Fahrer und Fahrzeuge – mit Sicherheit in Bewegung

Das 9. Forum protecT von Steinbruchs- und Bergbau-Berufsgenossenschaft in Bad Wildungen

 „Ich habe mich mit dem Auto überschlagen.“ – eine Erfahrung, wie sie die rund 300 Teilnehmer des 9. Forum protecT machen konnten, ohne dabei in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt gewesen zu sein. Die vier Stationen unter dem Motto „Experiment und Erfahrung“, die StBG und BBG in Kooperation mit dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) aufgebaut hatten, boten vielfältige Möglichkeiten, eigene Erfahrungen zum Thema Fahrsicherheit zu machen. Sie ergänzten auf überzeugende Weise die Theorie der Vorträge und Diskussionen.

Langeweile kam nicht auf – das bestätigte eine Vielzahl der Teilnehmer. Das Gesamtkonzept der Veranstaltung hat auf ganzer Linie begeistert. Mit großer Aufmerksamkeit hörte das Publikum den Vertretern aus Wissenschaft und Forschung zu und erfuhr, wie die neuesten Entwicklungen und Erkenntnisse aus diesen Bereichen von Unternehmern erfolgreich in die Praxis umgesetzt wurden, aber auch, welche Erfahrungen Hersteller in die Konstruktion ihrer Baumaschinen einfließen ließen. Ein Bild sagt jedoch mehr als tausend Worte und aus Erfahrung wird man klug. Das Wissen aus den Vorträgen konnten die Besucher des 9. Forum protecT deshalb gleich mit praktischen Erfahrungen an vier Experimentierstationen verknüpfen und untereinander ihre Erfahrungen austauschen.Dort vermittelte ein Überschlagsimulator einen sehr realen Eindruck davon, wie man aus dem Auto wieder herauskommt, wenn es sich überschlagen hat, und ein Aufprallsimulator machte deutlich, mit welcher Wucht die Fahrzeuginsassen schon bei geringer Geschwindigkeit in die Sicherheitsgurte gedrückt werden. Besonders begeistert waren die Teilnehmer vom Pkw-Fahrsimulator. Hier konnten sie ihre Fahrkünste unter Beweis stellen und gegen Wind, Schnee oder überfrierende Glätte ankämpfen. So mancher wurde dabei mit überhöhter Geschwindigkeit aus der Kurve getrieben oder kam in einer brenzligen Situation nicht schnell genug zum Halten. Die Teilnehmer testeten ihr Reaktions- und Sehvermögen und nutzten die interaktiven Lernprogramme zum Thema Ladungssicherung, Fahrphysik und Müdigkeit.

Damit sich die Gäste auch beim Abendessen ein wenig testen konnten, brachte Jochen Lau vom DVR für jeden Tisch ein Quiz ganz nach dem Geschmack der theoretischen Fahrschulprüfung mit. Mitunter waren die Quizfragen gar nicht so einfach und so kamen die Tischnachbarn auf der Suche nach der richtigen Lösung ins Gespräch.

Die Vorträge

Fahr- und Überschlagsimulatoren demonstrieren Fahrsicherheit sehr eindrucksvoll. Warum BBG und StBG aber dieses Forum protecT unter das Thema „Fahrer und Fahrzeuge – mit Sicherheit in Bewegung“ gestellt haben, erklärte Helmut Ehnes, Leiter des Gemeinsamen Geschäftsbereiches Prävention der Bergbau-Berufsgenossenschaft und der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft, in seiner Begrüßungsrede. Ein Ziel der Präventionsarbeit beider Berufsgenossenschaften ist es, Fahrsicherheitsstandards immer weiter zu verbessern und das sicherheitsbewusste Verhalten der Fahrer zu fördern. Insbesondere im Hinblick darauf, dass die Verhütung von Verkehrsunfällen bei der Arbeit, aber auch auf dem Weg zur Arbeit Teil der Präventionsarbeit sind, bleibt Verkehrssicherheit ein immer aktuelles Thema.

