Technik

Die Ammann-Anlage ist auf die Produktion hochwertiger Betone ausgelegt

Neue Betonmischanlagen starten Produktion in der Schweiz

Im Kanton Wallis in den Schweizer Alpen liegt die kleine, von der chemischen Industrie geprägte Stadt Monthey. Der Transportbetonhersteller Sabeco SA/Gasser SA produziert an diesem Standort bereits seit 25 Jahren Transportbeton und hat sich Anfang 2011 für eine Investition in eine neue, modulare Betonmischanlage, EcoMix Typ 120, der Firma Ammann Schweiz AG entschieden. Im September war die Inbetriebnahme. Der voraussichtliche Produktionsausstoß für das Jahr 2012 wird bei 35.000 Kubikmetern Beton liegen, welcher sich über einen Lieferradius von rund 100 Kilometern erstreckt. Sabeco reagiert mit der neuen Anlage auf die stetig steigende Nachfrage nach hochwertigen Betonen.

Betonmischanlage
Die neue Betonmischanlage EcoMix von Ammann produziert seit September 2011 für Sabeco SA am Standort Monthey in der Schweiz Beton.

Das Familienunternehmen Ammann wurde im Jahre 1869 gegründet und ist ein weltweit führender Bauausrüster für Maschinen, Systeme und Dienstleistungen mit Kernkompetenzen im Asphalt und für den weltweiten Straßenbau. Seit 1963 bietet die Ammann Gruppe auch Betonmischanlagen an und vermarktet mit der neuen EcoMix-Baureihe Mischanlagen zur Herstellung hochwertiger, qualitativ anspruchsvoller Betone.

Modulare Bauweise

Die Turmanlage stellt für Sabeco eine ideale Lösung dar, um auf geringster Fläche größtmögliche Effizienz zu erzielen. Die Mischanlage benötigt gerade einmal etwas mehr als 100 m² Standfläche und ist durch ihre modulare Bauweise äußerst flexibel. Eben diese modulare Bauweise ermöglicht dem Kunden ein auf ihn zugeschnittenes Anlagenkonzept zu erwerben, in dem sämtliche maßgebenden Kenngrößen, wie die Mischergröße und vor allem die Silokapazitäten individuell anpassbar sind.

Die Mischerpalette beginnt beim kleinen 1,5-Kubikmeter-Mischer, geht über den 2,5 sowie 3-m³-Mischer und endet beim großvolumigen 4-m³-Mischer, für hohe Produktionsausstöße. Mit diesen Mischern sind Produktionsleistungen von 60 bis 190 Kubikmetern pro Stunde möglich.

Aufgabetrichter
Der große Aufgabetrichter mit dem Förderband zum Aufzug.

An den Produktionsausstoß kann die Bevorratung der Ausgangsstoffe angepasst werden. Auch hier ist es wieder das Baukastenprinzip, das eine variable Bevorratung von bis zu 750 Kubikmetern Gesteinskörnung in bis zu zehn verschiedenen Zellen zulässt. Weiterhin können Zemente und Zusatzstoffe in zwei, vier oder sechs Silos mit einem maximalen Gesamtvolumen von 726 Kubikmetern eingelagert werden. Optional ist auch eine Siloteilung in zwei Kammern möglich.

Die Modularität der Mischanlage ist damit aber noch nicht vollständig beschrieben. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Eigenschaft ist die Bauweise selbst. Die gesamte Tragkonstruktion ist eine Leichtbauweise aus verzinktem Stahlblech. Verschiedene Blechdicken ermöglichen eine bedarfsgerechte Auslegung der Tragkonstruktion. Eine weitere Besonderheit: alle Verbindungen sind geschraubt, sodass keine Schweißarbeiten auf der Baustelle erforderlich sind, was nicht nur bei der Demontage vorteilhaft ist. Daher wird dieses Anlagenkonzept auch als mobil, bzw. semi-mobil beschrieben. Der Aufbau kann in sechs bis acht  Wochen abgewickelt werden, für den Abbau sind rund drei Wochen nötig. Der Transport auf die Baustelle der einzelnen, im Werk in Langenfeld vormontierten Module kann durch die Dimensionierung auf Einheitsgrößen von maximal 3,60 Meter problemlos per Lkw abgewickelt werden.

