Gütesiegel „Sicher mit System“: Fünf auf einen Streich

Am 28. Oktober 2008 fand eine Geschäftsführerkonferenz der zur Schwenk-Unternehmensgruppe gehörenden Gesellschaften des TBR Transportbetonrings in Halle-Peißen statt. Im TBR Transportbetonring haben sich rechtlich selbständige Transportbetonwerke und Betontechnologiezentren aus ganz Deutschland zusammengeschlossen. Im Rahmen dieser Konferenz wurde den Mitgliedsunternehmen

das Gütesiegel „Sicher mit System“ überreicht. Die Urkunde nahm der Geschäftsführer aller fünf Gesellschaften, Herr Otto, entgegen.

Anliegen für die Nutzung der Geschäftsführerkonferenz zur Übergabe des Gütesiegels „Sicher mit System“ war es, nicht nur die Aktivitäten der Unternehmen in der Organisation eines systematischen Arbeitsschutzes zu würdigen, sondern auch weitere Gesellschaften für das Gütesiegel zu interessieren.

Sowohl in den Grußworten von Karl-Heinz Hegenbart (StBG) als auch in anschließenden individuellen Gesprächen mit den Auditoren der Steinbruchs-Berufgenossenschaft Wolfgang Pohl und Dr. Bernd Schneider wurden die Vorteile einer Beteiligung am Prüfverfahren Gütesiegel „Sicher mit System“, wie

diskutiert.

Herr Otto beschrieb gegenüber den anwesenden Geschäftsführern, dass er anfangs den Organisationsstand im Arbeitsschutz in den Gesellschaften mit insgesamt 23 Mischwerken und 70 Mitarbeitern als solide und die Erlangung des Gütesiegels für machbar einschätzte, er jedoch nicht mit dem Umfang der zu verbessernden Verfahrensabläufe im Arbeitsschutz gerechnet hat. Um die Vergabekriterien des Gütesiegels zu erfüllen, waren im eineinhalb Jahre währenden Verfahrenszeitraum in den Gesellschaften von den beteiligten Personen umfangreiche Arbeit zu leisten. Dieses wird an folgenden beispielhaften Sachverhalten deutlich.

Der von den Unternehmen durchzuführende Selbstcheck und ein erster Termin zur Sichtung der Unterlagen des bisherigen Organisationssystems deckten Lücken auf. In den Unternehmen fehlte ein einheitliches und durchgehendes innerbetriebliches Begehungs- und Kontrollkonzept. Dieses zeigte sich anhand vorgefundener Mängel bei Werksbegehungen.

Durch Einbeziehen der externen Qualitätssicherungsbeauftragten, Frau Dr. Helm, wurde eine verbindliche Verfahrensweise zur innerbetrieblichen Überprüfung des sicherheitsgerechten Zustandes der Produktionsstätten, beginnend von mehrfach im Jahr durchzuführenden Begehungen nach vorgegebenen Kriterien bis hin zur Maßnahmenplanung und Mängelbeseitigung, entwickelt. Diese Verfahrensweise ist nunmehr an das Qualitätssicherungssystem der „Werkseigenen Produktionskontrolle“ angekoppelt.

Die Gefährdungsbeurteilung war in Grundzügen vorhanden, bedurfte jedoch der Fortschreibung insbesondere für durchzuführende Instandhaltungsarbeiten.

Damit die zuständigen Führungskräfte ihrer Verantwortung für sicherheitsrelevante Festlegungen in der Gefährdungsbeurteilung bei derartigen Arbeiten besser gerecht werden können, nutzten diese Personen auch das Seminarangebot der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft zum Thema „Sicheres Arbeiten in Silos“ oder „Sicheres Arbeiten unter Absturzgefahr“. Wertvolle Impulse für das Umsetzen der Anforderungen eines systematischen Arbeitsschutzes nahm Herr Otto in den Unternehmerseminaren auf.

Als größte Herausforderung erwies sich die Motivation der Führungskräfte. Es galt, Betriebsleiter und Führungskräfte aus fünf Gesellschaften auf eine einheitliche Verfahrensweise im Arbeitsschutz auszurichten. Herr Otto wurde mit der Führung aller fünf Gesellschaften zu Beginn des Jahres 2006 beauftragt.

Die einzelnen Gesellschaften wiesen ein sehr unterschiedliches Ausgangsniveau in der Organisation des Arbeitsschutzes auf. Auch hatte der Arbeitschutz in den Köpfen einen unterschiedlichen Stellenwert. Das unterschiedliche Niveau wurde auch bei Ergebnisauswertung zwischenzeitlich durchgeführter Audits in einzelnen Mischwerken aufgezeigt. Bestehende Unterschiede konnten nicht einfach nur per Anweisung ausgeglichen werden, sondern erforderten klare Regelungen in den Verantwortungsbereichen sowie intensive Auseinandersetzungen mit den Führungskräften in den Unternehmen. Im Ergebnis der ernsthaften Diskussion über fehlende Vorbild- und Führungsqualitäten war auch eine veränderte Zuordnung der Auszubildenden zum betreuenden Mischmeister zu organisieren. Es erwies sich weiterhin als notwendig, dass das obligatorische Führungskräfteseminar durch ein zweites Führungskräfteseminar ergänzt werden musste.

Einen erheblichen Anteil bei der Ausarbeitung und Umsetzung von Detailregelungen leistete der zentrale Ansprechpartner für das Projekt Gütesiegel, Herr Schüler, der als Geschäftsführer mit der ehem. TBG Transportbeton und Betonpumpendienst GmbH & Co. KG das Gütesiegel „Sicher mit System“ im Jahr 2003 erringen konnte und über entsprechende Erfahrungen verfügt.

Angesichts der im Gütesiegelverfahren aufgezeigten Verbesserungspotentiale im Arbeitsschutz empfahl Herr Otto jedem Geschäftsführer, sich für das Gütesiegel „Sicher mit System“ zu interessieren. Vor dem Hintergrund der begrenzten Personalressourcen kann ein systematisch betriebener Arbeitsschutz einen Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens leisten.

Dr.-Ing. Bernd Schneider

Übergabe der Urkunde zum Gütesiegel „Sicher mit System“ (v.l.n.r. Bernhard Schüler, Dr. Bernd Schneider, Karl-Heinz Hegenbart, Wolfram Otto, Peter Laubenstein, Wolfgang Pohl)
Übergabe der Urkunde zum Gütesiegel „Sicher mit System“ (v.l.n.r. Bernhard Schüler, Dr. Bernd Schneider, Karl-Heinz Hegenbart, Wolfram Otto, Peter Laubenstein, Wolfgang Pohl)