Böschungen mit Gütesiegel: Kieswerke Andresen für Arbeitsicherheit und Gesundheitsschutz ausgezeichnet

Als Lohn für innovative Präventionsarbeit erhielten die Kieswerke Andresen während ihrer Weihnachtsfeier 2009 das Gütesiegel „Sicher mit System“. Die Integration des Arbeits- und Gesundheitsschutzes ins Unternehmen wird auch durch die neue Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) weiter prämiert.

Der Konkurrenz eine Nasenlänge voraus zu sein, hat Ludwig Andresen schon immer motiviert. 1996 glänzten die Kieswerke Andresen in Damsdorf bei Bad Segeberg als erstes Unternehmen der Kies- und Sandindustrie in Deutschland mit dem Qualitäts- und Umweltmanagement nach ISO 9001. Nun, nach der Übernahme durch die Heidelberger Sand und Kies GmbH, stellte sich der mittlerweile als ein Geschäftsführer für seinen ehemaligen Familienbetrieb tätige Andresen die Frage: „Wie können wir unsere einmaligen Abbaubedingungen erhalten – und dazu das Gütesiegel erlangen?“ Der rund 150 Hektar große Betrieb hatte beim Unternehmermodell  in den vergangenen Jahren erfolgreich mit den Sicherheitsberatern der BG beim Thema Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz zusammengearbeitet.

Das konsequent durch den Chef und die Führungsmannschaft vertretene  Arbeitsschutzmanagement, die vorbildliche Instandhaltung des Maschinenparks sowie die stetige Ausbildung, Information und Motivation der Belegschaft: Diese drei Punkte fielen Christian Claus, dem Leiter des Kompetenz-Centers  Prüf- und Zertifizierungsstelle  der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie, beim Audit positiv auf.

Das Kieswerk liegt im Gebiet eines sogenannten eiszeitlichen Sanders, der die Materialzusammensetzung der Aufschlüsse bestimmt. Diese speziellen Bedingungen haben sich die beiden Geschäftsführer Uwe Götz und Andresen zusammen mit ihren Mitarbeitern angesehen und für den Abbau optimiert. Warum nicht den Aufschluss wie den Schüttkegel einer Halde betrachten? „Wir laden quasi nur das Material weg, lösen nicht maschinell, die Wand baut sich alleine ab, indem das Material kontinuierlich nachrutscht“, erläuterte der langjährige Qualitäts- und Umweltbeauftragte Andresens, Dr. Uwe Marheinecke.

Der Kiessand aus Weichseleiszeit habe wenig Sandanteil, könne also kaum selbst gefährlich steil stehen bleiben, wusste Ludwig Andresen: „Wir haben Aufnahmen der Böschungen von vor 20 Jahren, die Winkel sind beim Wegladen gleich geblieben.“ Eine Standsicherheitsstudie brachte die Gewissheit: „Nach dem Zurückziehen der gefüllten Schaufel durch den Radlader liegt an der Böschungskante ein lokaler und kurzfristig instabiler Zustand durch erhöhte Neigung vor. Dieser wird durch Nachfließen des Sandes auf der Böschung in den natürlichen Böschungs- beziehungsweise Reibungswinkel von selbst wieder stabilisiert.“

„Wir laden etwa drei bis vier Grad von der Böschungssohle nach oben weg, damit sich die Maschine nicht eingräbt, der rückwärtige Raum frei bleibt von Spuren, um schnell aus dem Gefahrenbereich zu kommen“, berichtete Ludwig Andresen. Für dieses konsequente Weiterdenken der Sicherheitsaspekte erntete er Lob von der BG: „Die Beräumung der Sohle ist vorbildlich, auch hinsichtlich der Vibrations- und Verschleißbelastungen der Maschinen“, sagte Christian Claus. Vom Zustand der Abbauwände über die korrekte Beladung der Fahrzeuge beim innerbetrieblichen Transport bis hin zum Zustand der Spülfelder wird zudem täglich ein Kontrollbericht zu allen sicherheitsrelevanten Punkten gefertigt.

Der Kauf einer neuen Radladerflotte – drei Cat-Radlader 950, acht der Serie 966 G – brachte Andresen bereits 2001 auf den Gedanken, einen Sicherheitsleitfaden für die neuen Maschinen zu erarbeiten und die Fahrer zu schulen, um durch Prävention von Unfällen und Maschinenschäden auch zur Senkung der Betriebskosten beizutragen. Kerstin Jetschin, Sicherheitsfachkraft der BG RCI, stand ihm dafür zur Seite.

Qualität seit 1889

Die Firmengeschichte der Kieswerke Andresen geht in das Jahr 1889 zurück. Heute ist das Unternehmen ein wichtiger Bestandteil im Verbund der Heidelberger Sand und Kies GmbH. Hauptprodukte sind Betonkiese, Betonsande, Spezialsande, Industriesande, Spielsande, Splitte, Mischkiese, Schotter- und Kiestragschichten, Wegebaustoffe, Gleisbaustoffe, Wasserbau-, Garten- und Pflastersteine sowie Filtermaterialien auch für den Deponiebau. Bis 2034 sind Abbauflächen mit Reserven von mehr als 25 Millionen Tonnen genehmigt.

Geschäftsführer Ludwig Andresen, Qualitäts- und Umweltbeauftragter Dr. Uwe Marheinecke und BG RCI-icherheitsfachkraft Kerstin Jetschin (von links) begutachten bei Minusgraden eine neue Förderbandstrecke
Geschäftsführer Ludwig Andresen, Qualitäts- und Umweltbeauftragter Dr. Uwe Marheinecke und BG RCI-icherheitsfachkraft Kerstin Jetschin (von links) begutachten bei Minusgraden eine neue Förderbandstrecke
Die Mitarbeiter bei der Verleihung