Arbeitssicherheit | International

31. Generalversammlung der ISSA Mining wählt neuen Vizepräsidenten

Internationale Strategien für die sichere Rohstoffgewinnung

Arbeitssicherheit ist nicht nur in Deutschland ein Thema, sondern rund um den Globus. Häufig sind die Herausforderungen identisch, und Lösungen aus anderen Ländern sind auch für die Prävention in Deutschland hilfreich. Internationale Beispiele guter Praxis für die Arbeitssicherheit in der Rohstoffindustrie bietet ISSA Mining, eine internationale Organisation unter dem Dach der International Social Security Association (ISSA) in Genf. ISSA Mining verfolgt das Ziel, durch weltweite Zusammenarbeit die soziale Sicherheit in der Rohstoffindustrie insbesondere auf dem Gebiet der Prävention zu fördern und zu verbessern. Im Fokus stehen großtechnische Bergbaubetriebe ebenso wie kleinere und mittlere Unternehmen der mineralabbauenden Industrie. ISSA Mining bietet Lösungen für die Gewinnung in Tagebauen und Steinbrüchen.

Im Dezember 2010 trafen sich die Mitglieder des internationalen Netzwerkes zur 31. Generalversammlung in Kapstadt, Südafrika. Die Delegierten diskutierten und bewerteten die Aktivitäten der vorangegangenen 18 Monate und führten eine engagierte Diskussion um die zukünftige Ausrichtung des Netzwerkes sowie die Gestaltung von neuen Präventionsangeboten und Informationsveranstaltungen für die Industrie. Der eingeschlagene Weg der ISSA Mining, den Transfer von Beispielen guter Praxis im Arbeitsschutz durch Präsenz vor Ort sowie über handlungsorientierte Medien und Beratung zu fördern, soll konsequent fortgesetzt werden.

Besondere Beachtung soll dabei der Nachhaltigkeit der Initiativen geschenkt werden. ISSA Mining wird Expertenwissen zur Arbeitssicherheit in der Gewinnung im Berg- und Tagebau als kompakte, handlungsorientierte Empfehlungen veröffentlichen.

Als kommende Kommunikationsschwerpunkte für die Arbeit von ISSA Mining wurden der XIX. Weltkongress für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit sowie der 22. Weltbergbaukongress definiert. Beide Veranstaltungen finden im September 2011 in Istanbul, Türkei, statt und eröffnen die Chance eines Dialogs mit wichtigen Multiplikatoren.

Die Entwicklung der Mitgliederbilanz sei positiv, berichtete Generalsekretär Helmut Ehnes. Seit der letzten Generalversammlung im März 2009 hat sich die Mitgliederzahl verdoppelt. Experten und Arbeitsschutzorganisationen aus Vietnam, Korea, Kanada, China, Deutschland und Belgien sind zusätzlich beigetreten.

Mitglieder von ISSA Mining bei der 31. Generalversammlung in Kapstadt.
Mitglieder von ISSA Mining bei der 31. Generalversammlung in Kapstadt.

Vize-Minister verstärkt Vorstand

In der turnusmäßigen Vorstandswahl wurden Präsident Theodor Bülhoff, BG RCI, Vizepräsident John McEndoo, AngloGold Ashanti Südafrika, sowie Generalsekretär Helmut Ehnes, BG RCI, wiedergewählt. Zusätzlich wählten die Delegierten Bui Hong Linh in das Amt eines weiteren Vize-Präsidenten. Bui Hong Linh ist Vizeminister im Arbeits- und Sozialministerium Vietnams und wird neben der engen Zusammenarbeit mit den übrigen Mitgliedern des Vorstands insbesondere eine wichtige Schnittstelle in den südostasiatischen Raum bilden.

Auf Einladung von ISSA Mining stellten Delegierte der Koreanischen Agentur für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (KOSHA) den ISSA Mining-Mitgliedern die „Erklärung von Seoul über Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“ vor, die 2008 von rund 50 Entscheidungsträgern aus der ganzen Welt unterzeichnet wurde und den ersten international abgestimmten Aktionsplan für die Entwicklung einer weltweiten Kultur der Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz schafft. Nach einem Impulsreferat durch Dae-Yul Chon, Generaldirektor von KOSHA, diskutierten die Mitglieder von ISSA Mining die weitere Einbindung der Erklärung von Seoul in die eigenen Aktivitäten. KOSHA als Initiator der Erklärung ist ISSA Mining aktuell beigetreten, um die Zusammenarbeit weiter zu intensivieren.

Das zeitgleiche Weltforum für soziale Sicherheit 2010 in Kapstadt bot den Mitgliedern von ISSA Mining einen wichtigen Erfahrungsaustausch mit internationalen Arbeitsschützern. An dieser Veranstaltung nahmen mehr als 1000 Führungskräfte aus Institutionen der sozialen Sicherheit, politische Entscheidungsträger, Vertreter internationaler Organisationen und Fachleute für Sozialpolitik aus rund 100 Ländern teil. Darüber hinaus besuchten ISSA Mining- Mitglieder interaktive Sitzungen zu demografischen Herausforderungen und tauschten sich über Angebote zur Gesundheitsförderung insbesondere für alternde Belegschaften aus.

Auf Einladung von AngloGoldAshanti, dem drittgrößten Unternehmen im Gold-Bergbau weltweit und zugleich Sponsor der ISSA Mining-Mitgliederversammlung, besuchten die Delegierten von ISSA Mining das Moab Khotsong-Goldbergwerk 160 Kilometer südwestlich von Johannesburg.

Der ISSA Mining-Vorstand: Helmut Ehnes, Generalsekretär, Bui Hong Linh, Vizepräsident, Theodor Bülhoff, Präsident und John McEndoo, Vizepräsident (von links).
Der ISSA Mining-Vorstand: Helmut Ehnes, Generalsekretär, Bui Hong Linh, Vizepräsident, Theodor Bülhoff, Präsident und John McEndoo, Vizepräsident (von links).

Unfallquote reduziert

Im Fokus stand dabei der Austausch über Arbeitssicherheitsstandards. In diesem Bergwerk konnte bei kontinuierlichem Produktivitätszuwachs – allein ein Plus von 27 Prozent im jüngsten Quartal – eine konstante Verbesserung der Arbeitssicherheit über viele Jahre erzielt werden. Die Unfallquote je einer Million Arbeitsstunden reduzierte sich von 27,85 im Jahr 2007 auf 22,95 in 2008 und 18,56 in 2009. Die Zwischenbilanz für das Jahr 2010 lag Anfang Dezember bei 17,38. Die Anzahl der medizinischen Interventionen nach Verletzungen sank im selben Zeitraum etwa um die Hälfte auf 22 je eine Million Arbeitsstunden. Nach einem intensiven Austausch über Methoden und Instrumente zur Verbesserung des Arbeitsschutzes wurde die Förderung unter Tage besichtigt.

Im Goldbergwerk Moab Khotsong in Südafrika mit einer Teufe von 3.106 Metern wird der längste durchgehende Förderschacht der Welt genutzt.
Im Goldbergwerk Moab Khotsong in Südafrika mit einer Teufe von 3.106 Metern wird der längste durchgehende Förderschacht der Welt genutzt.
 
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