Sicher ans Ziel durch Organisation

Müdigkeit im Verkehr – Entstehung, Unfallrisiko und Gegenmaßnahmen

„Am Steuer eingeschlafen“ ist als Unfallursache hinlänglich bekannt. Doch sei es oft schon Müdigkeit allein, die Fahrer unaufmerksam macht und zu Unfällen führt, erklärte Dr. Volker Hargutt von der Universität Würzburg. Rund 30 Prozent aller Lkw-Unfälle würden durch Übermüdung verursacht. Als Ursachen gelten die hohe Beanspruchung durch das Fahren, lange Fahrzeiten, zu kurzer oder schlechter Schlaf und die Eintönigkeit des Fahrens.

Hier spielen organisatorische Mängel, zum Beispiel in der Routenplanung, und Defizite in der Infrastruktur mit hinein. Generell gibt es zu wenige Parkplätze und die wenigen, die es gibt, sind oft auch noch zu laut. Und was macht müde Fahrer wieder munter? Gegenmaßnahmen müssten an mehreren Punkten ansetzen, so Hargutt. In Kombination führten eine verbesserte Infrastruktur gemeinsam mit einer gesundheitsgerechten Organisation, Fahrerassistenzsystemen und einer gezielten Unterstützung der Gesundheit der Fahrer zum Ziel.

Eignungsuntersuchungen für Fahrzeugführer

„Würden Sie mir Ihr Auto für eine Spritztour nach Berlin leihen und Ihrer Familie erlauben, mich dabei zu begleiten?“ Mit dieser Frage eröffnete Dr. Werner Ell, leitender Betriebsarzt der N-Ergie AG in Nürnberg, seinen Vortrag zu Eignungsuntersuchungen für Fahrzeugführer. Eine Frage, die Arbeitgeber auch bei der Wahl ihres Fahrpersonals im Hinterkopf behalten sollten. Nach welchen Kriterien sollte jedoch ein Unternehmer entscheiden, welchen Mitarbeiter er zur Führung von Fahrzeugen einsetzt? Entscheidend ist zunächst die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. Aber auch Charakter, Persönlichkeit und psychische Belastbarkeit sollten bei der Entscheidung berücksichtigt werden. Ell plädierte dafür, die Eignung durch einen Betriebsarzt prüfen zu lassen.

Dieser könne nicht nur die aktuelle physische Verfassung, sondern auch die Krankenvorgeschichte richtig beurteilen. Im Gegensatz zum Arbeitgeber selbst hat ein Betriebsarzt Einblick in so sensible Daten wie die Krankenvorgeschichte, deren Offenlegung der Arbeitgeber rechtlich nicht verlangen kann.

„Nur durch eine arbeitsmedizinische Begutachtung kann der Unternehmer sicher sein, seiner besonderen Verantwortung für Betriebs- und Arbeitssicherheit gerecht zu werden“, argumentierte Ell.

Unfälle im innerbetrieblichen Verkehr vermeiden –Mitarbeiter effektiv führen

An verschiedenen Unfallbeispielen im innerbetrieblichen Verkehr und Transport verdeutlichte Heinz Bösel, Technischer Aufsichtsbeamter bei der StBG, die Ursachen für Verletzte und Tote im Betrieb. Häufig lassen sich technische Defizite ausschließen.

Jedoch sei es ein Irrtum, zu glauben, dass die wesentliche Ursache für Absturz- und Kollisionsunfälle im „menschlichen Versagen“ des Fahrers allein zu suchen sei.

Die Hauptursache liege vielmehr in einer mangelnden Organisation begründet: So spielten der Einsatz unqualifizierter Fahrer, fehlende Informationen über sicheres Verhalten, mangelnde Kontrolle und die damit verbundene Duldung unsicherer Arbeitsweisen oder unklare Arbeitsaufträge zusammen. Die Sicherheit im Betrieb hängt also maßgeblich von der verantwortungsvollen Organisation der Arbeitsabläufe durch die betrieblichen Führungskräfte ab.

