NeuZeit – 2010

Helmut Ehnes

Das Jahr 2010 ist noch jung: Lassen Sie mich Ihnen allen deshalb heute ein erfolgreiches und ein sicheres Jahr wünschen. 2010 verspricht zwar kein einfaches Jahr zu werden – in vielfacher Hinsicht aber ein interessantes. Man könnte sogar von einer Zeitenwende sprechen. Bevor wir aber den Blick in die Zukunft wagen, zunächst eine kurze Bilanz in Sachen Arbeitssicherheit.

Die ersten, noch vorläufigen Zahlen weisen erneut eine erfreuliche Entwicklung bei den Unfallzahlen aus. So ist die Zahl der 2009 angezeigten Arbeitsunfälle im Vergleich zum Vorjahr um 1126 Fälle auf nur noch 11251 zurückgegangen. Das entspricht immerhin einem Rückgang um 9,1 Prozent! Auch die Rentenfälle sind um 6,9 Prozent gesunken. Dieser höchst erfreuliche Trend hält damit bereits seit mehr als zehn Jahren an und ist den verstärkten Anstrengungen der Unternehmen für wirksame Prävention zu verdanken. Etwas uneinheitlich zeigt sich dagegen die Entwicklung bei den Wegeunfällen und den Berufskrankheiten, die aber zahlenmäßig nicht so stark zu Buche schlägt.

Was also bringt uns das neue Jahr? Zunächst einmal hoffen wir alle auf eine echte Zeitenwende bei der dramatischen Wirtschafts- und Finanzkrise. Erste Anzeichen hierfür gibt es – manche sprechen bereits davon, dass der Aufschwung aus Fernost käme. Schließlich geht dort ja auch die Sonne auf. Welche Wirkung die Maßnahmen der Bundesregierung zeigen, ist noch nicht klar abzusehen. Einerseits scheinen die Konjunkturprogramme doch Wirkung zu zeigen – besonders hinsichtlich der Binnenkonjunktur. Andererseits sind Steuersenkungen geplant, die offensichtlich keiner will und zu mehr Schulden führen. Und Maßnahmen wie die Senkung der Mehrwertsteuer für Hotelübernachtungen führen nicht zu Kostensenkungen für die Verbraucher und die Kunden, sondern nur zu mehr Bürokratie.

Das Großereignis des Jahres für die Branche ist einmal mehr die Bauma. Wir werden sehen, ob sie – wie schon so oft – erneut in der Lage ist, positive Signale für den Bergbau und die Bau- und Baustoffindustrie auszusenden und Aufbruchstimmung zu verbreiten. Gigantisch wird es in jedem Fall: Die Zahl der Aussteller weist mit mehr als 3000 erneut Rekorde aus, die Ausstellungsfläche wächst auf 555 000 Quadratmeter und der Aufbau und die Montage der riesigen Baumaschinen ist bereits in vollem Gange. Natürlich bietet auch die BG RCI ihren Mitgliedern aus den Branchen Bergbau und Baustoffe, Steine und Erden viele interessante Informationen – diesmal in Halle B5, Stand 206/207.

Eine weitere Zeitenwende markierte der Jahreswechsel für die gute alte Steinbruchs-BG. Nach fast 125 Jahren ging ihre Geschichte am 31. Dezember 2009 zu Ende. Die Vertreterversammlung tagte zum letzten Mal am 18. November und zog eine positive Bilanz. Inzwischen hat die neue BG Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) ihre Arbeit mit den konstituierenden Sitzungen des neuen Vorstands und der neuen Vertreterversammlung am 20. Januar 2010 in Heidelberg erfolgreich aufgenommen und wird die Arbeit der sechs Fusions-BG´en weiterführen. Schon jetzt sind positive Wirkungen für die Mitgliedsunternehmen erkennbar: In der Prävention wird die bewährte branchennahe Beratung fortgeführt und durch ein noch breiteres Dienstleistungs-angebot der sieben Kompetenz-Center erweitert. Und im Bereich Rehabilitation und Versicherungsleistungen wird sich die Qualität und Effizienz weiter erhöhen.

Für unsere Fachzeitschrift „Die Industrie der Steine und Erden“ bedeutet dies, dass sie nicht mehr das offizielle Mitteilungsblatt der neuen BG sein wird. Die „S+E“ wird aber auf Wunsch der Selbstverwaltungsgremien der Branche Baustoffe - Steine - Erden als Fachzeitschrift für Technik, Unternehmensführung und Arbeitsschutz für die Roh- und Basstoffindustrie weitergeführt. Der redaktionelle Spielraum wird sich dadurch sogar noch erweitern. Er  soll genutzt werden, um die Kommunikation zwischen Betreibern, Maschinenherstellern, Zulieferern und BG weiter zu verstärken. Ziel wird es sein, Themen aus den Segmenten „wirtschaftliche und effiziente Gewinnungs- und Produktionstechnik“, „erfolgreiche Unternehmensorganisation“ sowie „Führung und Motivation von Mitarbeitern“ und „zeitgemäße Lösungen im Arbeits- und Gesundheitsschutz“ miteinander zu vernetzen, um Unternehmern, Führungskräften und Personalverantwortlichen aber auch Belegschaftsvertretern, Fachkräften für Arbeitssicherheit und Be-triebsärzten die neuesten Lösungen und die besten Konzepte anzubieten. Insofern sollten wir alle – trotz oder gerade wegen der Veränderungen und des Wandels - optimistisch in die Zukunft blicken und dürfen uns auf ein interessantes, ereignisreiches Jahr 2010 freuen

Ihr Helmut Ehnes