Unternehmensführung

Gute Vorbereitung auf den Ernstfall schützt Personen und Unternehmenswerte

Damit aus einem Ereignis keine Krise wird

Es muss nicht immer gleich die Katastrophe sein, die ein Unternehmen in die Krise stürzt. Manchmal genügt ein kleiner Vorfall und ein unbedacht ins Mikrofon gesprochenes Wort, um ein Unternehmen in seinen Grundfesten zu erschüttern und Köpfe rollen zu lassen. Unter dem Titel „Gerüstet für den Notfall“ schlägt das Forum protecT 2011/12 der BG RCI den Bogen vom betrieblichen Notfall- zum Krisenmanagement. Damit soll Aufmerksamkeit für eine Thematik geschaffen werden, die bei Unternehmern und Führungskräften häufig noch zu wenig Beachtung findet. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen sind auf Notfälle und Krisen nicht ausreichend vorbereitet.

Verantwortungsbewusste Unternehmensführung heißt, mögliche Gefahren rechtzeitig zu erkennen und Schäden zu vermeiden oder zu mindern. Dabei geht es nicht nur um rechtliche und wirtschaftliche Faktoren. Jedes Unternehmen hat auch moralische und soziale Verantwortung seinen Mitarbeitern, deren Angehörigen, der Gesellschaft und der Umwelt gegenüber. Werden diese Faktoren vernachlässigt, droht die Krise.

Es steckt selten böser Wille dahinter, wenn Unternehmen ein mangelhaftes Krisenmanagement betreiben. Überwiegend sind die Unternehmen einfach nicht in der Lage, bei einem Ereignis richtig zu agieren. Es fehlen ihnen die Menschen mit den erforderlichen Kenntnissen und Fähigkeiten, die zur Krisenbewältigung benötigt werden. Das überrascht nicht. Welches Management beschäftigt sich schon gerne mit so unangenehmen Dingen wie Unfällen, Umweltschäden oder Straftaten, zumal diese im Unternehmensalltag recht selten vorkommen. Der strategische Ansatz für das Krisenmanagement heißt demzufolge: Es wird uns schon nichts passieren.

Hier ist der entscheidende Unterschied zwischen dem Notfall- und Krisenmanagement: Für den Notfall sind die Unternehmen, nicht zuletzt auf Druck des Gesetzgebers, gut gerüstet. Für den Notfall gibt es Feuerwehren mit geschulten Einsatzkräften und adäquater Ausrüstung, um Menschen zu retten und Sachwerte zu schützen. Für den Fall, dass durch eine Krise enorme Unternehmenswerte und Existenzen vernichtet werden, gibt es oftmals keinerlei Vorsorge.

Christof Coninx erläutert Moderator Alexander Niemetz das Vorgehen in einer Krisensituation.
Christof Coninx erläutert Moderator Alexander Niemetz das Vorgehen in einer Krisensituation.

Praxisnahe Tipps für das Krisenmanagement

In den nächsten Ausgaben der Steine+Erden stehen unterschiedliche Aspekte des Krisenmanagements auf der Tagesordnung. CKK Partners, die Leverkusener Societät für Krisen- und Veränderungsmanagement, die beim Forum Protect auch einen Vortrag und Workshop zum effektiven Krisenmanagement beisteuerte, führt ins Thema ein und gibt praxisnahe Tipps – vor allem für die Organisation eines betrieblichen Krisenmanagements.

In der Krise bleibt keine Zeit, die erforderliche Krisenmanagementorganisation aufzubauen. Sie muss vielmehr – wie im Notfallmanagement – bei Ereigniseintritt unverzüglich arbeitsfähig sein, und die Mitarbeiter müssen für die Erfüllung ihrer jeweiligen Aufgaben geschult sein. Ist dies nicht der Fall, dann ist das Unternehmen nicht in der Lage, die zur Krisenbewältigung erforderlichen Maßnahmen zu planen und umzusetzen.

Zentrales Instrument des Krisenmanagements ist die Ereigniskommunikation. Ein Unternehmen muss heute sehr schnell kommunizieren, damit es seine Position bei allen relevanten Zielgruppen rechtzeitig vertreten und glaubhaft darstellen kann.

Diagramm
Für eine schlagkräftige Krisenmanagementorganisation sollten Ressourcen, Strukturen und Prozesse definiert werden - abhängig von den Rahmenbedingungen, die für das jeweilige Unternehmen gelten. Auch kleine und mittlere Unternehmen können sich mit einem angemessenen Aufwand auf den Ernstfall vorbereiten.

Social Media

Dies gilt insbesondere für die Anspruchsgruppe Medien. Die Anforderung an die Schnelligkeit ergibt sich aus dem weltweit veränderten Kommunikationsverhalten, das insbesondere durch die mit dem Ereignisverlauf nahezu zeitgleiche Berichterstattung im Internet gekennzeichnet ist. Hier spielen vor allem die Online-Medien und Social Media wie Twitter und Facebook eine entscheidende Rolle.

Ein wirksames Krisenmanagement benötigt nicht zuletzt deshalb definierte Strukturen und eingeübte Prozesse, geschultes Personal sowie eine schlagkräftige Infrastruktur mit Räumen, Technik und Arbeitsmitteln. Was sich zunächst kompliziert und aufwändig anhört, wird durch sinnvolle Kombination mit vorhandenen Notfallmanagementsystemen zu einem finanziell und zeitlich überschaubaren Unterfangen.

Oftmals fühlen sich kleinere und mittlere Unternehmen von dieser Fragestellung überfordert, da sie – gemessen an ihren Möglichkeiten – einen unangemessen großen Aufwand befürchten.

Aber auch hier gilt, sich zunächst mit den Gefahrenmomenten der Krise und ihren Gegenmaßnahmen auseinander zu setzen. Für jede Unternehmensgröße gibt es adäquate Lösungsmöglichkeiten.

Passgenaue Regelwerke und Ergänzungen für das Notfallmanagement sowie einige Qualifikationsmaßnahmen sind für den Schutz von Image und Reputation von Inhabern und Unternehmern zielführend.

Themenübersicht

In den nächsten Heften kommt  zunächst die Rolle der Medien zur Sprache, die erheblichen Anteil daran haben, ob und wie sich eine Krise entwickelt. Es folgen Beiträge über den Auf- oder Ausbau einer unternehmensspezifischen Krisenmanagementorganisation und deren Einbindung in betriebliche Alarm- und Gefahrenabwehrpläne.

Weiter geht es um die Qualifizierung der Menschen, die Krisenmanagement im Stab oder vor der Kamera betreiben sollen. Schließlich beschäftigt sich die Reihe mit den technischen und methodischen Möglichkeiten, die Arbeit im Krisenstab effizient zu erledigen – die richtige Technik oder externer Sachverstand kann bei knappen Personalressourcen die nötige Unterstützung bieten.

Michael Koschare verdeutlicht den Workshop-Teilnehmern den Verlauf des Krisenmanagements.
Michael Koschare verdeutlicht den Workshop-Teilnehmern den Verlauf des Krisenmanagements.

Fotos: Nierzwicki

 
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