Sicher ans Ziel durch Technik

Fahrerassistenzsysteme

Wie Fahrerassistenzsysteme zur Fahrsicherheit beitragen können, erläuterte Prof. Dr. Berthold Färber vom Institut für Arbeitswissenschaft an der Universität der Bundeswehr in München. ESP und ABS sind mittlerweile bekannt und in die meisten Neuwagen eingebaut. Systeme wie ACC (Autonomous Cruise Control), LKA (Lane Keeping Assistant) ,SWA (Spurwechselassistent), CMS (Collision Mitigation System) und PSS (Predicative Safety System) müssen sich hingegen erst durchsetzen. Wo liegen die Vor- und Nachteile? Können die FAS (Fahrerassistenzsysteme) die Erwartungen der Fahrer erfüllen?

Die Fahrerassistenzsysteme der neueren Generation agieren auf zwei unterschiedlichen Ebenen der Fahrzeugführung: Sie verknüpfen die Ebene der konkreten Fahrzeugbedienung (Handling-Ebene) mit der Ebene der Interaktion mit anderen Verkehrsteilnehmern (Manöver-Ebene).

So können FAS durch Beobachtung der Lenkmanöver und der Gaspedalbetätigung Rückschlüsse auf den Ablenkungsgrad des Fahrers ziehen und mit zusätzlichen Informationen über Abstand und Straßengeometrie sogar Überholabsichten des Fahrers erkennen und gegebenenfalls eingreifen. Entscheidend sei es, dass das Signal „vom Fahrer unmittelbar erlebt wird, seinen Blick zur Fahrbahn lenkt und die erwünschte Reaktion auslöst“, erklärte Färber. Ein System, das warnt, wenn es nötig ist, aber sonst nicht stört.

Ohne Frage erhöhen die neuen Fahrerassistenzsysteme die Verkehrssicherheit. Jedoch sind die Systeme sehr komplex und deshalb in der Umsetzung oft teuer und aufwändig.

„Andererseits“, so argumentierte Färber, „sind viele Systeme zur Fahrzeugstabilisierung, wie ABS, ESP oder ASR, Stand der Technik und sollten in keinem Fahrzeug fehlen.“

Ebenso liegen die Kosten für einfache Systeme zur Überwachung der Fahrzeugumgebung (mit Kameras oder Ultraschall) in einem überschaubaren Rahmen und sollten zur Erhöhung der Sicherheit nicht gescheut werden. 

Sicherheitskonzepte bei Baumaschinenherstellern

Interessante Beiträge lieferten die Vertreter der Baumaschinen-Industrie. Für Komatsu stellte Karsten Kraft, Leiter Forschung & Entwicklung der Komatsu Deutschland GmbH, die Maßnahmen zur Erhöhung der passiven und aktiven Sicherheit bei Baumaschinen vor. Mit einem eindrucksvollen Film über den Absturz eines Baggers zeigte er, wie die richtige Konstruktion der Kabine den Überlebensraum des Fahrers sichert. Die 300 Teilnehmer konnten sich persönlich an der durch hohe Gewalt verformten Kabine von den guten Überlebenschancen des Baggerführers überzeugen. 

Michael Holzhey von Zeppelin Baumaschinen erläuterte in seinem Vortrag, wie wichtig und notwendig trotz oder gerade wegen der hohen technischen Sicherheit der Baumaschinen effektive Fahrerschulungen sind. „Immer komplexere Arbeitsmaschinen und höhere Leistungsanforderungen an Maschinen und Fahrer erfordern neue Methoden“, folgerte Holzhey. In seinem Vortrag stellte er die Caterpillar-Baumaschinensimulatoren vor. Effizienz und Sicherheit seien durch konsequente Übung und intensives Training deutlich verbesserbar. „Am Simulator kann geübt werden, ohne dass gefährliche Situationen entstehen und zusätzliche Betriebskosten entstehen“, schloss Holzhey. 