Laufstege
Die Laufstege ermöglichen freien Zugang zu den Siloköpfen.

Das Gesamtkonzept hat Sabeco überzeugt

Nachdem Sabeco bereits 25 Jahre lang eine kleine Betonmischanlage ebenfalls der Firma Ammann am Standort in Monthey betrieb, wollte man sich der wachsenden Nachfrage nach immer höherwertigeren Betonen mit einer hochmodernen, neuen Betonmischanlage stellen. Die Entscheidung fiel auf das Gesamtkonzept EcoMix, nicht zuletzt, weil diese Anlage für seismisch aktive Zonen geeignet ist.  Die EcoMix Typ 120 ist – so wie alle anderen Typen dieser Baureihe auch – im Wesentlichen in sechs Module aufgeteilt. Dazu gehören Der Aufgabetrichter, der Aufzug, die Verteilerebene, die Betriebsräume, das Servicemodul und das Eco-Modul mit dem Betonmischer. Die Variante Typ 120 ist in diesem Fall mit vier Silos für die Bindemittel und mit einem dreistöckigen, sechszelligen Gesteinssilo ausgestattet.

Aufgabetrichter, Aufzug und Verteilerebene

Die Gesteinskörnung kommt in diesem Fall aus einem nahgelegenen Steinbruch, nur wenige hundert Meter von der Mischanlage entfernt. Die Lkw geben das Material in den massiven Aufgabetrichter und der Aufzug befördert dieses auf die eingehauste Verteilerebene, wo das Verteilerband die Gesteinskörnungsfraktionen in die jeweiligen Silozellen verteilt. Die lärmoptimierte Aufzugeinheit kann bis zu 180 Kubikmetern Material pro Stunde befördern und arbeitet dabei ohne große Staubentwicklung. Die Einhausung schützt die Gesteinskörnung vor der Witterung und macht Wartungsarbeiten komfortabel. Die Zementsiloköpfe sind ebenfalls von der Verteilerebene aus zugänglich und bei Feuchtigkeit oder im Winter durch rutschfeste Laufstege sicher zu erreichen.

Zusatzmitteltanks
Die Zusatzmitteltanks befinden sich in der unteren Ebene der Betriebsräume.

Die Betriebsräume

Die Mischzentrale kann entweder in Containerbauweise mit bis zu vier Normcontainern erfolgen oder als Massiveinheit in gemauerter Form, wobei letztere Variante bauseits zu leisten ist. Bei der Anlage in Monthey wurde auf die Massivbauweise zurückgegriffen. In der unteren Ebene befinden sich die Vorratstanks für die Zusatzmittel. In der oberen Ebene hat der Mischmeister seinen Arbeitsplatz, von wo er durch ein großzügig dimensioniertes Fenster besten Überblick über den Ladebereich hat.

Arbeitsplatz des Mischmeisters
Arbeitsplatz des Mischmeisters. Die Mischerkamera ermöglicht die visuelle Prüfung des Mischvorgangs.

Das Servicemodul

Der Zugang zur Anlage erfolgt über das Servicemodul. Alle Zugänge (Treppen) sind mit durchgehenden Geländern versehen, sodass ein sicheres Betreten und Arbeiten auf der Anlage gewährleistet wird. Auf der Serviceetage sind alle Durchgänge mindestens 800 Millimeter breit, was Wartungs- und Pflegearbeiten erleichtert und sogar das Befahren mit Europaletten ermöglicht.

Auf der unteren Ebene des Servicemoduls befinden sich das Pneumatikaggregat, der Steuerschrank und die Wasserhochdruckanlage für die Reinigung. Auf der oberen Etage, die ebenfalls über eine vollwertige Treppe erreichbar ist, findet man Zugang zu den Förderschnecken der Zement- und Zusatzstoffzuleitungen. Erwähnenswert ist auch die Beleuchtung, die eine Eigenentwicklung aus dem Hause Ammann ist. Sowohl im Servicemodul, als auch in allen anderen zentralen Bereichen der Mischanlage sind insgesamt über 50 äußerst helle LED-Leuchten angeordnet. Diese sind nicht nur stromsparend, sondern auch nahezu wartungsfrei. Am Tag kommt ausreichend Licht durch die halbdurchsichtigen Polycarbonat-Paneele, die das Servicemodul, das Eco-Modul sowie die Verteilerebene der Anlage umschließen, und für einen Witterungsschutz, bzw. eine Passivheizung sorgen.

