5. IMRC ist unter

www.minerescue.org/conferences/2011_beijing.htm

vorgesehen.