Ladungssicherung: Stolperstein oder Qualitätsmerkmal?

Besonderen Anklang fand der Beitrag von Alfred Lampen, Ladungssicherungsexperte und Hauptkommissar bei der Autobahnpolizei Oldenburg. In einem pointierten Vortrag verdeutlichte Lampen, dass sich die Verantwortung für den sicheren Transport der Ladung auf 3 Personenkreise erstreckt: Fahrer, Fahrzeughalter und Verlader. Er empfahl, dass jeder der Beteiligten seinen Verantwortungsbereich sauber regelt, u. a. durch Schulung aller Beteiligten, klare Verlade- und Sicherheitsanweisungen, die eindeutige Zuweisung von Verantwortung sowie die Benennung und nicht zuletzt Kontrolle „beauftragter Personen“. Wirkungsvolle Maßnahmen und deren Dokumentation minimieren das Risiko des Organisationsverschuldens.

Sicher ans Ziel auf dem richtigen Weg

Öffentlicher und nicht-öffentlicher Verkehrsraum

„Das Gelände eines Steinbruchs, zu dem Kunden und andere ungehinderten Zugang haben, ist öffentlicher Verkehrsraum – hier gilt das Straßenverkehrsrecht!“, eröffnete Rainer Hummel, Leiter der Wirtschaftsabteilung beim Regierungspräsidium Tübingen, den zweiten Tag des Forum protecT. Demnach müssen alle Kraftfahrzeuge – auch wenn sie ausschließlich auf Firmengelände eingesetzt werden – zugelassen und pflichtversichert sein. Ebenso müssen alle Kfz-Führer über eine Fahrerlaubnis verfügen. In seinem spannenden Vortrag zeigte Hummel auf, welche Vorkehrungen getroffen und welche Genehmigungen für einen gefährdungsfreien und gesetzeskonformen Einsatz eingeholt werden müssen. Im Anschluss entstand eine lebhafte Diskussion, die zeigte, dass dieses Thema auf großes Interesse stößt. Deshalb überlegt die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft, eine Sonderveranstaltungen zu diesem Thema anzubieten.

Sicher ans Ziel durch Schulung

Betriebliche Verkehrssicherheit optimieren

Mit ihrem Beitrag „Eigenverantwortung steigern – Betriebliche Verkehrssicherheit optimieren“ trat Gudrun Gericke, Psychologin an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der verbreiteten Meinung vieler Unternehmen entgegen, dass „vor den Werkstoren der Einfluss aufhört“. „Unsere umfangreichen Erfahrungen zeigen, dass das Unternehmen sehr viel Einfluss auf die Verkehrssicherheit nehmen kann – und das zum eigenen Nutzen“, ergänzte sie. Ausschlaggebend sei dabei, dass die Mitarbeiter selbst beteiligt werden und ihr Wissen einbezogen wird. Dann sei das Engagement viel höher. „Selbst gesetzte Ziele werden stärker verfolgt als ‚vorgesetzte Lösungen’“, erläuterte Frau Gericke. Eine geeignete Form der Beteiligung seien integrativ-partizipative Verkehrssicherheitszirkel, wie die Zusammenarbeit mit ExxonMobil zeige.

