Industrienachrichten

Ein Visionär wird 80: Herzlichen Glückwunsch!

Ein Urgestein aus der Zeit der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft (StBG) hatte am 12. Dezember 2010 einen besonderen Anlass zum Feiern: Heinz Wibbelhoff beging bei bester Gesundheit seinen 80. Geburtstag. Grund genug, diesen Tag im Kreis der Familie, guter Freunde und ehemaliger Weggefährten zu begehen. Für die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft war der gelernte Bergmann von 1965 bis 1996 insgesamt 31 Jahre lang tätig und beeinflusste die Prävention der StBG so nachhaltig, dass sein Wirken heute noch spürbar ist.

Doch vor der Zeit im Dienst der StBG lagen einige Stationen im Steinkohlebergbau: Das Arbeitsleben begann für Heinz Wibbelhoff schon mit 16 Jahren als Bergmann auf verschiedenen Schachtanlagen. Nach der Bergvorschule in Hamm erwarb er 1954 an der Bergschule in Dortmund die Befähigung zum Gruben- und Tagessteiger und damit die Berechtigung zum Bergbaustudium an der Bergakademie in Clausthal, welches er 1958 mit der Diplomprüfung abschloss. Nach weiteren Jahren im Bergbau führte ihn sein Weg zur StBG, wo er zunächst einen Aufsichtsbezirk betreute und 1970 Technischer Referent bei der Hauptverwaltung wurde. 1977 bestellte ihn der Vorstand zum Stellvertreter des Leiters des Technischen Aufsichtsdienstes. Vom 1. Januar 1990 an übernahm Dipl.-Ing. Heinz Wibbelhoff bis zur Pensionierung dessen Leitung.

Schon früh verfolgt Heinz Wibbelhoff einen ganzheitlichen Präventionsansatz. Zu einer Zeit, als andere noch ausschließlich an die Formulierung von komplexen neuen Vorschriften dachten, setzt er bereits auf den Dialog mit Herstellern und Zulieferern. Beim Aufbau der Maschinenprüfstelle des damaligen Fachausschusses Steine und Erden I engagiert er sich mit Herzblut. Sein außergewöhnliches technisches Verständnis, sein umfangreiches Praxiswissen, aber auch sein schriftstellerisches Talent kommen ihm hier zugute. Er berichtet über neue technische Entwicklungen im Mitteilungsblatt „Die Industrie der Steine und Erden“.

Ein Erlebnis prägt Wibbelhoff dabei besonders: 1972 besucht der Redakteur zum ersten Mal die Hannover Messe. Unangenehm fallen ihm die Raupen eines namhaften Herstellers auf. Sie verbreiten ohrenbetäubenden Lärm. Und das Schlimmste: Für den Fahrer gibt es nicht einmal eine Kabine. Der engagierte Arbeitsschützer kritisiert diesen Missstand in der Zeitschrift vehement, was ihm umgehend eine Klage wegen Geschäftsschädigung einbringt. Heute sind ergonomisch und klimatisch optimierte Fahrerkabinen längst Standard. Maschinenhersteller, Maschinenbetreiber und BG stehen kontinuierlich im Dialog. Man weiß eben, man sitzt in einem Boot.

Ein weiterer Meilenstein ist mit dem Arbeitsleben von Heinz Wibbelhoff verbunden: die deutsche Wiedervereinigung und damit der Aufbau funktionierender Betreuungsstrukturen in den neuen Bundesländern. Nachdem klar war, dass die Betreuung der neuen Mitgliedsunternehmen aus politischen und organisatorischen Gründen nicht von Westdeutschland aus zu machen war, setzt er alles daran, zwei neue Präventionsstandorte in Berlin und Dresden aufzubauen, um auch in den neuen Bundesländern so nah beim Kunden zu sein. Verbunden mit der personellen Erweiterung ist die Einführung einer neuen dezentralen Führungsstruktur im Technischen Aufsichtsdienst – eine glückliche Entscheidung, wie sich zeigen sollte.

In den neuen Bundesländern setzt Wibbelhoff auch inhaltlich auf Innovation. In der Sektion Berlin wird mit einem Pilotprojekt das Unternehmer-Modell aus der Taufe gehoben, ein neuer Präventionsansatz zur sicherheitstechnischen und betriebsärztlichen Betreuung von kleinen und mittleren Betrieben.

Gegen viele Widerstände wird unter seiner Leitung ein Weg beschritten, der heute in allen Bereichen der Unfallversicherung etabliert ist. Die Branche Baustoffe-Steine-Erden der heutigen BG RCI dankt Heinz Wibbelhoff für viele innovative Wege in der Prävention und gratuliert dem Jubilar aufs Herzlichste!

Helmut Ehnes, BG RCI

Heinz Wibbelhoff
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