Erster Blick auf die Unfallbilanz 2007 der StBG

Unfallzahlen entwickeln sich insgesamt positiv, aber deutliche Zunahme bei Todesfällen

Die Entwicklung der Leistungsfälle nach Unfällen und bei Berufskrankheiten betrifft nahezu alle Aspekte des berufsgenossenschaftlichen Handelns – und ist nicht zuletzt ein Indiz für die Entwicklung des Beitrags. Die Zahlen werden daher regelmäßig analysiert, um hieraus Handlungsbedarf abzuleiten. Eine erste Betrachtung der Ereignisse des Jahres 2007 liegt nun vor und wird hier vorgestellt. Dabei ist zu beachten, dass diese Werte noch nicht das konsolidierte Endergebnis darstellen, sondern nur die Tendenz widerspiegeln.

Unfälle

Die Zahlen ergeben ein differenziertes Bild: während sich die Gesamtzahl der Unfälle und neuen Rentenfälle reduziert hat, ist die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle leider deutlich angestiegen.

Die Gesamtzahl der Arbeitsunfälle ist von 12.641 in 2006 auf 12.253 in 2007 gefallen und damit um 3 Prozent zurückgegangen. Dabei sind insbesondere die so genannten meldepflichtigen Arbeitsunfälle, die zu einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen geführt haben, überproportional gesunken – mit 5.822 in 2007 und 6.104 im Vergleichzeitraum um 4,6 Prozent.

Noch günstiger ist die Tendenz bei Arbeitsunfällen, die aufgrund ihrer Schwere erstmals zur Zahlung einer Rente an den Verletzten geführt haben; diese Fälle sind von 208 in 2006 auf 196 in 2007 und damit um 5,8 Prozent zurückgegangen.

Bei dieser erfreulichen Entwicklung gibt es leider auch Schatten: die tödlichen Arbeitsunfälle haben sich nahezu verdoppelt. Während 2006 acht tödliche Arbeitsunfälle zu beklagen waren, sind 2007 vierzehn Menschen bei einem Arbeitsunfall ums Leben gekommen.

Auch die so genannten Wegeunfälle – Unfälle auf dem Weg zum Arbeitsplatz und zurück – zählen zum Leistungsspektrum der Berufsgenossenschaften. Im Bereich der StBG haben sich diese Fälle aktuell positiv entwickelt. Die registrierte Gesamtzahl ist um 16,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gefallen (622 in 2007 gegenüber 746 in 2006).

Aus Unfällen auf dem Weg zur Arbeit und zurück resultierten im vergangenen Jahr 27 neue  Renten (28 in 2006). Wie im Vorjahr ereigneten sich hier zwei tödliche Unfälle.

Berufskrankheiten

In 2007 gingen 446 Meldungen auf den Verdacht einer Berufskrankheit ein. Dieser Wert hat sich um 6,7 Prozent erhöht  (2006: 418 Fälle). An 56 Versicherte wurde erstmals eine Rente aufgrund einer Berufskrankheit gezahlt (57 Fälle im Vorjahr).

Bilanz und Ausblick

Während die Unfallentwicklung, insbesondere der Rückgang der Wegeunfälle um ein Sechstel, insgesamt positiv ist, kann die Zunahme der tödlichen Arbeitsunfälle nicht hingenommen werden. Als erste Reaktion auf diese Entwicklung richtete der Vorstand der StBG im Oktober 2007 ein Schreiben an alle Mitgliedsunternehmen, in dem die Ursachenschwerpunkte prägnant zusammengefasst und auf systematische Möglichkeiten zur Prävention hingewiesen wurde. (Den Text finden Sie auch unter www.stbg.de/aktuell/vorstand2007.htm).

Zwei Todesfälle bei den Wegeunfällen sind in Relation zur langjährigen Entwicklung ein geringerer Wert als in der Vergangenheit verzeichnet – aber auch hier gilt: jeder tödliche Unfall ist einer zuviel.

Um die Entwicklung bei tödlichen Unfällen umzukehren und die ansonsten positive Tendenz weiter zu verbessern, ist konsequentes präventives Handeln im Betrieb unverzichtbar. Die StBG unterstützt die Unternehmen bei der Wahrnehmung ihrer Verantwortung mit einer Reihe von praxiserprobten Angeboten. Die zuständigen Technischen Aufsichtsbeamten beraten gerne. Eine reichhaltige Informationsquelle ist zudem das Internetangebot der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft unter www.stbg.de.

Peter Schrandt, StBG

Rettungseinsatz nach schwerem Unfall
Im vergangenen Jahr gab es bei den Mitgliedsunternehmen der StBG leider wieder mehr tödliche Unfälle

Hohe Prämien für Erfolge in der Prävention und zielgerichtete Investitionen

Seit 2005 bietet die StBG das Prämiensystem „Wer mehr tut wird belohnt“ an. Für wirksame Investitionen in Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz werden hohe Prämien gezahlt: Sie erhalten bis zu 30 Prozent der Nettokosten als Prämie!

Auch lange Zeiträume ohne Arbeitsunfall werden honoriert. Hier erhalten Sie bei Erfüllung der Kriterien eine Prämie von bis zu 40 Prozent Ihres letzten Jahresbeitrages an die StBG.

Seit Einführung wurden mehr als fünf Millionen Euro an Prämien gezahlt. Profitieren Sie von dieser Möglichkeit! Informationen finden Sie in der aktuellen Prämienbroschüre 2008 oder gleich im Internet unter www.stbg.de/praemie/