Martin Hofmann, Safety & Risk Advisor bei ExxonMobil, einem Mitgliedsunternehmen der Steinbruchs-BG, stellte ein weiteres erfolgreiches Teilprojekt dieser Kooperation mit der Friedrich-Schiller-Universität vor. Das „Defensive-Driving-Training“ (DD-Training) stellt ein Kernelement der betrieblichen Verkehrssicherheitsarbeit dar. Seit 2004 sei die Teilnahme an dem DD-Training für Vielfahrer, Vorgesetzte und Auszubildende Pflicht. „Präventiv statt Reaktiv“ laute die Devise, so Hofmann. Das heißt, auch im Straßenverkehr ist es besser, kritische Situationen frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden, als erst darauf reagieren zu müssen. Mit Erfolg: In der Zeit seit Einführung des Pflichttrainings ist die Zahl der Unfälle mit Personen- oder Sachschaden kontinuierlich zurückgegangen. Seit 2005 gab es keinen Unfall mit Personenschaden mehr, resümiert Hofmann den Erfolg der Maßnahme.

Good Practice – Das Fahrsicherheitstraining bei der MIBRAG

Auch bei der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft mbH (MIBRAG) setzt man auf Prävention. Zum sicheren Handling von geländegängigen Fahrzeugen, Lkw und Nutzfahrzeugen, sowie Erdbaumaschinen wird bei der MIBRAG seit 1996 ein systematisches Fahrsicherheitstraining durchgeführt. Dr. Gunter Baldermann, Direktor für Arbeitssicherheit, erläuterte das Konzept dahinter und veranschaulichte die Durchführung in kurzen Filmen am Beispiel der Geländewagentrainings. „Bis heute sind 3.000 Mitarbeiter praktisch und theoretisch geschult worden“, fasste er zusammen und schloss: „Unter Berücksichtigung, dass unsere Mitarbeiter jährlich bis zu 13,3 Mio. km mit privaten Fahrzeugen auf dem Weg zur und von der Arbeit zurücklegen, können wir so einen starken Beitrag zur Verkehrssicherheit liefern.“ 

Systematische Sicherheit für Fahrer und Fahrzeuge

Dass sich Sicherheit auch in kleinen und mittelständischen Betrieben systematisch rentiert, zeigte Detlef Wisbar, Geschäftsführer der Heidelberger Betonpumpen Ost GmbH & Co. KG in Dahlwitz-Hoppegarten. Im Kern geht es um Qualität, so Wisbar. Das Denken und Handeln seines Unternehmens steht unter dem Motto: „Alles was uns gut tut, tut auch unseren Kunden gut!“ Qualitativer Service und Zuverlässigkeit verschaffen seinem Unternehmen den überlebensnotwendigen Wettbewerbsvorteil. Dafür ist das Zusammenspiel von Personal und Technik ganz entscheidend.

Die Technik muss stimmen. Für die Sicherheit von Fahrern und Kunden sind die Betonpumpen serienmäßig mit einem Sicherheitspaket ausgestattet und werden regelmäßig vor Ort vom Hersteller geprüft und gewartet. Das Kommunikationsnetz ist eng gestrickt. Mit einem Dispositionssystem und Mobiltelefonen können Einsätze gut koordiniert und Ausfälle gut aufgefangen werden.

Doch nützt die beste Technik nichts, wenn das Personal nicht ausreichend geschult ist. Deshalb werden bei der Heidelberger Betonpumpen Ost GmbH & Co. KG alle Fahrer zu 100-prozentigen Betonpumpenmaschinisten geschult. Einmal im Jahr werden alle Mitarbeiter in Sachen Arbeitssicherheit geschult. Der Einsatzplan wird nach der Selbsteinschätzung der Fahrer erstellt. Dabei gilt: Vielseitig ausgebildete Fahrer sind flexibler einsetzbar.

Optimale Technik und qualifiziertes Personal sind grundlegende Voraussetzungen. Entscheidend ist aber auch, dass das Sicherheitskonzept vom Auftraggeber mitgetragen wird. Wenn die Mitarbeiter aus Dahlwitz-Hoppegarten die Baustelle begehen, stimmen sie mit dem Auftraggeber ein Sicherheitsmaßnahmepaket ab. Bis zur Auftragsausführung werden diese Sicherheitsmaßnahmen immer wieder an den Bausstellenbetreiber kommuniziert und nur, wenn diese auch eingehalten werden, wird der Auftrag letztlich auch ausgeführt.