Servicemodul
Die Fördertechnik der Silos ist im geräumigen Servicemodul untergebracht.

Das Herzstück der Anlage

Das Eco-Modul oder auch Mischwiegemodul genannt, kann als das Herzstück der Anlage bezeichnet werden, da dort alle Ausgangsstoffe für das Endprodukt Transportbeton zusammenlaufen und vermischt werden. Das Eco-Modul wird vormontiert angeliefert und ist mit sämtlichen Anschlüssen für Elektrik, Pneumatik und Wasser versehen. Auch hier findet sich sowohl der Leichtbau aus verzinktem Stahlblech, als auch eine Aufteilung in zwei Ebenen wieder. In der obenliegenden Wiegeebene sind die Waagen für Bindemittel, Gesteinskörnung, Zusatzmittel und Wasser platzsparend angeordnet. Der Amix- Doppelwellen-Zwangsmischer ist ein bewährter Eigenbau der Firma Ammann und wurde im Laufe der Jahre stets weiterentwickelt.

Einige Besonderheiten sind der um 15 Zentimeter erhöhte Aufbau der Mischerhaube, um Verschmutzungen im Mischer zu minimieren und Reinigungsarbeiten zu erleichtern, die prozessoptimierte Wassereinlaufschiene für eine ideale Verteilung des Anmachwassers und die LED-Beleuchtung, die selbst im Mischer ihren Einsatz findet. Der Antrieb des Mischers verspricht durch den Frequenzumformer und die Zentralschmierung höchste Effizienz. Das Innenleben des Mischers zeichnet sich durch eine robuste Konstruktion aus. Dicke Verschleißelemente sorgen für eine hohe Standzeit. Die Verschleißelemente sind optional auch in einer sog. Amdurit-Ausführung erhältlich, welche eine dreifach höhere Standzeit im Vergleich zu den Standardelementen ermöglichen soll.

Zusatzmittelwaage
Die Waagen für Wasser, Gesteinskörnung, Zement und Zusatzmittel sind platzsparend und dennoch frei zugänglich angeordnet. Im Bild die Zusatzmittelwaage der Firma Schönenberger.

Nach einem Mischzyklus der EcoMix Typ 120 von 75 bis 90 Sekunden ist der Frischbeton ausreichend homogenisiert und kann durch die variable Mischerklappe gleichmäßig dosiert in die Betonabgabe weitergegeben werden.

Die Betonabgabe ist durchdacht konstruiert. Keine Selbstverständlichkeit ist die selbstreinigende Funktion des Mischers und der Tropfschutz der Betonabgabe, der die Fahrzeuge vor Verunreinigung und Beschädigung schützt. Die Betonabgabe kann in eine bodennahe Wartungsposition gefahren werden, wo man sicher und komfortabel Wartungsarbeiten ausführen kann. Nach Reinigungsvorgängen wird das Abwasser durch den Reinigungsablauf dem Absetzbecken und dem Recyclingsystem zugeführt. Restwasser und recycelte Gesteinskörnung können dem Herstellungsprozess wieder zugeführt werden. 

So, wie auch schon im Servicemodul, sind alle Durchgänge und Arbeitsbereiche mindestens 800 Millimeter breit und erlauben Traglasten von 1.500 kg/m². Durch die großen Mischer­klappen sind Wartungsarbeiten ohne akrobatische Höchstleistungen durchführbar. Die TIP-Funktion, bei der das Personal gefahrlos die Wellen des Mischers langsam rotieren lassen kann, trägt ihren Teil zur Wartungsfreundlichkeit bei.

Zwangsmischer
Der Amix-Doppelwellen-Zwangsmischer mit der extra großen Wartungsklappe und Schutzeinrichtung der Firma Pilz.