Und das rechnet sich! Durch die regelmäßig geprüften und gewarteten Maschinen, das gut geschulte Personal und die Sicherheitsvorgaben minimieren sich das Unfallrisiko und die Ausfallzeiten erheblich. Aber nicht nur das. Unter diesen Arbeitsbedingungen arbeitet das Personal motiviert und verantwortungsvoll und ist zudem flexibel einsetzbar. Das findet nicht zuletzt die Anerkennung der Kunden. Unfälle und Ausfälle kosten Geld und kratzen am Image. Sicherheit hingegen spart Zeit und Geld. Sichere Arbeit sichert Arbeitsplätze. 

Einführung eines Unfalldatenspeichers „UDS“ im Tagebau Inden

Eine interessante technische Lösung zur Verbesserung der Arbeitssicherheit erläuterte Artur Oster, Direktor des Tagebaus Inden der RWE Power AG. Durch den Einsatz von modifizierten Unfalldatenschreibern (UDS) in Geländewagen sei es gelungen, die Anzahl der Unfälle und die Kosten für die Instandhaltung deutlich zu senken. Bei der Anwendung im Tagebau Inden würden zusätzlich noch weitere Daten erfasst und beispielsweise angezeigt, wenn ein Fahrzeug zu schnell durch ein Schlagloch gefahren sei. „Seit der Einführung von UDS haben wir keine Unfälle mehr mit Personenschaden und eine erhebliche Verbesserung bei der Klärung des Unfallherganges“, schilderte Oster und beendete seinen Vortrag mit den Worten: „Die Präventionswirkung ist erheblich!“

Wirksame Verkehrssicherheitsarbeit

In einem abschließenden Interview mit Jochen Lau (DVR), Wolfgang Pichl (StBG) und Christian van den Berg (BBG) sprach Moderator Mathias Schmidt noch einmal zentrale Themen des 9. Forums protecT an. Die Aktionselemente, die die Teilnehmer in Bad Wildungen kennen lernen konnten, sind Teil von Verkehrssicherheitstrainings und Projekten, die die Berufsgenossenschaften in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat anbieten. Ziel sowohl des Forums als auch der Verkehrssicherheitsmaßnahmen von BBG, StBG und DVR allgemein ist es, die Menschen zu sensibilisieren und so immer mehr die Unfallzahlen auf öffentlichen und nicht-öffentlichen Straßen zu verringern. Und dass Fahrsicherheit Spaß machen kann, hat einmal mehr das 9. Forum protecT in Bad Wildungen bewiesen.

Helmut Ehnes, StBG, eröffnete das 9. Forum protecT
Helmut Ehnes, StBG, eröffnete das 9. Forum protecT
Moderator Mathias Schmidt (re.) mit Dr. Volker Hargutt, Universität Würzburg
Moderator Mathias Schmidt (re.) mit Dr. Volker Hargutt, Universität Würzburg
Pkw-Fahrsimulator des DVR
Pkw-Fahrsimulator des DVR
Interaktive Lernprogramme
Interaktive Lernprogramme
Sehtest mit Dr. Bernhard Kirchner, StBG
Sehtest mit Dr. Bernhard Kirchner, StBG
Fachgespräch zum Thema Ladungssicherung
Fachgespräch zum Thema Ladungssicherung
Mercedes Benz präsentierte den optimalen Lkw-Arbeitsplatz
Mercedes Benz präsentierte den optimalen Lkw-Arbeitsplatz
Norbert Berdolt, Mitglied des Vorstandes der Steinbruchs-BG, befreit sich aus dem Überschlagsimulator
Norbert Berdolt, Mitglied des Vorstandes der Steinbruchs-BG, befreit sich aus dem Überschlagsimulator