Alles unter Kontrolle

Die Anlagensteuerung erfolgt über das von Ammann entwickelte Programm as1. Der Mischmeister verfügt über Funktionen wie eine intelligente Konsistenzregelung für die exakte Einhaltung des w/z-Wertes sowie eine dynamische Nachlaufkorrektur für Bindemittel, welche die Befüllgeschwindigkeit berücksichtigt. Im Bedarfsfall kann die 24 Stunden Hotline von Ammann in Anspruch genommen werden. Auch eine Vernetzung mehrerer Betonwerke untereinander ist möglich. Theoretisch ist es möglich, eine zentrale Abwicklung, also Produktionsplanung, Transportplanung, und Stammdatenverwaltung von einer Zentrale aus zu erledigen und die Mischanlagen nur mit Hilfskräften zu besetzen. So kann beispielsweise auch der ganze Fuhrpark von Transportbetonfahrzeugen effektiv eingesetzt werden.

Die Anlage ist nach dem Grundsatz Ökologie, Sicherheit, Reduktion entwickelt worden. Durch gezielte Optimierungen können somit Ressourcen geschont, die Arbeitssicherheit erhöht und der Aufwand, also die Kosten, reduziert werden. Ein Beispiel hierfür stellt das Überwachungssystem EcoView dar. Mit diesem Tool hat der Mischmeister stets den Stromverbrauch seiner Anlage im Blick und kann gezielt intervenieren. Um nachhaltig Beton produzieren zu können, kann mit einer optional erhältlichen Recycling Anlage anfallender Restbeton dem Produktionskreislauf zurückgeführt werden.    

Frequenzumformer
Für einen effizienten Antrieb und einen TIP-Servicebetrieb sorgt der Frequenzumformer von Danfoss.

Anspruchsvolle Betone

Die Anlage in der Standardausführung ist durch ihren hohen Technisierungsgrad bereits auf das Produzieren hochwertiger Betone ausgelegt. Um jedoch auch unter schwierigen Randbedingungen qualitativ hochwertige Betone produzieren zu können, hat Ammann auch eine Luft- und Wasserheizung in Containerbauweise sowie ein Eiswasser- und Scherbeneisaggregat im Produktportfolio. Teilweise in der Standardausführung enthalten sind die Mess- und Kontrollhilfen, die bei der EcoMix zum Einsatz kommen. Hier finden ausschließlich Geräte von Qualitätsherstellern wie Vega Grieshaber, Hydronix, HBM und Bosch Verwendung.  

Betonübergabestation mit Tropfschutz und zwei Trichtern für alle Fahrzeugtypen
Betonübergabestation mit Tropfschutz und zwei Trichtern für alle Fahrzeugtypen
Betonübergabestation mit Tropfschutz und zwei Trichtern für alle Fahrzeugtypen. Die Reinigungs- und Wartungsarbeiten sind bequem und sicher vom Boden aus durchzuführen.

Zweite Anlage in Yverdon

Nur etwa eine Autostunde von der Anlage in Monthey entfernt steht die zweite Anlage der EcoMix-Reihe. Der Kunde Betonfrais SA B.F.Y. hat an seinem Standort in Yverdon ebenfalls die EcoMix, Typ 120 seit September 2011 in Betrieb. Die hier betriebene Mischanlage ist mit drei Silos für Bindemittel und mit einem dreistöckigen, sechszelligen Gesteinssilo bestückt. Betonfrais bedient mit einem für 2012 geplanten Produktionsausstoß von rund 30.000 Kubikmetern einen Lieferradius von 30 KIlometern. Auch für Betonfrais war die Investition in eine neue Mischanlage verbunden mit der Möglichkeit zur Produktion hochwertiger Betone. Die kompakte Anlage konnte perfekt in die gegebene Infrastruktur eingepasst werden.

Steuerung
Alles auf einen Blick: Die Steuerung as1 bietet multiple Möglichkeiten zur Produktionsüberwachung.

Alles aus einer Hand

Ammann zählt zu den wenigen Betonmisch­an­lagenherstellern weltweit, die ihre An­la­gen mit eigenen Mischern, eigener Steu­erung und eigenem Stahlbau ausrüsten. Bei der Entwicklung der EcoMix-Baureihe konnte auf die Erfahrung aus über 40 Jahren Praxis im Bau von Betonmischanlagen zurückgegriffen werden. Zudem steht Ammann mit seinem 24-Stunden-Online-Dienst und einem weltweiten Servicenetzwerk stets seinen Kunden zur Seite.

Anlage aussen
Auch Betonfrais SA B.F.Y. hat das Konzept der EcoMix überzeugt.
 
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